William Craig
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Internationales Biographisches Archiv
William Craig stammte aus dem nordirischen Cookstown (Grafschaft Tyrone). Sein Vater war Bankangestellter.
Er besuchte die Dungannon Royal School und die Larne Grammar School. Er nahm noch zuletzt am Zweiten Weltkrieg teil und war 1943-1946 Angehöriger der Royal Air Force. Danach studierte C. Jura an der Queen's University in Belfast und wurde 1952 als Anwalt zugelassen.
Politisch kam C. aus dem Kreis der damals als fortschrittlich-liberal geltenden Jung-Unionisten der regierenden Ulster Unionist Party (UUP). 1953-1960 Vorsitzender des "Young Unionist Council", begann C. seine parlamentarische Laufbahn erst spät. 1960 trat er als Abgeordneter in das nordirische Parlament in Belfast (Stormont) ein, wo er 1962-1963 als Chief Whip seiner Partei fungierte. Die UUP war Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und lange größte und politisch wichtigste Partei in Nordirland.
Im Kabinett von Premierminister
O'Neill seinerseits fiel bereits im April 1969 einer Palastrevolte des rechten Unionistenflügels zum Opfer. Sein Nachfolger
Anfang 1972 gelang es C., den Führer des "Loyalistischen Arbeiterbundes" (LAW), Billy Hull, und den Großmeister des Oranienordens im Belfaster Bereich, Martin Smyth, auf seine Seite zu ziehen. Ein halbes Dutzend anderer militanter Organisationen aller Schattierungen schloss sich an, die C. zur sog. "Vanguard"-Bewegung zusammenfasste. Im Zuge der Mobilisierung der nordirischen Protestanten förderte C. auch nachdrücklich protestantische Milizen wie die 1971 gebildete Ulster Defence Association (UDA) als Pendant zur IRA. Im Okt. 1972 scheiterte ein Attentat gegen C., der unverletzt blieb.
Im Febr. 1973 trat C. dafür ein, Nordirland den Status eines politisch unabhängigen Dominions zu geben. Im April 1973 verließ C. schließlich die UUP, nachdem die Partei unter dem Druck ihres damaligen Vorsitzenden Brian Faulkner des sog. Nordirland-Weißbuchs vom März 1973 mit Einschränkungen zugestimmt hatte. Mit seinen Vanguard-Anhängern gründete C. damals die militante UUP-Abspaltung Vanguard Unionist Progressive Party (VUPP). Seit Übernahme der direkten Regierungsgewalt durch London verschärfte sich der Bürgerkrieg in Nordirland erheblich. Auch die auf der Grundlage des Nordirland-Weißbuchs gebildete Koalitionsregierung des gemäßigten Faulkner, die das Konzept des "power sharing" (sog. "Sunningdale Agreement" zwischen Großbritannien, Irland und Nordirland im Dez. 1973) vertrat, scheiterte schließlich im Mai 1974 in der Folge eines von den militanten Protestanten initiierten Generalstreiks.
Während Faulkner nach seiner Niederlage als UUP-Parteichef im Mai 1974 die Partei verließ und im Sept. 1974 die Unionist Party of Northern Ireland gründete, schlossen sich die protestantischen Radikalen unter C. sowie
C. war seit 1960 mit der aus Deutschland stammenden Doris, geb. Hilgendorff, verheiratet und hatte zwei Söhne. Er liebte Bücher, Photographieren, Reisen, Autofahren, die Jagd und Golf. C. starb im April 2011 im Alter von 86 Jahren in Bangor an den Folgen eines Schlaganfalls.