Izabella Cywinska
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Internationales Biographisches Archiv
Izabella Cywinska wurde am 22. März 1935 in Kamien Pulawski in Galizien geboren.
Nach dem Abitur in Szczecin (Stettin) studierte sie Anthropologie an der Fakultät für Völkerkunde der Universität Warschau (bis 1956), war dann zunächst von 1956-58 Assistentin an der Fakultät für landwirtschaftliche Architektur der Technischen Hochschule Warschau, bevor sie an der staatlichen Theaterhochschule studierte und 1966 abschloß.
Von 1966-68 führte sie am Aleksander-Wegierko-Theater in Bialystok Regie, wechselte dann 1968-69 an das Theater in Nowa Huta bei Krakau und schließlich 1969-70 an das Polnische Theater in Posen, bevor sie 1970 Direktorin und künstlerische Leiterin des Wojciech-Boguslawski-Theaters in Kalisz wurde. In derselben Funktion kehrte sie 1973 nach Posen zurück. Nach Verhängung des Kriegsrechts 1981 wurde sie, wie viele ihrer heutigen Ministerkollegen, wegen Eintretens für die Ideale der Gewerkschaft Solidarnosc und der Aufführung eines Stücks über den Posener Arbeiteraufstand im Sept. 1956 mehrfach interniert. 1989 holte sie Mazowiecki als Ministerin für Kultur und Künste in sein Kabinett.
Als Kulturministerin hat sich I.C. vorgenommen, die Rolle des Ministers einzuschränken. Ziel sei es, vom Amtsträger zum Mäzen zu werden, und sich mit den Fachleuten zu bemühen, die wirkliche Kultur zu fördern und vor der Kommerzialisierung zu bewahren. Die Kultur solle der Vorbote der Rückkehr Polens nach Europa werden. Da im Gegensatz zu anderen Gesellschaftsbereichen in den letzten 45 Jahren sehr viel für die polnische Kultur getan worden sei, sei sie dazu auch in der Lage. Frau C. will sich bemühen "alles anzuerkennen, zu prämieren, zu promovieren, was von den Wurzeln her polnisch ist." Ein gemeinsames Europa ist ihre Vision, in dem "wir uns voneinander nur durch unsere Kulturen unterscheiden. Die Zivilisationsunterschiede sollen aufgehoben werden, demgegenüber sollen die Kulturunterschiede ausgeprägt sein, denn falls das Kulturleben nicht differenziert sein wird, wird diese Welt farblos sein" (taz 9.10.89).
Frau C. ist verheiratet. Als Lieblingsmaler nennt sie Joseph Brandt.
I.C. war bei unzähligen Gastspielen auch oft im westlichen Ausland. Mit Hannover, der Partnerstadt von Posen, ist sie besonders verbunden ("Oberbürgermeister Schmalstieg ist mein Freund").
Regiearbeiten u.a.: "Iphigenie auf Tauris" (68), "Tarelkins Tod" (73), "Giganten aus den Bergen" (73), "Nachtasyl" (74) "Jene" (75), "Wijuny" (76), "Das Schwitzbad" (78), "Judas aus Scharioth" (80), "Der Angeklagte: Juni 1956" (81), "Der Volksfeind" (82), "Morgenrot" (86), "Die Jungfräulichkeit" (86), "Friedhöfe" (88), "Tartuffe" (89). Auslandsregie: "Tarelkins Tod" (75) Slavic. Cult. Center USA, "Skiz" (76) Ufa, UdSSR.
Auszeichnungen: Preise für Regie bei den Theaterfestivals in Kalisz 1973 und 1980, 1976 und 1979 in Opole (Oppeln), 1976 in Wroclaw (Breslau). 1975 erhielt sie das Verdienstkreuz in Gold, 1976 die Medaille der Kommission für nationale Bildung sowie 1977 den Preis des Ministers für Kultur und Künste 2. Klasse.
Mitgliedschaften: I.C. war 1980-81 stellv. Vorsitzende des Verständigungsausschusses der Kulturschaffenden.
Ministerstwo Kultury i Sztuki, ul. Krakowskie Przedmiescie 15/17, 00-071 Warszawa