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MUNZINGER Sport

Petri Kokko

finnischer Eiskunstläufer (Eistanz)
Geburtstag: 21. Februar 1966 Helsinki
Klassifikation: Eiskunstlauf
Nation: Finnland
Erfolge/Funktion: Europameister 1995
Vizeweltmeister 1995
WM-Dritter 1994
Olympiavierter 1994, -sechster 1992

Internationales Sportarchiv 37/1995 vom 4. September 1995 (st)


Als erstes Paar aus dem Wintersportparadies Finnland gewannen Petri Kokko und seine langjährige Partnerin Susanna Rahkamo eine Medaille im Eistanz bei internationalen Meisterschaften. Die beiden aus Helsinki stammenden Eislaufvirtuosen nahmen (1992 in Albertville) als erste Sportler ihres traditionsreichen Landes in dieser Disziplin an Olympischen Winterspielen teil, als erstes Duo ihres Landes wurden beide Europameister. Kreativität und Musikalität zeichnen die Darbietungen der innovationsfreudigen Skandinavier aus, die seit Jahren mit großem Erfolg choreographisch beraten und betreut werden von Jorma Uotinen, dem Direktor des Finnischen Nationalballetts. Die Arbeit mit dem angesehenen Tanz- und Ballettexperten gab dem trainingsfleißigen Paar entscheidende Impulse.

Schon seit vielen Jahren pendeln Susanne Rahkamo und Petri Kokko zwischen ihrer Heimat Finnland und dem deutschen Eiskunstlauf-Leistungszentrum in Oberstdorf. Erfolgstrainer Martin Skotnicky steht ebenso wie Choreograph Jorma Uotinen hinter dem erstaunlichen Aufstieg des Paares aus Helsinki, das für den Helsingfors Skridskoklubb startet.

Am 1. Juli 1995 heiratete Petri Mikael Kokko seine langjährige Sportpartnerin Susanna Rahkamo, Tochter des Oberbürgermeisters der Stadt Helsinki. Schon vorher waren "Susu und Pete" nicht nur auf dem Eis, sondern auch im Leben ein Paar. Hobbys des 1,78 m großen und 71 kg schweren Studenten aus dem finnischen Vantaa sind Ballett, Radfahren und Tennis.

Laufbahn

Petri Kokko begann seine sportliche Laufbahn auf dem Eis erst im Alter von 14 Jahren beim Helsingfors Skridskoklubb. Fünf Jahre später, 1985, wurde das Eistanzpaar Rahkamo/Kokko gebildet, das sehr schnell zusammenfand und bereits ein Jahr später erstmals die finnische Landesmeisterschaft gewinnen konnte.

Im selben Jahr starteten beide erstmals bei den Europameisterschaften. Mit Rang 18 fiel die Premiere allerdings eher bescheiden aus. Auch das Weltmeisterschaftsdebüt endete mit Platz 20 wenig aufsehenerregend. Trotz erster Erfolge bei internat. Eistanz-Wettbewerben (1988 Sieg in Olmütz/ČSSR, dritter Rang beim Prague Skate, 1989 Rang zwei bei der Trophee Lalique, Rang fünf beim Skate Canada) mußten sich die Newcomer aus dem bisher auf der Eistanz-Landkarte nicht verzeichneten Finnland langsam und mühselig hochdienen in der bei vielen Preisrichtern seit Jahren festgeschriebenen Hierarchie.

1990 gelang den Schützlingen von Martin Skotnicky und Werner Lipowski sowie Choreograph Jorma Uotinen mit Rang sieben erstmals der Sprung unter die besten zehn Paare bei den Europameisterschaften. Bei den folgenden Weltmeisterschaften ertanzten beide sogar Rang sechs. Die Verbesserung innerhalb eines Jahres um sieben Ränge machte die Fachwelt aufmerksam. Der Sprung war zugleich Lohn für die intensive Trainingsarbeit von regelmäßig 30 Wochenstunden.

In der darauffolgenden Saison bestätigten die Finnen mit WM-Platz sieben und EM-Platz acht ihren Aufstieg in die Eistanzelite. Mit Tschaikowskys Symphonie Nummer 6 für den Freien Tanz und Gary Moores Midnight Blues im Originaltanz zeigten beide wieder einmal Interpretationen von sehr unterschiedlichen Musikwerken. 1993 präsentierten sie zunächst die Johann-Strauß-Komposition "Wein, Weib und Gesang", ehe sie sich im Kürprogramm dem "Valse Triste" von Jean Sibelius widmeten. 1992 nahmen beide als erste finnische Eistänzer an Olympischen Spielen teil und belegten Rang sechs in Albertville. EM-Rang sechs und WM-Platz fünf bestätigten den Aufstieg. Siege bei den internationalen Wettbewerben Skate Canada und Piruetten 92 stärkten das Ansehen bei den Preisrichtern.

1993 feierten Rahkamo/Kokko einen unvergeßlichen Abend: In Helsinki wurden sie bei ihrem ersten internationalen Medaillengewinn als Dritte der Europameisterschaften von ihren Landsleuten in der ausverkauften Halle stürmisch bejubelt. "Es ist das erste Mal nach mehr als 60 Jahren, daß Finnen eine Medaille bei einer Europameisterschaft gewonnen haben", meinte ein sichtbar stolzer Petri Kokko nach der Siegerehrung. Ebenso wie die zurückgetretenen französischen Weltmeister Isabelle und Paul Duchesnay verdankten die Finnen die Medaille der mehrjährigen Trainingsarbeit in Oberstdorf bei Martin Skotnicky.

Obwohl das skandinavische Paar bei der WM in Prag auf Platz vier zurückfiel, träumten Landsleute im Land der tausend Seen bereits von einer olympischen Goldmedaille für ihre Eistänzer. Doch in Lillehammer erfüllten sich die goldenen Hoffnungen nicht, die Konkurrenz aus Rußland sowie die nach einem Jahrzehnt zurückgekehrten Torvill/Dean erwiesen sich als zu stark (und zu prominent). Nachdem die Finnen schon bei der Europameisterschaft in Kopenhagen als Nummer vier gewertet wurden, blieben sie auch bei den Olympischen Winterspielen ohne Medaille. Nach einem großartigen Eistanz-Wettkampf blieb ihnen in Lillehammer nur Rang vier hinter Gritschuk/Platow, Usowa/Schulin und Torvill/Dean. Bei der nachfolgenden WM in Chiba/Japan ertanzten sie sich (nach dem erneuten Rückzug von Torvill/Dean) die schon bei Olympia erhoffte (Bronze-)Medaille.

Trotz der Olympiaenttäuschung blieben die Finnen auch in der nacholympischen Saison als Amateure auf dem Eis aktiv. Bei den Europameisterschaften in Dortmund erreichten Rahkamo/Kokko nach zehnjähriger harter Trainingsarbeit und vielen Enttäuschungen durch Preisrichter endlich das Ziel ihrer Wünsche. In Abwesenheit der "großen alten Meister" gewannen sie 1995 EM-Gold vor den Franzosen Moniotte/Lavanchy und dem neuen russischen Paar Krylowa/Owsiannikow. Bei der Weltmeisterschaft in Birmingham kehrten Gritschuk/Platow zwar auf den Eistanz-Thron zurück, doch Rahkamo/Kokko ertanzten sich als Vizeweltmeister ihre beste WM-Plazierung.

Karriere in Zahlen

Erfolge

Jahr  Weltmeisterschaft   Europameisterschaft  Olympische Spiele
1986:         -                    18.
1987:         20.                  18.
1988:         20.                  15.
1989:         13.                  11.
1990:          6.                   7.
1991:          7.                   8.
1992:          5.                   6.                6.
1993:          4.                   3.
1994:          3.                   4.                4.
1995:          2.                   1.

Vielfacher Finnischer Meister (seit 1986)
Sieger 1988 in Ölmütz/ČSSR
Sieger 1992 Skate Canada, Piruetten



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