Der Bosnier Edin Džeko wechselte 2007 als nahezu unbekannter Angreifer vom tschechischen Erstligisten FK Teplice zum VfL Wolfsburg. Bereits in seiner zweiten Bundesliga-Saison bildete er gemeinsam mit dem Brasilianer Grafite das gefährlichste Angriffsduo der Liga und hatte großen Anteil am überraschenden deutschen Meistertitel des VfL Wolfsburg 2009. Die Frankfurter Rundschau behauptete: "Der Wolfsburger Stürmer Edin Džeko hat das Zeug dazu, ein ganz Großer zu werden" (13.2.2009). In der Winterpause der Saison 2010/11 ging der Bosnier für eine Ablösesumme von 34 Mio. Euro zu Manchester City, wo er zweimal englischer Meister wurde. Als die Citizens immer mehr mit Weltklassestürmern "aufrüsteten", verlor er seinen Stammplatz und wechselte im Sommer 2015 zur AS Roma. In seiner zweiten Saison bei den Römern war Edin Džeko, der 2014 WM-Debütant mit seinem Land in Brasilien gewesen war, Torschützenkönig der Serie A. Trotz seiner inzwischen 35 Jahre wurde er 2021 innerhalb der Serie A zu Inter Mailand transferiert.
Laufbahn
Karrierebeginn in Bosnien und Tschechien Edin Džeko begann seine Vereinskarriere als Zehnjähriger bei FK Zeljeznicar Sarajevo, wo sein Vater Midhat, früher selbst ein professioneller Fußballer, als Trainer tätig war. Für den Klub absolvierte der schlaksige Youngster ab 2003 seine ersten Spiele in der ersten bosnischen Liga. Der tschechische Trainer von Sarajevo, Jiri Plisek, verhalf dem jungen Angreifer zu einem Engagement in Tschechien, indem er ihn dem FK Teplice empfahl. Dieser nahm den 19-Jährigen für die Saison 2005/06 für eine Ablösesumme von lediglich 80.000 Euro unter Vertrag.
In Tschechien wurde Edin Džeko allerdings noch vor Saisonbeginn an den Zweitligisten FK Ústí nad Labem ausgeliehen. Nach 15 Zweitligaspielen und sechs Toren kehrte er in der Winterpause nach Teplice zurück und kam in der Rückrunde in 13 Partien in der ersten Liga zum Einsatz, in denen ihm drei Treffer gelangen. In der folgenden Saison erzielte der 1,93 m große Angreifer in 30 Ligaspielen 13 Tore und wurde zum besten Ausländer in der tschechischen Gambrinus Liga gewählt.
Überraschender Wechsel zum VfL Wolfsburg Zur Saison 2007/08 wechselte Edin Džeko zum Bundesligisten VfL Wolfsburg. "Schnell verpflichten, ein Juwel", soll Wolfsburg Co-Trainer Bernd Hollerbach seinem Chefcoach Felix Magath empfohlen haben (zit. n. kicker, 15.12.2008). Von Magath als "Verpflichtung für die Zukunft" eingestuft (Unter Wölfen, 15.12.2007), musste sich der Stürmer zunächst mit der Jokerrolle als Einwechselspieler zufriedengeben. Seinen ersten Bundesligatreffer im Dress der "Wölfe" erzielte der Bosnier am 6. Spieltag beim 2:1-Auswärtserfolg bei Energie Cottbus, ab Dezember kam er zu seinen ersten Startelfeinsätzen. Insgesamt absolvierte er in seiner ersten Bundesligasaison 28 Ligaspiele und erzielte acht Tore. Mit den "Wölfen erreichte er das Halbfinale im DFB-Pokal und wurde Fünfter in der Liga.
Deutscher Meister mit Wolfsburg 2009 Im Verlauf der Hinrunde der Saison 2008/09 sicherte sich Džeko einen Stammplatz im Wolfsburger Team und wurde von Trainer Magath zu den besten Stürmern seiner Altersklasse in ganz Europa gezählt (kicker, 15.12.2008). An der Seite seines brasilianischen Sturmpartners Grafite spielte der Bosnier eine herausragende Saison, erzielte insgesamt 26 Saisontore, darunter neun Kopfballtore, weshalb ihn die Frankfurter Allgemeine Zeitung "das neue Kopfball-Ungeheuer" (23.2.2009) nannte. In der Bundesliga-Torschützenliste belegte Džeko Rang zwei hinter Grafite (28 Treffer); beide zusammen überboten mit 54 Toren den Rekord des Duos Gerd Müller und Uli Hoeneß (53) aus den Spielzeiten 1971/72 und 1972/73. Gemeinsam mit Grafite und Mittelfeldspieler Zvjezdan Misimović wurde Džeko von den Medien bereits als neues "magisches Dreieck" gefeiert. Die Frankfurter Rundschau urteilte über den Bosnier: "Džeko ist ein Paradestürmer: pfeilschnell, robust, technisch beschlagen – und er trifft" (13.2.2009). Ihre herausragende Saison krönten die Wolfsburger mit dem überraschenden Gewinn des deutschen Meistertitels.
Nach der fantastischen Saison des erst 23 Jahre alten Stürmers unterbreitete Edin Džekos erklärter Lieblingsverein AC Milan dem VfL Wolfsburg ein Angebot, doch die Niedersachsen ließen ihr Sturmjuwel nicht ziehen und verlängerten stattdessen Džekos Vertrag vorzeitig bis 2013. In der Spielzeit 2009/10 landete der amtierende Meister Wolfsburg lediglich auf Platz acht. Der Bosnier hingegen, der zunächst am Saisonbeginn unter "Ladehemmung" gelitten hatte, holte sich mit 22 Treffern die Torjägerkanone. Zudem erzielte er zwei Treffer im DFB-Pokal, vier in der Champions League, wo er mit den Wolfsburgern aber schon nach der Gruppenphase ausschied, sowie ein Tor in der Europa League. Wolfsburgs Trainer Lorenz-Günther Köstner, der den nach wenigen Monaten entlassenen Armin Veh bis zum Saisonende ersetzt hatte, prophezeite angesichts der starken Individualleistungen des Bosniers, er sei ein "kommender Weltfußballer" (SZ, 29.3.2010). Sein früherer Trainer Magath meinte: "Er hat die Fähigkeiten, in die Kategorie eines Wayne Rooney oder anderer Champions-League-Stürmer vorzustoßen" (kicker, 22.3.2010) und der kicker sah in Džeko, einen "wie van Basten" (ebd.).
Wechsel zu Manchester City im Januar 2011 Im Sommer 2010 hoffte Džeko auf einen Wechsel zu einem Topklub, doch da kein Klub bereit war, die vom VfL geforderte Ablösesumme von 40 Mio. Euro zu investieren, blieb der Bosnier in Niedersachen. "Džeko traurig, Wolfsburg froh", titelte die Süddeutsche Zeitung (2./3.6.2010). Um den wechselwilligen Star in die Pflicht zu nehmen, wurde Džeko zu Saisonbeginn 2010/11 das Amt des Mannschaftsführers beim VfL übertragen. Doch nachdem der 24-Jährige in der Hinrunde in 17 Spielen zehn Tore erzielt hatte, ließ der VfL seinen Stürmer in der Winterpause dann doch ziehen. Der englische Premier-League-Klub Manchester City zahlte nach Medienberichten eine Ablösesumme von 34 Mio. Euro für den Stürmer, der damit als der bis dahin teuerste Transfer der Bundesligageschichte galt. Bei den "Citizens" unterschrieb der Bosnier einen Vertrag bis 2015.
"Für Edin Džeko ist es das Beste, seine Karriere in England fortzusetzen, weil ihm der Spielstil dort sehr gut liegt" (www.fifa.com, 8.1.2011), meinte der damalige bosnische Nationaltrainer Safet Sušic. Allerdings verlief Džekos Start beim neuen Verein holprig. Er blieb lange ohne Torerfolg und erzielte insgesamt nur zwei Treffer. Während er in der Meisterschaft mit ManCity auf Platz drei landete, holte er sich mit dem FA Cup gleich im ersten Jahr auf der Insel seinen ersten Titel, allerdings kam der Bosnier beim 1:0-Finalerfolg gegen Stoke City nicht zum Einsatz.
Englischer Meister 2012 und 2014 Die Saison 2011/12 begann für Edin Džeko furios. Nach zwei Toren in den ersten beiden Ligaspielen steuerte er beim 5:1-Sieg am dritten Spieltag gegen Tottenham Hotspur gleich vier Treffer bei. Beim 6:1-Kantersieg im Stadtderby gegen den amtierenden Meister Manchester United traf er zweimal. Obwohl er in den letzten Saisonspielen oft nur noch Kurzeinsätze absolvierte, trug er mit 14 Treffern in 30 Ligaspielen maßgeblich zum ersten Meistertitel von Manchester City nach mehr als 40 Jahren bei. Am letzten Spieltag der Saison brachte der erst nach 69 Minuten eingewechselte Džeko sein Team mit seinem Treffer zum 2:2 in der ersten Minute der Nachspielzeit gegen die Queens Park Rangers wieder auf Titelkurs. In einem dramatischen Saisonfinale sorgte Džekos Stürmerkollege Sergio Agüero kurz darauf für das 3:2, womit ManCity den Stadtrivalen ManUnited noch überflügelte.
In der Saison 2012/13 pendelte Edin Džeko zwischen Bank und Spielfeld. 16 Einsätzen in der Startelf standen 16 Einwechslungen gegenüber (14 Saisontore). Nachdem die "Citizens" in der Champions League bereits nach der Gruppenphase gescheitert waren, reichte er für das Team von Trainer Roberto Mancini in der Meisterschaft zu Platz zwei hinter Manchester United. Auch in der Spielzeit 2013/14 besserte sich die Lage des Stürmers nicht. Er saß in der Hinrunde oft nur auf der Bank und erzielte bei 13 Einsätzen auch nur vier Tore. In der Rückrunde allerdings fehlte er nur in einer einzigen Partie und hatte mit seinen zwölf Treffern wesentlichen Anteil am Gewinn des englischen Meistertitels.
Die Saison 2014/15 lief für Džeko, der seinen Vertrag vor Saisonbeginn vorzeitig bis zum 2018 verlängert hatte, gar nicht nach Wunsch. In den ersten zehn Partien gelang dem nur als Edeljoker eingesetzten Stürmer lediglich ein Doppelpack am 6. Spieltag gegen Hull City. Im November zog sich der inzwischen 28-Jährige eine Wadenverletzung zu und fiel wochenlang aus und kam nach seiner Rekonvaleszenz in der Rückrunde nur einmal über 90 Minuten zum Einsatz. In den letzten sieben Partien durfte er gerade einmal eine Minute spielen.
2015 Wechsel zur AS Roma und Torschützenkönig 2017 Im Sommer 2015 wechselte Edin Džeko für eine Ablösesumme von knapp 20 Mio. Euro zum italienischen Spitzenklub AS Roma. Bei seinem neuen Verein wurde der euphorisch empfangene Neuzugang als "der lange ersehnte Stoßstürmer" (kicker, 6.8.2015) angesehen. Doch die in ihn gesetzten hohen Erwartungen erfüllte der Bosnier zunächst nicht, in der Hinrunde kam er lediglich auf drei Tore, insgesamt auf magere acht Treffer. "Der Fußball in Italien ist völlig anders. Wir müssen uns eben noch finden", sagte Džeko (kicker, Champions League Extra, 2016), der von den Fans bereits den Beinamen "Edin Cieco" ("cieco" bedeutet im Italienischen "blind") bekommen hatte (SZ, 30.11.2016).
In seiner zweiten Saison in Italien fand sich Edin Džeko viel besser zurecht. "Ich habe etwas Zeit benötigt", meinte er und ergänzte: "Hier geht es viel mehr um Taktik, jede Mannschaft denkt erst einmal defensiv. Für einen Stürmer ist es brutal schwer, wenn hinten immer sieben, acht Gegenspieler stehen. Ich musste viel lernen" (kicker, 24.11.2016). In den ersten zehn Saisonspielen gelangen dem Torjäger unter Coach Luciano Spalletti zehn Tore und auch im weiteren Saisonverlauf traf er regelmäßig. Am Saisonende wurde er mit seinem Klub italienischer Vizemeister und holte sich mit 29 Treffern die Torjägerkanone in der Serie A.
Champions-League-Halbfinalist 2018 In der Saison 2017/18 sorgte die AS Roma unter dem neuen Trainer Eusebio Di Francesco vor allem in der Champions League für Furore. Nach erfolgreich überstandener Gruppenphase (gegen Chelsea und Atlético Madrid) verloren die Römer im Viertelfinale das Hinspiel beim FC Barcelona mit 1:4, schafften im Rückspiel aber das "Wunder von Rom" und zogen nach einem 3:0 noch ins Semifinale ein. Džeko steuerte sowohl das Auswärtstor in Spanien als auch einen Treffer beim 3:0-Sieg im Rückspiel bei. Im Semifinale blieb nach einer 2:5-Niederlage beim FC Liverpool das zweite Wunder aus, es reichte diesmal im Rückspiel nur zu einem 4:2-Sieg. In der Serie A wurde der bosnische Stürmerstar (16 Saisontore) mit der Roma mit großem Rückstand auf Juventus Turin und Napoli Dritter.
An die Leistungen aus den beiden vorangegangenen Spielzeiten konnten weder sein Verein noch Edin Džeko in der Saison 2018/19 anschließen. In der Champions League scheiterte Rom im Achtelfinale am FC Porto und auch in der Serie A verabschiedete man sich früh aus dem Titelrennen, auch weil der bisherige Torgarant, der als erster Ausländer seit 22 Jahren zum Kapitän seines Teams ernannt worden war, Ladehemmung hatte und nur auf neun Saisontore kam. Die AS Roma, die im März mit Claudio Ranieri einen neuen Trainer verpflichtet hatte, verpasste schließlich als Sechste den Einzug in die Champions League.
Europa-League-Halbfinalist 2021 Unter dem neuen Trainer Paulo Fonseca war Edin Džeko in der Saison 2019/20 mit 16 Ligatreffern bester Torschütze seines Klubs, der sich allerdings als Fünfter erneut nicht für die Champions League qualifizierte. In der Europa League hatte die AS Roma die Gruppenphase erfolgreich absolviert, in der wegen der Coronavirus-Pandemie erst im Sommer 2020 ausgetragenen und zudem auf ein Spiel verkürzten K.-o.-Phase schied der Spielführer mit seiner Mannschaft im Achtelfinale gegen den FC Sevilla mit 0:2 aus.
In der Serie A rutschte Džeko mit seinem Verein in der Saison 2020/21 immer mehr ins Mittelmaß ab. Die Römer lagen am Saisonende nur auf Rang sieben und damit außerhalb einer Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb. Umso überraschender waren die Auftritte in der Europa League. Im Verlauf des Wettbewerbs erzielte Džeko, der im Laufe der Saison zeitweise mit Coach Fonseca im Clinch gelegen und die Kapitänsbinde nicht ganz freiwillig abgegeben hatte, auf dem Weg ins Halbfinale drei Tore, konnte dann aber trotz zweier weiterer Treffer das Aus gegen Manchester United nicht verhindern.
2021 Wechsel zu Inter Mailand und Pokalsieger 2022 Im Sommer 2021 verabschiedete sich Edin Džeko nach sechs Spielzeiten von der AS Roma, auch wenn ihn der neue Coach José Mourinho gerne behalten hätte. Nach 119 Toren in 260 Spielen für die Römer – damit war er hinter Francesco Totti(307) und Roberto Pruzzo (138) drittbester Torschütze der Vereinsgeschichte – führte ihn der Weg zum Ligakonkurrenten Inter Mailand, der ihn als Ersatz für Romelu Lukaku verpflichtete. Anfängliche Kritik aus Fachkreisen, die die Verpflichtung des Altstars bereits als "aktionistische, simple Lösung ohne Weitblick" (kicker, 12.8.2021) bewertet hatten, ließ der Neuzugang mit sechs Toren in den ersten sieben Spielen schnell verstummen. Im weiteren Saisonverlauf folgten allerdings nur weitere sechs Treffer. Inter belegte in der Meisterschaft am Ende hinter dem Lokalrivalen AC Milan Platz zwei, in der Champions League scheiterte das das Team von Coach Simone Inzaghi in der ersten K.-o.-Runde am FC Liverpool. Dafür gewann Inter das italienische Pokalfinale (4:2 nach Verlängerung gegen Juventus Turin), für Džeko war dies sein erster Titelgewinn in Italien.
Auch in der Saison 2022/23 war der inzwischen 36-jährige Edin Džeko von Beginn an eine fixe Größe bei den Mailändern, die aber eine enttäuschende Hinrunde spielten und nach 15 Spieltagen nur auf dem fünften Tabellenplatz lagen.
A-Länderspieldebüt im Juni 2007 Edin Džeko durchlief ab der U15 die Auswahlmannschaften des bosnischen Fußballverbandes NFSBIH. Nach Einsätzen für die U17-, U19- und U21-Nationalmannschaft absolvierte er am 2. Juni 2007 sein erstes A-Länderspiel für Bosnien-Herzegowina und erzielte im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei gleich sein erstes Länderspieltor. Bosnien-Herzegowina verpasste allerdings als Gruppendritter die Qualifikation für die EM-Endrunde 2008. In der anschließenden WM-Qualifikation traf Džeko neunmal und war damit gemeinsam mit Englands Wayne Rooney zweitbester Torschütze in der Europa-Qualifikation. Bosnien-Herzegowina schaffte zwar den Einzug in die Play-offs der besten Zweitplatzierten, nach zwei 0:1-Niederlagen gegen Portugal wurde die Teilnahme an der WM-Endrunde in Südafrika letztlich aber verpasst. Auch für die EURO 2012 konnten sich Džeko & Co. nicht qualifizieren. Zwar lag die Überraschung nach dem Führungstor von Edin Džeko in der letzten Partie gegen Frankreich zum Greifen nah, doch letztlich musste Bosnien-Herzegowina wieder in die Play-offs und unterlag dort erneut Portugal.
WM-Teilnahme 2014 In der Qualifikationsrunde für die Fußball-WM 2014 gelang Bosnien-Herzegowina als Gruppenerstem die direkte Qualifikation für die Endrunde in Brasilien, zu der Džeko mit zehn Treffern maßgeblich beitrug. Beim Turnier in Brasilien allerdings scheiterten die Bosnier nach Niederlagen gegen Argentinien (1:2) und Nigeria (0:1) vorzeitig. Im bedeutungslosen dritten Gruppenspiel gegen Iran erzielte Džeko beim 3:1-Sieg das 1:0 und erhielt danach die Auszeichnung als "Man of the match". Im Anschluss an das WM-Turnier wurde Džeko von Nationaltrainer Safet Sušic zum neuen Kapitän der bosnischen Auswahl bestimmt.
Für weitere Großereignisse konnte sich Bosnien-Herzegowina nach der WM-Teilnahme 2014 zunächst nicht qualifizieren. Obwohl das Teilnehmerfeld für die EM-Endrunde 2016 auf 24 Teams aufgestockt worden war, verpasste das Team um Kapitän Džeko als Gruppendritter hinter Belgien und Wales den direkten Einzug in die Endrunde und scheiterte dann auch in den Play-offs an Irland. In der Qualifikationsrunde zur WM 2018 wurden die Bosnier nur Gruppendritte hinter Belgien und Griechenland und die folgende EM-Qualifikation beendete das Team lediglich als Gruppenvierter, wobei der Topstürmer selbst lediglich drei Tore beisteuerte.
Letztlich chancenlos war Edin Džeko mit der bosnischen Nationalmannschaft auch in der Qualifikation für die WM 2022. Nach starkem Beginn (u. a. mit Unentschieden in Finnland und Frankreich) lagen die Bosnier im Kampf um Platz zwei noch auf Kurs, doch letztendlich lag das Team mit nur einem Sieg und sieben Punkten nur auf dem vierten Platz. Damit verpasste der 36-jährige Džeko, inzwischen Rekordspieler und -torschütze seines Landes (126 Länderspiele, 64 Tore, Stand: Ende 2022) wohl seine letzte Chance auf eine Teilnahme an einem Großereignis.
Qualitäten als Stürmer Roms Trainer Luciano Spalletti sagte einmal über seinen damaligen Topstürmer: "Wenn ein Trainer sich einen Stürmer machen könnte, dann würde ich mir einen Džeko machen. Er ist der perfekte Prototyp: stark, groß, schnell für seine Größe, aggressiv und er hat eine gute Technik" (www.uefa.com, 10.1.2017). Und Manuel Pellegrini, der Džeko in Manchester trainierte, meinte hinsichtlich seiner Qualitäten: "Edin hat bewiesen, dass er auf die eine entscheidende Chance lauern kann. Er trifft zwar nicht in jedem Spiel, hängt sich für die Mannschaft aber immer voll rein" (ebd.).
In seiner letzten Zeit bei der AS Roma entdeckte Džeko eine neue Variante für sein Spiel, als er nicht mehr ausschließlich als Stoßstürmer agierte, sondern etwas zurückgezogen als Spielmacher und Torjäger. "Džekos Technik erlaubt ihm das", fand auch der kicker (Sonderheft Champions League 2021/22). Inter-Legende Roberto Boninsegna sagte über den Bosnier nach dessen Wechsel zu Inter Mailand: "Džeko ist ein kompletter, großartiger Angreifer und eine ideale Lösung" (ebd.).
Informationen und Meldungen zum weiteren Fortgang der Karriere siehe Journal
Persönliches
Kindheit und Familie: Edin Džeko wurde in Sarajevo geboren und wuchs in den Wirren des Bürgerkriegs auf dem Balkan bei seinen Eltern Midhar und Belma Džeko gemeinsam mit seiner älteren Schwester Merima auf. "Ich war sechs Jahre alt, als der Krieg in Ex-Jugoslawien ausbrach, es war eine schwere Zeit. […]. Auch konnte ich in meinem ersten Schuljahr insgesamt nur drei Monate zum Unterricht gehen. Die Angst war immer dabei", erzählte er dem Vereinsmagazin Unter Wölfen (9.4.2008). Der Bosnier spricht er neben Bosnisch, Tschechisch und Deutsch auch fließend Englisch und Italienisch.
Seit 2012 ist Edin Džeko mit der zwei Jahre älteren bosnischen Schauspielerin Amra Silajdžić liiert, die aus ihrer ersten Ehe mit dem serbischen Unternehmer Vladimir Vicentijević Tochter Sofija mit in die Beziehung brachte. Nach der Geburt ihres ersten gemeinsamen Kindes – Tochter Una kam im Februar 2016 zur Welt – heirateten sie im Juli desselben Jahres. Inzwischen hat das Paar zwei weitere Kinder, Sohn Dani (geb. 2017) und Tochter Dalia (geb. 2020).
Persönlichkeit und Freizeitaktivitäten: Im November 2009 wurde Džeko als erster Bosnier zum UNICEF-Botschafter ernannt und besucht regelmäßig vom Krieg betroffene Schulen und Kinder. Gerade Kinder liegen ihm sehr am Herzen. Džeko ist gläubiger Moslem, hat aber ein paar abergläubische Marotten. So betritt er das Spielfeld stets zuerst mit dem rechten Fuß, nie mit dem linken. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, er schaut sich aber auch gerne Filme an. "Ich bin ein großer Fan von amerikanischen Serien und Filmen, das entspannt mich", erklärte der Fußballprofi, der auch eine große Sammlung von DVDs hat (https://sport.avaz.ba, 13.3.2015). Auf den sozialen Medien ist der Bosnier, der Ćevapčići als seine Lieblingsspeise bezeichnet, ebenfalls sehr aktiv. Ende 2021 wurde bekannt, dass der Bosnier um die kroatische Staatsbürgerschaft angesucht und sie auch bekommen hat.
Adresse
c/o Fenerbahçe Istanbul, Bagdat Cad., No:2B, Fenerbahce Sukru Saracoglu Stadium, 34724 Kadiköy/Istanbul, Türkei, Tel.: +90 216 5421907, Internet: www.fenerbahce.org/fbfutbol/
c/o Bosnia and Herzegovina Football Federation, Bulevar Meše Selimovića 95, 71000 Sarajevo, Bosnien-Herzegowina, Tel.: +387 33 276676, E-Mail: info nsbih@nsbih.ba, Internet: www.nfsbih.ba
Karriere in Zahlen
Stand: 29.11.2022
Stationen:
1996 - 2005:
|
FK Zeljeznicar Sarajevo
|
Aug. 2005 - Dez. 2005:
|
FK Ústí nad Labem (ausgeliehen von Teplice)
|
2005 - 2007:
|
FK Teplice
|
2007 - Jan. 2011:
|
VfL Wolfsburg
|
Jan. 2011 - 2015:
|
Manchester City
|
2015 - 2021:
|
AS Rom
|
ab 2021:
|
Inter Mailand
|
Liga-Statistik:
Saison |
Verein |
Liga |
Spiele |
Tore |
2003/04
|
FK Zeljeznicar
|
1.
|
27
|
4
|
2004/05
|
FK Zeljeznicar
|
1.
|
13
|
1
|
2005/06
|
FK Usti nad Labem
|
2.
|
15
|
6
|
|
FK Teplice
|
1.
|
13
|
3
|
2006/07
|
FK Teplice
|
1.
|
30
|
13
|
2007/08
|
VfL Wolfsburg
|
1.
|
28
|
8
|
2008/09
|
VfL Wolfsburg
|
1.
|
32
|
26
|
2009/10
|
VfL Wolfsburg
|
1.
|
34
|
22
|
2010/11
|
VfL Wolfsburg
|
1.
|
17
|
10
|
|
Manchester City
|
1.
|
15
|
2
|
2011/12
|
Manchester City
|
1.
|
30
|
14
|
2012/13
|
Manchester City
|
1.
|
32
|
14
|
2013/14
|
Manchester City
|
1.
|
31
|
16
|
2014/15
|
Manchester City
|
1.
|
22
|
4
|
2015/16
|
AS Rom
|
1.
|
31
|
8
|
2016/17
|
AS Rom
|
1.
|
37
|
29
|
2017/18
|
AS Rom
|
1.
|
36
|
16
|
2018/19
|
AS Rom
|
1.
|
33
|
9
|
2019/20
|
AS Rom
|
1.
|
35
|
16
|
2020/21
|
AS Rom
|
1.
|
27
|
7
|
2021/22
|
Inter Mailand
|
1.
|
36
|
13
|
2022/23*
|
Inter Mailand
|
1.
|
15
|
6
|
* Stand: 15. Spieltag
|
Erfolge:
126 Länderspiele für Bosnien (64 Tore) |
4 U21-Länderspiele (1 Tor) |
5 U19-Länderspiele |
43 Spiele tschechische Gambrinus Liga (16 Tore) |
17 Spiele zweite tschechische Liga (6 Tore) |
111 Bundesligaspiele (66 Tore) |
130 Premier-League-Spiele (50 Tore) |
250 Serie-A-Spiele (104 Tore) |
68 Champions-League-Spiele (28 Tore) |
39 Europa-League-Spiele (21 Tore) |
9 UEFA-Cup-Spiele (4 Tore) |
Deutscher Meister 2009 |
Sieger FA-Cup 2011 |
Englischer Meister 2012 und 2014 |
Italienischer Vizemeister 2017, 2022 |
Italienischer Pokalsieger 2022 |
Sieger League Cup 2014 |
Auszeichnungen:
Bundesliga-Torschützenkönig 2009/10 (22 Treffer) |
Zweiter der BL-Torschützenliste 2008/09 (26 Treffer) |
Torschützenkönig Serie A 2016/17 (29 Treffer) |
Torschützenkönig Europa League 2016/17 (8 Treffer) |
Bester ausländischer Spieler in der tschechischen Gambrinus Liga 2006/07 |
Sportler des Jahres 2009 in Bosnien |
Dritter bei der Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres 2009 |
Fußballer des Jahres in Bosnien 2009, 2010 und 2011 |
Journal
Ergänzungen aus MA-Journal. Die nachfolgenden Meldungen werden bei der nächsten redaktionellen Bearbeitung in den Text integriert.
24. Mai 2023: Fußball, Coppa Italia 2022/23: Inter Mailand (Trainer: Simone Inzaghi) gewinnt durch einen 2:1-Erfolg im Finale über den AC Florenz den italienischen Pokalwettbewerb.
Juni 2023: Edin Džeko wechselt ablösefrei von Inter Mailand zum türkischen Verein Fenerbahce. Dort erhält er einen Zweijahresvertrag bis 2025.
10. Juni 2023: Fußball, Champions League 2022/23, Finale in Istanbul: Manchester City (Trainer: Pep Guardiola) setzt sich durch ein Tor von Rodri mit 1:0 gegen Inter Mailand (Trainer: Simone Inzaghi) durch und gewinnt erstmals die Champions League.