John Thune
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Internationales Biographisches Archiv
John Randolph Thune wurde am 7. Jan. 1961 in Pierre (South Dakota) geboren und wuchs mit vier Geschwistern in Murdo auf. Seine Mutter war Schulbibliothekarin und stammte aus Kanada. T.s Vater, der 100 Jahre alt wurde, arbeitete als Lehrer und Basketball-Trainer; er war der Sohn eines Immigranten aus Norwegen.
Wie sein Vater war auch T. in der Jugend ein exzellenter Sportler (u. a. Basketball und Leichtathletik). Nach Abschluss der Jones County High School 1979 studierte er an der privaten christlichen Biola University in Kalifornien, wo er 1983 den Bachelor-Grad als Betriebswirt erwarb. 1984 erlangte er an der University of South Dakota den MBA-Abschluss (Master of Business Administration).
Politische AnfängeBei einem Highschool-Basketballturnier begegnete T. dem republikanischen Kongressabgeordneten James Abdnor, der sein Mentor wurde und 1981-1987 im US-Senat den Bundesstaat South Dakota vertrat. T. war ab 1985 als dessen Mitarbeiter im Senat tätig und folgte Abdnor 1987, als dieser zum Leiter der Small Business Administration in Washington/DC ernannt wurde, einer Behörde zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen. 1989 kehrte T. in seine Heimat zurück, wo er zunächst Geschäftsführer der Republican Party in South Dakota wurde, 1991-1993 als Direktor der staatlichen Eisenbahnverwaltung fungierte und danach bis 1996 Geschäftsführer der South Dakota Municipal League war, einer überparteilichen Einrichtung zur Förderung der Kommunen.
Bei den US-Kongresswahlen 1996 gewann T. mit 58 % der Stimmen das Mandat für South Dakota im Repräsentantenhaus, wo der Prärie-Bundesstaat aufgrund der niedrigen Bevölkerungszahl nur über einen einzigen Sitz verfügte. 1998 und 2000 wurde er mit 75 % bzw. 73 % wiedergewählt, schied aber wie versprochen Anfang 2003 nach drei Legislaturperioden als Abgeordneter aus.
US-Senator für South DakotaBei den Kongresswahlen vom Nov. 2004 holte T. im zweiten Anlauf eines der beiden Mandate seines Heimatstaates im US-Senat und eroberte den früher von Abdnor gehaltenen Sitz zurück, indem er den damaligen Fraktionschef der Demokraten, Tom Daschle, knapp mit 51:49 % besiegte. Seine Wiederwahl 2010 gewann der populäre, telegene T. ohne Konkurrenz, bei nachfolgenden Senatswahlen wurde er mit 72 % (2016) bzw. 70 % (2022) für weitere sechs Jahre bestätigt. Als evangelikaler Christ positionierte er sich gegen Abtreibungen und gleichgeschlechtliche Ehen, wurde insgesamt aber dem moderaten Establishment in seiner Partei zugerechnet. In der Senatsfraktion übernahm er Führungsaufgaben als stellv. Fraktionsgeschäftsführer (Chief Deputy Whip) ab 2007, als Vorsitzender des Republican Policy Committee (ab 2009) und schließlich als Republican Conference Chairman (2012-2019). Als Vorsitzender des Senatsausschusses für Handel, Wirtschaft und Verkehr (2015-2019) handelte er mehrere überparteiliche Kompromisse aus.
Im Jan. 2019 stieg er zum Geschäftsführer der Mehrheitsfraktion (Majority Whip) unter dem langjährigen Fraktionschef
Ebenfalls im Nov. 2020 gewann der Demokrat
McConnells Strategie, die Partei von Trump wegzuführen, ohne die Basis zu verprellen, wo der Rechtspopulist weiterhin großen Rückhalt genoss, ging am Ende nicht auf. Bei den Kongress-Zwischenwahlen 2022 schnitten von Trump unterstützte radikale Bewerber/innen zwar schlechter ab als erwartet, T. selbst blieb hierbei unangefochten von Versuchen des Ex-Präsidenten, parteiinterne Konkurrenz zu mobilisieren. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 trat Trump jedoch erneut an und entschied die Vorwahlen seiner Partei für sich. T. hatte im Vorwahlkampf seinen Fraktionskollegen Tim Scott unterstützt, der aber frühzeitig aufgab. Obwohl gegen Trump vier Strafverfahren liefen und er in einem sogar verurteilt wurde (wegen Bilanzfälschung), gewann er auch die Präsidentenwahl am 5. Nov. 2024 gegen die amtierende Vizepräsidentin
Mehrheitsführer der Republikaner im SenatMitte Nov. 2024 wurde T. zum künftigen Fraktionschef in der Nachfolge McConnells gewählt, der aus Gesundheitsgründen nicht mehr antrat. T. setzte sich in der zweiten Wahlrunde gegen John Cornyn durch, nachdem der vom Trump-Lager favorisierte Senator Rick Scott aus Florida bereits in der ersten Runde durchgefallen war. Obwohl auch T. sich zuletzt um eine Annäherung an Trump bemüht hatte, wurde seine Wahl in der Presse als "Zeichen der Unabhängigkeit" der Senatsfraktion (NZZ Int., 15.11.2024) oder gar als "erste Niederlage" des designierten Präsidenten (SZ, 15.11.2024) gedeutet, der für den Fall, dass seine Kabinettsliste im Bestätigungsverfahren des Senats auf Widerstand stoßen sollte, einen Verfahrenstrick ins Spiel brachte: sog. "recess appointments" (Ernennungen in Sitzungspausen). Diese unverhohlene Drohung wurde als "Angriff auf die Gewaltenteilung in den USA" gewertet (NZZ Int., 21.11.2024). Der erzkonservative Sprecher des Repräsentantenhauses,
Als sich Anfang Jan. 2025 der neue Senat konstituierte, löste T. den Demokraten
T. lebt mit seiner Frau Kimberley Weems-Thune, die er 1984 heiratete, in Sioux Falls, der größten Stadt in South Dakota. Das Paar hat zwei Töchter und fünf Enkelkinder. T. ist immer noch ein passionierter Läufer, zudem geht er gerne auf Fasanenjagd.
Internet: https://www.johnthune.com
c/o United States Senate, 511 Dirksen Senate Office Building, Washington, DC 20510, U.S.A., Tel.: +1 202 224-2321, Internet: https://www.senate.gov