Alexander Hegarth
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Internationales Biographisches Archiv
Karl Alexander Hegarth war der Sohn des Dresdner Opernsängers Hilmar H. Er besuchte in Dresden die Schule bis zum Abitur und wurde anschließend zum Kriegsdienst (bei den Funkern) einberufen. Nach dem Krieg absolvierte er ein Schauspielstudium bei Rudolf Vogel in München und unterzog sich außerdem 1950 noch einer Gesangsausbildung. Von 1946-48 trat er im Stadttheater Konstanz auf, wo er u.a. neben Curt Götz und Valerie von Martens in der deutschen Uraufführung des Götz-Stückes "Das Haus in Montevideo" auf der Bühne stand. Von 1948-52 gehörte er dem Hörspielensemble des Südwestfunks an und trat gleichzeitig im Stadttheater Baden-Baden auf. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren von 1952-55 die Städtischen Bühnen Gelsenkirchen, von 1955-56 die Bühnen der Hansestadt Lübeck, von 1956-59 die Volksbühne in Ost-Berlin. In Ost-Berlin stand er verschiedentlich auch vor der Fernsehkamera. 1959 ging er in den Westen zurück und trat bis 1960 an der Komödie in Basel auf. In den nächsten beiden Jahren bis 1962 gab er Gastspiele an den Bühnen Münster, Oberhausen und Basel und gehörte dann von 1962-66 dem Ensemble der Münchner Kammerspiele an. Ab 1966 arbeitete er als freier Schauspieler und Regisseur. Seit 1957 hat er auch sehr viel für das Fernsehen gearbeitet.
Wichtigste Theaterrollen H.s waren u.a. 1948 der Chlestakow im "Revisor" (Gogol) am Stadttheater Baden-Baden, 1950 der Hugo in "Schmutzige Hände (Sartre) in Baden-Baden, 1952 der Dubedat in Shaws "Arzt am Scheideweg" in Gelsenkirchen, 1954 der Teufel in "Jedermann" (Gelsenkirchen), 1955 der "Mustergatte" in Lübeck, 1956 der Flieger im "Guten Menschen von Sezuan" (Brecht, Lübeck). 1959 hatte er besonderen Erfolg im "Ritter von Mirakel" (Lope de Vega, Volksbühne Ost-Berlin), 1960 als Christian Maske im "Snob" (Sternheim) an den Städtischen Bühnen Münster, 1961 als Bluntschli in den "Helden" (Shaw) in Oberhausen, 1962 als Kardinal von Paris in "Der Nachfolger" (Raffalt) an den Münchner Kammerspielen, 1963 als Berg in "Aktion T. 4" (Mommertz) im Werkraumtheater der Münchner Kammerspiele, 1964 als Bandi Grosz in "Die Geschichte von Joel Brand" (Kipphardt/Weißberg), ebenfalls in München. 1957 verkörperte er den Bertrand in "Napoleon oder die 100 Tage" von Grabbe bei den Festspielen in Recklinghausen. Theatertourneen unternahm er mit "Der Walzer des Toreros" (74), "Wer sah ihn sterben?" (76), "Der Mann mit den Narzissen" (77) und "Das späte Fräulein Pimpernell" (1983; Regie und Mitspieler).
H. hat auch vielfach für das Theater inszeniert, z.B. 1954 "Bezauberndes Fräulein" (Benatzky), "Ingeborg" (Goetz) und "Mein Sohn, der Herr Minister" (Birabeau) an den Städtischen Bühnen Gelsenkirchen, 1955 "In guten und in schlechten Tagen" (Watkyn), "Der Mustergatte" und "Ingeborg" in Lübeck, 1978 die "Frau im Morgenrock" an der Stuttgarter Komödie im Marquardt sowie 1979 Pinters "Betrogen" am Stadttheater Klagenfurt und Flatows "Der Mann, der sich nicht traut" an den Städtischen Bühnen in Lübeck, ferner 1983 "Das späte Fräulein Pimpernell" in Stuttgart.
Aus der Vielzahl seiner Fernsehrollen seien erwähnt: der Jacques in Shakespeare "Wie es euch gefällt" (58), der Carlos in Goethes "Clavigo" (59), der Harry Domela in Luderers "Der Fall Domela" (59), der Klingenberg in "Geld kennt keine Grenzen" (65), der Zahnarzt in "Die Hinrichtung" (Merz/Qualtinger; 66), der Anwalt in "Rette sich, wer kann" (66), der Willy in Pinters "Teaparty" (67), der Genosse Kommissar in "Johannes durch den Wald" (68), der Robert in "Ein Abend zu zweit" (69), der Graf in Anouilhs "Ardele oder das Gänseblümchen" (70), der Cap. Toussaint in "Bericht einer Offensive" (70), der Rieger in "Mordanschlag" (72), der v. Criegern in "Steig ein und stirb" (73), der Lotz in "Plus minus Null" (74), der Herr Winterhoff in "Intermezzo für fünf Hände" (Härtling; 76), der Dr. Schweigert in "Das Projekt Honnef" (77), der Vater Rosenmund in "Schwarz und weiß wie Tage und Nächte" (78), der Dr. Schulze-Festberg in "Was wären wir ohne uns" (79). Man sah ihn außerdem in verschiedenen Serien und TV-Mehrteilern, darunter die "Tatort"-Serie, "Der Alte" und in "Die Buddenbrooks".
H. hat auch viel als Hörfunk- und Synchronsprecher gearbeitet. Filmrollen hatte er in
Nach längerem Junggesellendasein war H. mit der Regieassistentin Renate Köhler und der Schauspielerin Gudrun Velisek (geschieden 1983) verheiratet.
Unerwartet starb H. am 14. Nov. 1984 auf einer Tournee mit der Züricher "Bühne 64" in Gummersbach an einem Herzinfarkt. Er wurde von Mitgliedern seiner Schauspieltruppe in seinem Zimmer tot aufgefunden.