Sean Dundee
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Erfolge/Funktion: | Bundesligaspieler |
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Internationales Sportarchiv
Ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW
Selbst Ausnahme-Torjäger wie Gerd Müller (15 Tore 1964/65) Rudi Völler (9 Tore 1980/81) oder Jürgen Klinsmann (15 Tore 1984/85) waren in ihrem ersten Bundesligajahr nicht so erfolgreich wie der für den Karlsruher SC spielende Sean Dundee. Der aus der Regionalliga Süd ins Fußball-Oberhaus gewechselte Südafrikaner avancierte in seiner ersten Saison mit 16 Treffern zu einem der Shooting-Stars der Spielzeit 1995/96 und weckte damit Hoffnungen auf eine große Karriere.
Dundee, bei 1,87 m Größe und 78 kg Gewicht etwas schlaksig wirkend, bringt eine absolut professionelle Einstellung mit, zeigt Einsatz und Spielverständnis, ist schnell, technisch versiert und kopfballstark. Der nach einem australischen Filmhelden schnell "Crocodile" genannte Dundee (seine Karriere weist einige Parallelen zu der von Nationalspieler Fredi Bobic auf) ist ein unermüdlicher Kämpfer, Rackerer und aggressiver Draufgänger, nach eigenem Bekunden aber keiner, "der drei Gegenspieler umhaut und den Ball dann ins Tor schießt". Sein Mitspieler Manfred Bender urteilte Ende 1995: "Er ist im Augenblick der stärkste Kopfballspieler der Liga. Und wenn er eine Chance hat, dann macht er sie eiskalt rein."
Sean Dundee, der mit seiner Unbekümmertheit manchmal wie ein kleiner Junge wirkt ("Er sieht aus, als könnte er kein Wässerchen trüben", schrieb der kicker), ist außerhalb des Spielfeldes ein ruhiger, zurückhaltender Typ. In Karlsruhe steht der schwarzhaarige Lockenkopf, der die Leidenschaft für den Fußball von seinem ebenfalls als Fußballer aktiven Vater erbte, in der Gunst der Fans ganz oben. Bester Beweis dafür ist die Tatsache, daß sein Trikot mit der Nummer 12 neben dem von Thomas Häßler zum Renner wurde. Der Abiturient Dundee (Notenschnitt 2,1), dessen familiäre Wurzeln in Schottland und Irland liegen, hört gerne Soulmusik.
Sean Dundee spielte schon als kleiner Junge immer nur Fußball, die eigentlichen Sportarten der Weißen in Südafrika (Rugby und Cricket) interessierten ihn indes überhaupt nicht. "Der Ball gehörte zum kleinen Dundee aus Durban wie die Windeln", schrieb die Stuttgarter Zeitung über die Anfänge seiner Fußballerlaufbahn, "Ich war verrückt nach Fußball. Seit ich drei bin, habe ich immer einen Ball bei mir gehabt", sagt er selbst. Doch seinem Traum, Berufsfußballer zu werden, standen nicht nur die Eltern entgegen, die auf einen guten Schulabschluß drängten, sondern auch die Tatsache, daß der Fußball in Südafrika hinter Rugby und Cricket nur ein Schattendasein führte und es richtigen Profifußball gar nicht gab. Doch Dundee ließ sich nicht beirren, jagte weiterhin dem Ball hinterher und schoß für seinen Stammverein D'Alberton Carries FC Tore wie am Fließband - zuletzt als Halbprofi über 20 Saisontreffer in der südafrikanischen Liga. Sein Ziel, einen Profivertrag in Deutschland oder England zu erhalten, verlor der von Beginn an stets im Sturm spielende Dundee nicht aus den Augen.
Über einen Kontaktmann entstand die Verbindung zum Zweitligisten Stuttgarter Kickers, wo Dundee, dessen Eltern ihn eigentlich gar nicht nach Deutschland gehen lassen wollten, im Herbst 1992 auftauchte und einen Kontrakt als Vertragsamateur erhielt. Der damalige Kickers-Trainer Rolf Schafstall, als erfahrener Coach mit großem Fußballsachverstand geltend, war überrascht vom Talent des jungen Mannes: "Sehr kopfballstark, sehr laufstark, mit einem gesunden Drang zum Tor. Das, was er für sein Alter schon alles mitbringt, hat mich überrascht. Dieser Dundee ist zweifellos ein Riesentalent." Diese Einschätzung stand jedoch in krassem Widerspruch zu den Einsätzen, die Dundee bei den Kickers erhielt. Er kam über die Rolle des Ersatzspielers nicht hinaus (sieben Einsätze ohne Tor) und wurde teilweise sogar in die zweite Mannschaft abgeschoben. Deshalb wechselte er (wie vor ihm auch Bobic) in der Winterpause der Saison 1993/94 von Degerloch zum damaligen Amateuroberligisten TSF Ditzingen, dessen Coach Michael Feichtenbeiner Co-Trainer bei den Kickers gewesen war und Dundee von daher kannte und schätzte. In Ditzingen konnte Dundee sein Können voll entfalten, vor allem seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellen. Nachdem er bis zur Sommerpause noch fünf Treffer markiert hatte, erzielte er in der Saison 1994/95 24 Tore für seinen Klub und wurde hinter Jonathan Akpoborie zweitbester Regionalliga Torschütze.
Damit zog Sean Dundee das Interesse zahlreicher Profivereine auf sich und neben den Kickers, die ihn jetzt gerne zurückgeholt hätten, bemühten sich der 1. FC Nürnberg, der VfB Stuttgart, 1860 München, Bayer Leverkusen, der Karlsruher SC und Bayern München um das Talent. Der Wechsel nach München schien schon sicher (Dundee hatte bereits mündlich zugesagt), als KSC-Trainer Winfried Schäfer ihn den Bayern doch noch wegschnappte. Ausschlaggebend dafür war nicht zuletzt KSC-Keeper Claus Reitmaier, mit dem Dundee seit gemeinsamen Tagen bei den Stuttgarter Kickers eine enge Freundschaft verbindet. Zunächst angesichts der großen Stürmerkonkurrenz (Adrian Knup, Sergej Kirjakow, Edgar Schmitt) nur Ersatz und schon aufgrund der Ausländerklausel (Knup, Kirjakow und Slaven Bilic besetzten die drei Plätze für Nicht-EG-Ausländer) nur im zweiten Glied stehend, erzielte das "Schnäppchen" Dundee (der KSC mußte lediglich 250.000 DM Ablösesumme zahlen) im Oktober 1995 bei seinem siebten Kurzeinsatz gegen Uerdingen zwei Tore. Auch bei seinen folgenden Einsätzen traf er jeweils und sicherte sich so einen Stammplatz. Dundee, der rasch zum gefragten Medienstar avancierte, dem der Rummel um seine Person aber eher unangenehm zu sein scheint, wurde Torschützenkönig (16 BL-Treffer 1995/96) seiner Mannschaft und trug überdies wesentlich dazu bei, daß der KSC 1996 das deutsche Pokalfinale erreichte. Nachdem Slaven Bilic im November 1995 den Klub in Richtung England verlassen und damit einen Ausländerplatz freigemacht hatte, erhielt Dundee einen Profivertrag.
Auch der südafrikanische Nationaltrainer Clive Barker, den er schon seit seiner Jugend kennt, wurde auf Dundee aufmerksam und berief ihn in sein Aufgebot. Nachdem Dundee aus Termingründen bereits zuvor einmal ein Länderspiel abgesagt hatte, sollte er im Dezember 1995 gegen Deutschland sein Debüt für Südafrika feiern. Doch mittlerweile hatte ihn der KSC auf eine mögliche Einbürgerung angesprochen und sogar Bundestrainer Vogts ihm eine spätere Berufung in die deutsche Nationalmannschaft in Aussicht gestellt. Deshalb verzichtete Dundee schließlich auf seine Länderspielpremiere für Südafrika (die ihm den Einsatz für Deutschland für immer versperrt hätte) und bemühte sich um einen deutschen Paß. "In Karlsruhe fühle ich mich wohl, Karlsruhe ist meine Heimat", nannte er als Grund für seine Entscheidung, die er auch im Interesse seines Arbeitgebers traf, dem er nicht zumuten wollte, daß er bei Länderspielreisen in die Heimat längere Zeit fehlen würde. In Großbritannien verbreitete Meldungen, denen zufolge er wegen seiner irischen Vorfahren künftig für Irland spielen werde, wies Dundee zurück.
Informationen und Meldungen zum weiteren Fortgang der Karriere siehe Journal
Juni 1997:
c/o Karlsruher SC, Adenauerring 17, 76131 Karlsruhe
bis Sept. 1992: | D'Alberton Carries FC (Südafrika) |
1992 - Ende 1993: | Stuttgarter Kickers |
Ende 1993 - 1995: | TSF Ditzingen |
seit 1995: | Karlsruher SC |
32 Bundesligaspiele |
16 BL-Tore |
DFB-Pokalfinalist 1996 |
Ergänzungen aus MA-Journal. Die nachfolgenden Meldungen werden bei der nächsten redaktionellen Bearbeitung in den Text integriert.
Dezember 1996:
November 1997:
Mai 1998:
Juli 1999: Der VfB Stuttgart verpflichtet für 4,5 Mio.
Juni 2003:
Juni 2004:
Mai 2006:
Januar 2007: Nach einem halben Jahr bei Kickers Offenbach wird