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Sven Morlok

Sven Morlok

deutscher Betriebswirt und Politiker (Sachsen); stellv. Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (2009-2014); FDP
Geburtstag: 5. Mai 1962 Stuttgart
Nation: Deutschland - Bundesrepublik

Internationales Biographisches Archiv 02/2016 vom 12. Januar 2016 (kg)


Blick in die Presse

Herkunft

Sven Morlok wurde am 5. Mai 1962 in Stuttgart geboren. Er wuchs in der Winzergemeinde Untergruppenbach bei Heilbronn auf.

Ausbildung

Nach fachgebundener Hochschulreife und anschließendem Wehrdienst absolvierte M. 1983-1985 eine Ausbildung zum Bankkaufmann in Heilbronn. 1985 nahm er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Mannheim auf, das er nach der deutschen Vereinigung (3.10.1990) 1992 mit einer Diplomarbeit an der Technischen Universität Dresden abschloss (Dipl.-Kaufmann).

Wirken

Frühes Engagement in der FDPM., der sich schon früh bei Stadt- und Kreisjugendring ehrenamtlich engagierte, trat 1980 während der sozialliberalen Bundesregierung unter Kanzler Helmut Schmidt (SPD) und Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) der bundesdeutschen Freien Demokratischen Partei (FDP) bei. Nach eigenem Bekunden interessierten ihn damals v. a. die Positionen der FDP zur Innen- und Rechtspolitik. Er soll sich damals gegen die Nachrüstung der NATO mit Pershing II-Mittelstreckenraketen ausgesprochen haben, nahm später aber die Haltung ein, dass diese Maßnahme richtig gewesen sei. Als Mitglied des FDP-Jugendverbandes Junge Liberale (JuLis) reiste er nach der sog. Wende (Mauerfall 11/1989) noch zu DDR-Zeiten mehrmals nach Sachsen. Beim Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart 1990 wurde M. vom Bundesvorstand der JuLis mit der politischen Aufbauarbeit in der DDR betraut. Im selben Jahr noch organisierte er einen Kongress zur Vereinigung der beiden liberalen Jugendverbände im Berliner Reichstag, wo er auch in den Bundesvorstand der JuLis gewählt wurde. 1992/1993 führte er als Landesvorsitzender den sächsischen JuLi-Ableger, die Jungliberale Aktion Sachsen (JuLiA).

Wechsel in die WirtschaftSeine Berufslaufbahn begann M. 1992 bei der Dresdner Niederlassung der Treuhandanstalt (THA), die für die Abwicklung der ehemaligen volkseigenen Betriebe der DDR zuständig war. Nach der Auflösung der THA blieb M. bei deren Nachfolgeinstitution Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS). 1996 kündigte er bei der BvS und nahm eine Anstellung als Assistent der Geschäftsführung bei der Rohr- und Anlagenbaufirma RAB in Leipzig an. Dort stieg er 1999 zum Geschäftsführer auf. Im April 2006 verließ er das Unternehmen, das inzwischen in NACAP GmbH umbenannt worden war. Im März 2007 übernahm M. zusammen mit dem sächsischen Landtagsabgeordneten Christian Steinbach (CDU) einen Anteil von 49 % an dem Leipziger Bauunternehmen POMMER Spezialbetonbau GmbH, in dessen Leitung er als zweiter Geschäftsführer eintrat.

Mitglied des LandtagesNeben seiner beruflichen Tätigkeit setzte M. seine politische Karriere in der sächsischen FDP fort, wo er 1999-2002 zunächst als Beisitzer im Landesvorstand der FDP fungierte. 2002 wurde er dann zum Schatzmeister im Landesvorstand (bis 2010) und 2004 zum Kreisvorsitzenden in Leipzig (bis 2011) gewählt. Für seine Partei zog er 2004 auch in den Leipziger Stadtrat ein (Schwerpunkte dort: Wirtschaft und Finanzen). Zur Landtagswahl am 19. Sept. 2004 kandidierte M. erstmals für den Sächsischen Landtag, in den er im Oktober einzog. Die FDP schaffte damals mit 5,9 % der abgegebenen Stimmen (1999: 1,1 %) und sieben Abgeordneten nach zehn Jahren parlamentarischer Abstinenz in Sachsen erstmals wieder den Sprung ins Landesparlament. Die Mehrheitsverhältnisse führten indes zur Bildung einer Großen Koalition aus CDU und SPD unter Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und zwangen die FDP in die Opposition. M. übernahm das Amt des stellv. Fraktionsvorsitzenden (bis 2009) neben Holger Zastrow, trat dem Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr bei und arbeitete im zweiten Untersuchungsausschuss mit.

Stellv. Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und VerkehrBei den Kommunalwahlen 2009 war M. erneut in den Stadtrat von Leipzig gewählt worden, doch nahm er das Mandat nicht mehr an. Denn bei der sächsischen Landtagswahl am 30. Aug. 2009 konnte sich die FDP mit einem Stimmenanteil von 10,0 % (+4,1) weiter steigern. Eines der 14 (+7) FDP-Mandate fiel erneut an M. Stärkste Partei wurde mit 40,2 % und 58 von insgesamt 132 Sitzen wieder die CDU, die seit 1990 den Ministerpräsidenten stellte. Mit Blick auf die Bundestagswahl am 27. Sept. entschied sich Sachsens CDU für ein Bündnis mit der FDP. Am 16. Sept. präsentierten die beiden Parteien ihre Koalitionsvereinbarungen. Nachdem der Partei- und Fraktionsvorsitzende der sächsischen Liberalen, Zastrow, aus privatwirtschaftlichen Gründen auf einen Regierungsposten verzichtet hatte, wurde M. am 30. Sept. - einen Tag nach Ministerpräsident Tillich - als stellv. Regierungschef sowie als Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr vereidigt. Er folgte damit auf den SPD-Politiker Thomas Jurk. Seit 1. Okt. 2009 war M. auch einer der Vertreter Sachsens im Bundesrat.

Nach Ansicht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (20.12.2013) fiel es M. anfangs nicht leicht, Neues aufzubauen. "Manche Geste geriet ihm zu groß, manches Wort zu gewaltig - etwa die Aussage, dass Sachsen in absehbarer Zeit zum Geberland im Länderfinanzausgleich werde". Das rief Kritik selbst beim Koalitionspartner CDU hervor, Experten vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung bezeichneten diese Einschätzung als "illusorisch" (vgl. www.mdr.de, 11.2.2010). Später habe er aber "Statur gewonnen" und daran mitgewirkt, dass von Schwarz-Gelb angekündigte Projekte auch umgesetzt wurden, "von der Verschlankung der Verwaltungsstrukturen bis zur Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz" (WELT, 7.10.2013).

"Plötzlich höchster Liberaler" (FAZ, 20.12.2013) und "der letzte seiner Art" (SZ, 14.2.2014), so schrieben Medien über den FDP-Minister der einzigen noch verbliebenen schwarz-gelben Koalition in Deutschland, nachdem die FDP mit 4,8 % der Stimmen bei der Bundestagswahl im Sept. 2013 zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Einzug ins Parlament verpasst hatte und M. als einziger Liberaler Redezeit im Bundestag bekam. Als Mitglied des Bundesrates durfte er jederzeit im Parlament das Wort ergreifen - und tat dies u. a. in der Debatte über die Rentenpläne der Bundesregierung Anfang 2014.

Bei der Landtagswahl in Sachsen am 31. Aug. 2014 wurde die CDU mit 39,4 % der Stimmen erneut stärkste Partei vor der Partei DIE LINKE (18,9 %), der SPD (12,4 %) und der erst 2013 gegründeten Alternative für Deutschland (AfD), die auf Anhieb mit 9,7 % der Stimmen in den Landtag einzog. Die FDP kam nur noch auf 3,8 % der Stimmen und zog nicht in den Landtag ein, was gleichzeitig auch das Ende der CDU-FDP-Koalition bedeutete. M. schied aus dem Landtag und dem Kabinett aus. Tillich, der am 12. Nov. 2014 erneut zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, bildete eine Große Koalition mit der SPD. Nachfolger von M. als stellv. Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr wurde Martin Dulig (SPD).

Im Herbst 2014 wurde M. erneut in den Leipziger Stadtrat gewählt und vertrat ab 18. Dez. 2014 als fraktionsloser Stadtrat, zusammen mit René Hobusch, die FDP in dem kommunalen Gremium.

Familie

Der ledige M., der sich selbst als "waschechter Schwabe" bezeichnete, ließ sich 1997 in Leipzig nieder. Während seiner Schul- und Studienzeit spielte er im Verein Schach sowie Tischtennis und war bei der DLRG u. a. Ausbilder. In seiner Freizeit läuft er gern.

Mitgliedschaften

Ämter/Mitgliedschaften u. a.: Stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der Leipziger Unternehmen PUUL GmbH, Aufsichtsratsmitglied der Lecos GmbH sowie der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH, Ehrenamt im FDP-eigenen Dienstleistungsunternehmen Lisa Service GmbH (Geschäftsführer in der Eigenschaft als Landesschatzmeister) und des liberalen Bildungswerks Wilhelm-Külz-Stiftung (Mitgl. im Verwaltungsrat), Mitglied im Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW), im Unternehmerrat BMW Leipzig und im Unternehmerkonvent Sachsen, Arbeitgebervertreter im Vorstand der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland (ab Aug. 05).

Adresse

Paulinerweg 41, 04299 Leipzig, Tel.: 0341 877-2563

c/o Sven Morlok, FDP im Leipziger Stadtrat, Martin-Luther-Ring 4-6, 04109 Leipzig, E-Mail: morlok@fdp-leipzig.de, Internet: www.sven-morlok.de



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