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Andreas Guenther

Andreas Guenther

österreichischer Schauspieler
Geburtstag: 18. September 1973 Graz
Nation: Österreich

Internationales Biographisches Archiv 37/2021 vom 14. September 2021 (fe)
Ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 17/2024


Blick in die Presse

Herkunft

Andreas Guenther wurde am 18. Sept. 1973 in Graz geboren und wuchs die ersten drei Jahre auf einen Bauernhof auf. Er hat einen älteren Bruder. 1976 trennte sich die Mutter vom Vater, der alkoholabhängig und gewalttätig war, und zog mit ihren Söhnen nach Konstanz am Bodensee, wo die drei in bescheidenen Verhältnissen lebten. Als die Mutter an einem anderen Ort noch einmal eine Ausbildung begann, kam G. mit 14 Jahren in eine Pflegefamilie (vgl. SZ, 10./11.4.2021).

Ausbildung

G. besuchte die Waldorfschule in Überlingen (Bodensee) und entdeckte dort bei Theateraufführungen seine Begeisterung für das Schauspiel. Nach dem Abitur zog er 1996 nach München und arbeitete u. a. als Fahrer und Produktionsassistent bei einer Filmproduktionsfirma, als Möbelpacker, Autowäscher und Barkeeper. Von 1997 bis 2000 nahm er privaten Schauspielunterricht und besuchte Schauspiel-Workshops. Während G. als Fahrer bei einem "München-Tatort" tätig war, erzählte er dem damaligen Regieassistenten Markus Herling, dass er Schauspieler werden wolle.

Wirken

Ein halbes Jahr später wurde G. von Herling für die Hauptrolle in dessen erstem Kurzfilm "Martin – Das erste Mal" (1998) besetzt. Dies ebnete G. den Weg zu weiteren Engagements. 1999 feierte er sein Kinodebüt in einer Nebenrolle in Stefan Ruzowitzkys "Horrorthriller "Anatomie", 2000 überzeugte er in einer Hauptrolle in Johannes Fabricks TV-Thriller "Einsatz in Hamburg – Tod am Meer" als krimineller Jugendlicher. 2003 fiel er mit einer starken Leistung in Ute Wielands ProSieben-Thriller "Eiskalte Freunde" als Jurastudent, der über seine Verhältnisse lebt und sich in ein Netz von Lügen verstrickt, auf und spielte auf der Leinwand in Kadir Sözens Low-Budget-Drama "Gott ist tot" an der Seite von Götz George. 2005 stand er auf der Besetzungsliste von Jutta Brückners gelobtem Kino-NS-Melodram "Hitlerkantate". Daneben erhielt G. immer wieder Rollen in TV-Serien wie "Mit Herz und Handschellen", "SK-Kölsch", "Die Gerichtsmedizinerin" oder "Der Dicke". Dennoch war die berufliche Karriere des Mimen mit dem kantigen Gesicht und der rauen Stimme ein ständiges Auf und Ab mit oft nur wenigen Drehtagen im Jahr, so dass er 2008 ans Aufgeben dachte und nach Konstanz zurückgehen wollte, um als Barkeeper zu arbeiten.

Dann erhielt G. jedoch das Angebot, in dem geplanten neuen Rostocker "Polizeiruf 110" neben Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau als Kriminalhauptkommissare Bukow und König die Rolle des ehrgeizigen Oberkommissars Anton Pöschel, der gern über das Ziel hinausschießt und dabei immer wieder auf die Nase fällt, zu übernehmen. Die erste Episode kam im April 2010 auf den Bildschirm. Ab 2016 war G. in der ARD erstmals auch im "Kroatien Krimi" als smarter Pilot Kai Benning und Dauerfreund von Kommissarin Branka Marić zu sehen. 2018 wurde er in der österreichischen Krimireihe "Blind ermittelt" als Nikolai Falk Chauffeur und Helfer des ehemaligen Chefinspektors Alexander Haller (Philipp Hochmair), der bei einem Bombenanschlag auf seine damalige Lebensgefährtin sein Augenlicht verloren hat und nun in Wien auf eigene Faust Verbrechen aufklärt.

Parallel dazu war der mittlerweile zum gefragten Krimistar avancierte G. auch in zahlreichen anderen Kino- und TV-Produktionen zu sehen, darunter Tobias Wiemanns romantische Kinokomödie "Großstadtklein" (2013), Carlo Rolas TV-Epos "Götz von Berlichingen" (2014), die vielfach ausgezeichnete VOX-Erfolgsserie "Club der roten Bänder" (2015), Dror Zahavis zweiteiliges ZDF-Melodram "Familie!" (2016), Markus Herlings TV-Familienkomödie "Opa wird Papa" (2018) und Herlings Komödie "Papa auf Wolke 7" (2020). G. selbst sagte einmal über seine Rollen, "am liebsten seien ihm innerlich zerrissene Personen, weil er sich da mit sich selbst auseinandersetzen müsse" (vgl. Südkurier, 5.7.2019.)

Seit Febr. 2021 ist G. gemeinsam mit SWR3-Moderator Kristian Thees in dem Podcast "Große Klappe – aus dem Leben eines Schauspielers" zu hören.

Familie

2001 zog G. nach Berlin. Seinen Urlaub verbringt er vorzugsweise am Bodensee, wo er in Konstanz auch mal im Lokal eines Freundes aushilft. In seiner Freizeit schaut er am liebsten TV-Serien und spielt Golf. Er besitzt die österreichische und die deutsche Staatsbürgerschaft.

Werke

TV u. a.: "Einsatz in Hamburg – Tod am Meer" (00), "Der Briefbomber" (00), "Sektion – Die Sprache der Toten" (02), "Eiskalte Freunde" (03), "Gott ist tot" (03), "Alltag" (03), "Schwer verknallt" (03), "Eine Frage des Gewissens" (06), "Kahlschlag" (07), "Vorzimmer zur Hölle" (09), Polizeiruf 110" (ab 10), "Und dann kam Wanda" (14), "Götz von Berlichingen" (14), "Eins ist nicht von dir" (15), "Familie!" (16; Zweiteiler), "Tatort – Auf einen Schlag" (16), "Der Kroatien Krimi" (ab 16), "Opa wird Papa" (18), "Blind ermittelt" (ab 18), "Papa auf Wolke 7" (20); dazu zahlr. weitere Serien, darunter "Mit Herz und Handschellen" (05), "SK-Kölsch" (06), "Der Dicke" (07), "Die Gerichtsmedizinerin" (08), "Großstadtrevier" (12), "Letzte Spur Berlin" (13), "Club der roten Bänder" (15), "Notruf Hafenkante" (18), "Schuld" (19).

Kino u. a.: "Martin – Das erste Mal" (98; Kurzfilm), "Anatomie" (99), "Baltic Storm" (03), "Hitlerkantate" (05), "Schöner Leben" (06), "FC Venus" (06), "Zweiohrküken (09), "Großstadtklein" (13).

4. Mai 2024: ARD: "Unschuldig - Der Fall Julia B." (Deutschland 2022). Produzent: Iris Kiefer. Regie: Ute Wieland. Buch: Florian Oeller, nach einer Vorlage von Matthew Arlidge und Chris Lang. Darsteller: Emily Cox (Julia Brandt), Thomas Loibl (Max Kauth), Jan Krauter (Jan Brandt), Katharina Marie Schubert (Katrin Voss), Christina Große (Jessica Strobeck), Mehdi Meskar (Naveed Nawawi), Gerti Drassl (Marie Weixler), Peter Schneider (Hannes Weixler), Eloi Christ (Felix Weixler), Luna Jordan (Betty Voss), Sonja Weißer (Sophie), Bettina Burchard (Meike Kirchhoff), Sebastian Weiss (Steffen Kirchhoff), Andreas Guenther (Klaus Theissen), Barbara Philipp (Nicole Schilling), Seyna Sylla (Isabelle), Anja Lais (Svenja Posliki). Inhalt: Fünf Jahre, nachdem eine Lehrerin wegen Mordes an einem Schüler verurteilt wurde, tauchen Beweise für ihre Unschuld auf, die eine Revision des Urteils nach sich ziehen. Die freigelassene Lehrerin muss jedoch auch weiterhin mit Beschuldigungen leben und findet nur bei einer Freundin Unterstützung. Derweil kämpft auch der Kommissar, der den Todesfall neu untersucht, nach einem traumatischen Erlebnis mit seinen Dämonen. Zweiteiliger Krimi. (film-dienst 17/2024)

Adresse

c/o Velvet Management, Admiralstraße 20, 10999 Berlin, Tel.: 030 3926078, E-Mail: info@agentur-velvet.de, Internet: www.agentur-velvet.de

Internet: http://www.andreas-guenther.net/de/



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