Andrea Borella dominierte zusammen mit seinem Landsmann Mauro Numa die internationale Florettszene in den 80er Jahren. So gibt es keinen Titel, den der gebürtige Venezianer aus Mestre nicht schon mindestens einmal gewonnen hätte. Nach einem kurzen Tief meldete er sich 1990 mit dem Masters-Sieg eindrucksvoll in der Weltelite zurück.
Der dunkelhaarige, abseits der Planche lässig und locker auftretende Italiener hat mit einer Körpergröße von 1,91 m einen enormen Reichweitenvorteil gegenüber seinen Konkurrenten. Der 80 kg schwere Italiener pflegt einen athletischen und offensiven Fechtstil.
Andrea Borella, dessen Vetter Fabio Zotto 1976 olympisches Gold im Florettfechten gewann, studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Rom, unterbrach seine Ausbildung jedoch wegen seiner sportlichen Ambitionen.
Laufbahn
Andrea Borella begann im Alter von sechs Jahren mit dem Fechtsport. Zu Hause im venezianischen Mestre, wo 1516 die erste Fechtschule der Welt entstand, erlernte er bei Maestro Livio die Rosa die hohe Schule des traditionsreichen Wettkampfes mit dem Degen. In seinem Verein Fiamme Oro di Roma trainiert Borella mit hochkarätigen Partnern wie Mauro Numa, dem Olympiasieger von 1984. Mit Numa und Frederico Cervi gewann Borella von 1978 bis 1980 den Mannschaftstitel bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Von 1976 bis 1979 qualifizierte er sich stets für die Endrunde der Einzelkonkurrenz. Er steigerte sich vom sechsten Rang über zwei Silbermedaillen zum Gewinn der Junioren-WM 1979.
Andrea Borella feierte bereits im Juniorenalter seine ersten internationalen Erfolge im Seniorenbereich. Mit der italienischen Nationalmannschaft gewann er 1977 und 1979 Silber bei den Welttitelkämpfen. Bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau konnte er seine Medaillensammlung nicht erweitern. Als Wehrdienstleistender wurde er wegen der Boykottforderung der Regierung von der Armee für das olympische Turnier nicht freigestellt. Der Durchbruch Borellas zur Weltspitze war jedoch nicht aufzuhalten, und so reihte sich in den 80er Jahren Titel an Titel, sei es bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften oder Weltcup-Veranstaltungen.
Karriere in Zahlen
Erfolge
Junioren-Weltmeisterschaften:
1978: |
Weltmeister (Mannschaft) |
1979: |
Weltmeister (Mannschaft)
Weltmeister (Einzel)
|
1980: |
Weltmeister (Mannschaft) |
Weltmeisterschaften:
1977: |
Zweiter (Mannschaft) |
1979: |
Zweiter (Mannschaft) |
1981: |
Zweiter (Mannschaft) |
1982: |
Dritter (Mannschaft) |
1985: |
Weltmeister (Mannschaft)
Siebter (Einzel)
|
1986: |
Weltmeister (Mannschaft)
Weltmeister (Einzel)
|
1987: |
Fünfter (Mannschaft) |
1989: |
Vierter (Mannschaft) |
1990: |
Weltmeister (Mannschaft)
Zweiter (Einzel)
|
Olympische Spiele:
1984: |
Olympiasieger (Mannschaft)
Fünfter (Einzel)
|
Weltcup:
1984: |
Weltcupsieger |
1986: |
Zweiter |
1987: |
Weltcupsieger |
1989: |
Weltcupsieger |
Europameisterschaften:
1981: |
Europameister (Einzel) |
1982: |
Dritter (Einzel) |
1983: |
Europameister (Einzel) |
Weitere Erfolge:
1987: |
Europacupsieger |
1990: |
Masterssieger |