Sir Richard N. Gale
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Internationales Biographisches Archiv
Richard Nelson Gale war der Sohn einer Australierin; sein Vater stammte aus Yorkshire. Er erhielt seine Schulbildung in Aldenham und besuchte später das Royal Military College in Sandhurst. Mit dem Worcestershire Regiment rückte er als Leutnant 1915 ins Feld und nahm in Frankreich am Ersten Weltkrieg bis zum Ende teil. Seine weitere militärische Laufbahn vollzog sich vornehmlich im Auslandseinsatz. Fast 18 Jahre lang war er in Indien stationiert, wo er auch das Staff College in Quetta besuchte. In dieser Zeit bereiste er auch Hongkong, Japan und China.
1936 kehrte er nach England zurück. Seit 1930 Hauptmann bei dem Duke of Cornwalls Light Infantry Rgt., wurde G. 1938 bei den Royals Inniskilling Füsilieren Major und hatte bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gerade den Rang eines Oberstleutnants erreicht.
In diesem Krieg zeichnete sich G. vornehmlich als Kommandeur von Fallschirm- und Luftlandeeinheiten aus, die im Zweiten Weltkrieg zu wichtigen Operationen verwendet wurden. Als Brigadegeneral führte er zunächst die von ihm aufgestellte 1. Fallschirmbrigade und wurde später Kommandeur der 6. britischen Luftlandedivision, den sog. "Roten Teufeln", mit denen er am 6. Juni 1944 mehrere Stunden vor der ersten großen Angriffswelle der Alliierten auf das von deutschen Truppen besetzte Frankreich 200 km südlich der Hauptfront in der Normandie an Land ging. Er war der erste alliierte General, der in Frankreich landete. Seine Soldaten nannten den äußerlich bärbeißigen Gale (was auf deutsch Sturm bedeutet) deshalb "Windy".
Gegen Ende des Krieges befand sich G., der 1943 zum Generalmajor befördert worden war, als stellv. Kommandeur der 1. Alliierten Luftlandearmee an der deutschen Westfront und erlebte den Waffenstillstand als Kommandierender General des 1. britischen Luftlande-Korps.
Im Zuge der Demobilisierung kehrte G. nach England zurück und übernahm die 1. britische Infanterie-Division. 1947 wurde er dann zum Generalleutnant befördert und 1948 als Befehlshaber der britischen Truppen in der Suezkanalzone nach Ägypten entsandt, nachdem er vorher ein Jahr lang im Generalstab tätig gewesen war. Schon 1949 kehrte er wieder in die Heimat zurück, um die Leitung der Abteilung für militärische Ausbildung im Kriegsministerium zu übernehmen.
Nach dreijähriger Tätigkeit in London löste G. Ende Sept. 1952 den bisherigen Befehlshaber der britischen Rheinarmee und neuen Chef des Empire-Generalstabes, Sir John Harding, ab. Als im Dez. 1952 im Bereich des Atlantik-Pakt-Kommandos Mitteleuropa zwei Heeresgruppenkommandos geschaffen wurden, erhielt G. den nördlichen Befehlsbereich. G. behielt diese Stellung, bis er Ende Dez. 1956 durch Generalleutnant Sir Dudley Ward abgelöst wurde. Am 21. Sept. 1958 übernahm G. als Nachfolger Feldmarschall Montgomerys das Amt des stellv. Oberkommandierenden der NATO-Streitkräfte in Europa (SHAPE). In dieser Eigenschaft weilte G. im März 1959 in Bonn. Im Sept. 1960 wurde er auf diesem Posten durch Sir Hugh Stockwell ersetzt und ging in Pension.
G. schrieb die Bücher "With 6th Airborne Division in Normandy", "The Worcestershire Regiment", "Battles of the Bible", "Cale to Arms" (68; Autobiographie) und "Kings at Arms" (71).
Neben seinen militärischen Aufgaben zeigte G. besonderes Interesse für zentralasiatische und fernöstliche Fragen und war aus diesem Grunde Mitglied der Royal Central Asian Society.
G. war ab 1953 in zweiter Ehe mit Daphne Mabelle Eveline Blick verheiratet. Seine erste Frau Ethel Maud Larnack Keene war 1952 gestorben. Beide Ehen blieben kinderlos. G. starb am 29. Juli 1982 im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Kingston-on-Thames.