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Wissen, das zählt.


KLG

Hanns-Josef Ortheil

Geburtstag: 5. November 1951
Nation: Deutschland

von Töteberg, Michael



Hanns-Josef Ortheil - Biogramm

Stand: 01.03.2023

Hanns-Josef Ortheil, geboren am 5. 11. 1951 in Köln-Lindenthal. Aufgewachsen in Wuppertal und Mainz. Studium der Philosophie, Germanistik, Musikwissenschaft und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Mainz. Promotion 1976 mit einer Dissertation über die geschichtsphilosophische Theorie des Romans. 1976 bis 1988 Assistent am Deutschen Institut der Universität Mainz, seitdem freier Autor. Teilnahme am Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt 1978 und 1982. Studienaufenthalte in Rom und Paris. Writer in Residence an der Washington University in St. Louis 1988, Gastdozentur für Poetik an der Universität Paderborn 1993/94 und an der Universität Heidelberg 1998. Mitglied im PEN-Zentrum der Bundesrepublik Deutschland und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. 2003 übernahm Ortheil die erste Professur für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Deutschland an der Universität Hildesheim. 2009 wurde er dort Direktor des neu gegründeten Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft. 2015 übernahm er an der Kunsthochschule für Medien Köln eine Dozentur für Literarisches Schreiben. Ortheil ist seit 1983 mit der Verlegerin Imma Klemm, der Enkelin des Lyrikers Wilhelm Klemm, verheiratet; sie haben zwei Kinder, Lukas und Lotta. Ortheil lebt in Stuttgart und Wissen an der Sieg.

Hanns-Josef Ortheil - Preise

Stand: 01.03.2023

Preise: Aspekte-Literaturpreis (1979); Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (1982); Sonderpreis der Lektoren beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt (1982); Förderpreis des Landes Baden-Württemberg (1983); Stipendium des Landes Baden-Württemberg (1985); Literaturpreis der Landeshauptstadt Stuttgart (1988); Villa-Massimo-Stipendium (1988 und 1991); Stadtschreiber-Literaturpreis des ZDF, 3-SAT und der Stadt Mainz (2000); Kunstpreis des Landes Brandenburg (2000); Thomas-Mann-Preis (2002); Georg-K.-Glaser-Preis (2004); Koblenzer Literaturpreis (2006); Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen (2007); Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis (2009); Stefan-Andres-Preis (2013); Hannelore-Greve-Literaturpreis (2016); Peter-Wust-Preis (2018); Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen (2022).

Hanns-Josef Ortheil - Essay

Stand: 15.05.2023

„Das Schriftsteller-Sein ist eine Projektion, die mit der Anstrengung verbunden ist, sich in der Zukunft als ein anderer zu erleben.“ In seinem autobiografischen Essay „Das Element des Elephanten“ (1994) erzählt Hanns-Josef Ortheil von den Wurzeln seines Wunsches, Schriftsteller zu sein: „Es ist die Angst der Kindertage, in denen ich mich vor nichts mehr fürchtete als davor, daß meine Person irgendwann einmal zerfallen und verschwinden würde.“ Schreiben ist für Ortheil die Vergewisserung seiner Existenz. Es ist, obwohl in seiner literarischen Produktion stets autobiografische Elemente auszumachen sind, eine geborgte Existenz: Ortheil eifert großen Vorbildern nach. (Noch sein zitierter Essay, der persönlichste Dinge aus Kindertagen berührt, liest sich über weite Strecken wie eine Paraphrase von Sartres „Die Wörter“.) Unterschwellig ist immer spürbar, dass die Haltung des Autors eine Projektion ist: Obwohl seine Kunstfertigkeit unbestritten ist, weckt seine Prosa den Verdacht, dass Ortheil Posen einnimmt und über keine eigene Sprache verfügt. Musikalität ist ihm zu bescheinigen: Er nimmt eine Melodie auf und versteht es, sie virtuos zu führen. Der Bezug auf die literarischen Codes der Vergangenheit, zugleich die Diagnose gegenwärtiger Tendenzen, wobei er sich einem wirklichen Engagement entzieht, geben der Identität dieses Schriftstellers jedoch eine seltsame Unschärfe. Stärker als der Erzählinhalt rücken die Ambitionen des Autors in den Vordergrund. Ortheil, ein intellektueller Autor, reflektiert selbstverliebt und eloquent sein Schreiben, weiß seine Poetik zu verbinden mit den aktuellen ästhetischen Paradigmen und liefert zu jedem seiner Werke Selbstkommentare.

Kurz vor der Veröffentlichung seines Debütromans „Fermer“ (1979) publizierte er den Aufsatz „Deserteure in bleierner Zeit“ (wiederabgedruckt in: „Schauprozesse“, 1990). Im Namen der Altersgenossen werden kollektive Erfahrungsmuster und Orientierungsversuche artikuliert, die in einen vagen Ausblick münden: „Wir müssen weiter, weit, ja weit über das Gestrige hinaus.“ Als gestrig und überholt erscheint, zehn Jahre nach dem politischen Aufbruch Ende der 1960er Jahre, Literatur als sozialkritische Aufklärung, die auf eine Veränderung der bestehenden Gesellschaft zielt. Fermer, der Titelheld des Romans, ist ein Bundeswehr-Deserteur, doch nicht aus politischen Motiven hat er sich dem Militärdienst entzogen: Er ist ein zart besaiteter Romantiker und sensibler Individualist. Das Kasernen-Leben nimmt ihm „jede Möglichkeit zum Lesen“ und hindert hin, „jene Unterhaltung mit sich selbst fortzusetzen (…), die ihm während der Schulzeit wenigstens einen Rest innerer Freiheit erhalten hatte“. In dem parallel entstandenen Essay formuliert Ortheil als Bewusstseinslage seiner Generation: „Gezwungen waren wir, von innen zu leben, die Hülsen der Außenwelt ließen sich nicht mehr zurechtbiegen. Spieler und Empfindungszauberer waren wir geworden.“

Dem Roman vorangestellt ist ein Briefzitat von Eichendorff, der dem Freiherrn de la Motte Fouqué das Urteil überließ, „ob ich nun auf einem so verzweifelten Spaziergang den Weg ins Freie und in die alte poetische Heimat gefunden habe, ob sich nicht vielmehr Aktenstaub statt Blütenstaub angesetzt hat“. Die illegale Entfernung von der Truppe, Fermers Weg durch die Rheinlandschaft und sein Verstecken bei Bekannten und Freunden wirken tatsächlich wie der Spaziergang eines verzweifelten jungen Menschen, der weniger vor den Feldgendarmen als den Ansprüchen der Gesellschaft flüchtet. Die bürgerliche Ordnung der Eltern-Generation ist ihm zuwider, das Funktionieren der Konventionen und sozialen Übereinkünfte. Er begehrt nicht auf, sondern entzieht sich. „Er konnte sich für Stunden ganz in sich zurückziehen, ohne doch dadurch sich selbst oder anderen merkwürdig zu werden.“ Fermer, der die Musik und die Literatur liebt, findet aus seiner Einsamkeit heraus: Ortheil hat auch einen Bildungsroman geschrieben. Sein Held findet Unterschlupf bei gleichaltrigen Freunden und verliebt sich; schließlich passiert man gemeinsam die Grenze, das Ziel ist Italien. Ob Fermer jedoch den „Weg ins Freie“ gefunden hat, bleibt fraglich: den auf ihm lastenden Weltschmerz hat er nicht überwunden. Seine Empfindungen wie seine Suche nach Sinn sind Ausdruck pubertärer Sehnsüchte: der Protagonist weigert sich, erwachsen zu werden.

Der Roman löste eine Kontroverse aus. Während Christian Schultz-Gerstein sich provoziert fühlte von „bang und weh daherschwebender Prosa, in der es seufzt und klagt wie sonst nur im Lore-Roman“, lobte Fritz J. Raddatz, Ortheil habe mit seinem modernen Taugenichts ein Zeitgefühl erfaßt: die Lethargie und totale Indolenz einer Generation, die völlig unaufgeregt, lautlos und ohne Protest sich verweigere. Für seinen ersten Roman wählte Ortheil eine im doppelten Wortsinn erlesene Sprache: eine gedrechselte, historisierende Ausdrucksweise. „Seine Gänge erschienen ihm wie ein Stolpern, unter dem der Boden zersause und der Kopf schwer sich der Erde zubiege“, heißt es einmal; ein Kapitel schließt: „Er rückte den Kopf unter der Last des Seesacks zurecht und ging, ohne sich zu versäumen.“ Aktuelle Jargon-Wendungen, wie sie die Sprache der Jugendlichen auszeichnen, werden sorgsam vermieden. „Fermer“ ist zudem ein keusches Buch: Erotik und Sexualität werden vollständig ausgeblendet. Der „Horizont der Sehnsucht“ ist besetzt mit sorgfältig ausgemalten Seelenlandschaften, in denen Motive der Romantik, z. B. der Freundschaftsbund, anklingen. Die Transformation in die Gegenwart gelingt jedoch nicht: Das Buch wirkt seltsam verschmockt. Der Vergleich mit Ludwig Tiecks Erzählung „Fermer, der Geniale“ (1796) macht einen wesentlichen Unterschied deutlich: An Ironie, die Überlegenheit und Distanz einschließt, mangelt es Ortheil bei seinem Debüt ganz offenkundig.

Wie ein Gegenstück zu „Fermer“ liest sich der zehn Jahre später entstandene Roman „Agenten“ (1989). Maskierte sich der Eskapismus zunächst mit einer altertümlichen ‚edlen‘ Sprache, so werden nun forciert der Yuppie-Jargon und Scene-Ausdrücke eingesetzt. Wanderte Fermer ziellos durch die Landschaft, geht Meynard zielbewußt seinen Weg: Er macht Karriere in der sich mondän dünkenden Kurstadt.

Lautete das Schlüsselwort, das die Haltung einer Generation charakterisieren soll, einst „Deserteure“, so werden die Vertreter der neuen Elite jetzt als „Agenten“ gekennzeichnet, die „Geheimdienstmanieren“ pflegen: „Wir trauen unseren Freunden nicht mehr, wir handeln nur im Verborgenen.“

Nachdem er die letzten Schuljahre lustlos absolviert hat, nimmt Meynard eine Stelle als Korrektor in einem Anzeigenblättchen an: die unterste Stufe zwar, aber „für Spione ist es eine ergiebige Basis“. Als selbständig agierender Redakteur einer Szene-Seite hat er bald Einfluß auf die Schickeria Wiesbadens und betätigt sich als Agent provocateur in den Kreisen der Mächtigen, ein Spiel, das er am Schluß verliert. Der Autor zitiert ausgiebig das Idiom, die Fetische und Attitüden der Yuppie-Kultur; er porträtiert einen passionierten Flaneur in der postmodernen Variante: „Dieser Genuß, dieses Genießen der Provokation, dieser Blick auf Niveaus, Blicke, immer nur überbelichtete Blicke! Diese Manien, all diese Manien, zu Ende gereizte Prozesse, Seuchen von Phantasien, Seuchen von Leuchtziffermodellen!“ Letztlich erliegt Ortheil derselben Realitätstäuschung wie sein Protagonist: Er verliert sich im Labyrinth der Oberflächenreize. Die Handlung löst sich auf in eine Intrige, die direkt aus dem Kino stammt: Es geht um Macht, Prestige und eine Femme fatale. Der Autor moniert – uralte, lediglich neu gestylte – Versatzstücke aus der Traumfabrik. In dem Essay „Roman-Werkstatt“, Notate während der Arbeit an „Agenten“, schreibt Ortheil, er erhoffe sich „ein durch die Sprache des Films geprägtes Publikum“, das die „zeittypischen Fermente“ – dazu gehören z. B. die wie Zauberworte gehandelten Markennamen des ‚richtigen‘ Outfits – „voyeurhaft zu lesen versteht“. Der Erzählinhalt verflüchtigt sich, über die soziale Signatur der achtziger Jahre weiß der Roman nichts mitzuteilen: allein das Design ist auf der Höhe der Zeit.

Die Sprachbewegung, die „Agenten“ vorantreibt, führt in die Leere. Über weite Strecken macht der Roman jedoch die Intention und Emphase des Ortheilschen Schreibens deutlich. In einer wahren Suada – drapiert als Gespräch im Thermalbad, doch kaum noch durch die erzählerische Fiktion gedeckt – legt der Autor dem Protagonisten seine Gedanken über die Existenz des modernen Menschen, seine flüchtige, instabile Identität in den Mund: „Sind wir daraus? Aus porösen Stoffen, aus Spurenelementen, die gestaltlos fluktuieren, zusammengetrommelte Moleküle, von allen Seiten belastbar?“ Die Romanfigur Meynard spricht exakt so wie der Essayist Ortheil, der in dem Band „Köder, Beute und Schatten“ (1985) „Suchbewegungen der Literatur“ nachgeht. Dort benutzt er als Analogie für Schreibprozesse einen Begriff aus der modernen Physik: Dissipation. Kompakte stabile Wahrnehmungssysteme geraten in Unordnung; nach einer Phase der „Zerstreuung, Zersetzung, Zerteilung“ bilden sich neue, wuchernde Strukturen. „Ein Text ist ein Aggregat, energienreich“, definiert Ortheil.

Sein besonderes Sensorium für Sprache, den Energieträger des Text-Aggregats, nutzt er in den essayistischen Schriften als Phänomenologe: Im „Raum der Stimmen“ versucht er, den Zeitgeist zu orten. Doch seine poetologischen Reflexionen über die Gegenwartsliteratur leiden darunter, daß er heterogene Aspekte zusammenzwingt und deren „Stimmenvielfalt“ mit dem modischen Vokabular der Postmoderne eher umspielt als präzise benennt. Auch nach Aufgabe der Universitätslaufbahn hat Ortheil wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht, die profunde literarhistorische Kenntnisse verraten, deren pointillistische Methode und novellistisch-spekulative Abschweifungen zugleich belegen, daß Theoriebildung und germanistische Analyse nicht seine Sache sind. „Die Schreibweise macht aus dem Wissen ein Fest“, zitiert er Roland Barthes, wobei der Essayist Ortheil oftmals vor allem sich selbst feiert. Die Felder, auf denen er sich bewegt, weisen einen großen Horizont auf. Obwohl kein engagierter Literat, der zu politischen Ereignissen direkt Stellung bezieht, hat Ortheil aus ungewohnter Perspektive die politische Kultur der Bundesrepublik erhellt: Dem „Glotz-Syndrom“ hat er (als „Suchbewegung der Politik“) ebenso nachgespürt wie den „Staatsschauspielern“ (in dem Essayband „Schauprozesse“, 1990). „Mozart. Im Innern seiner Sprachen“ (1982), eine einfühlsame Untersuchung der Briefe, enthält eine – auch im Blick auf den Interpreten – Genealogie: „Vor der Schrift ist die Sprache, vor der Sprache das Sprechen, vor dem Sprechen aber die Musik.“ Ortheils Prosa ist musikalisch gebaut, Melodie und Rhythmus bestimmen die Struktur. Schreiben ist „eine Übertragung des Sprechens in eine abstrahierte Musik“, heißt es in dem Essay „Das Element des Elephanten“. Gern greift Ortheil auf die bildkräftige Metaphorik der Bibelsprache zurück, um die Arbeit des Autors mit seinem Material zu charakterisieren: Er betreibt „Sprachvöllerei“ oder leistet „Götzendienst“ (Titel eines Essays in „Schauprozesse“), in dessen Zentrum der „Fetisch Sprache“ steht.

Vor der Sprache steht jedoch das Sprechen. Die Virtuosität, mit der dieser Autor in verschiedene Sprachen schlüpft, ist ein später Triumph, die Überwindung eines Mankos, Folge eines frühkindlichen Dramas: Von fünf Söhnen überlebte er als einziger; einer der Brüder starb in den letzten Kriegstagen an einem Granatsplitter in den Armen der Mutter, ein traumatisches Erlebnis, das bei ihr eine Aphasie auslöste. Wie sollte, fragt Ortheil in dem autobiographischen Essay „Das Element des Elephanten“, „meine verwirrte, sprachgestörte Mutter mir das Sprechen beibringen, und wenn nicht sie – wie hätte mein schweigsamer, in sich vergrübelter Vater den Mangel beheben sollen?“ Die Diagnose der Ärzte, die das stumme Kind untersuchten, lautete: autistische Ich-Versenkung. Dieses lebensgeschichtliche Dilemma prägt, verhüllt durch die literarische Fiktion, Ortheils Hauptwerke „Hecke“, „Schwerenöter“ und „Abschied von den Kriegsteilnehmern“. Ihnen nähert man sich am besten über einen Umweg: In dem literaturtheoretischen Essay „Weiterschreiben“ (in „Schauprozesse“) beschäftigten Ortheil – nicht im Kontext der eigenen Entwicklung, vielmehr mit dem Verweis auf einen Forschungsbericht über Kinder von KZ-Häftlingen – die Traumata der Nachgeborenen, ihre paradoxen Phantasien und Versuche, das Schweigen zu überwinden. „Ohne Bezug auf die sprachliche Reinkarnation der Eltern war nun freilich die der Kinder nicht zu denken“, konstatiert Ortheil. Die Behauptung einer Autonomie mußte zur Farce geraten; Befreiung verhieß lediglich eine sich vom gängigen Muster absetzende autobiographische Literatur: „das Schreiben nicht als Repräsentanz, sondern als Herstellung des Lebens“. Die drei genannten Bücher verfolgen das Programm der Reinkarnation: der Mutter („Hecke“), des Vaters („Abschied von den Kriegsteilnehmern“), des Bruders („Schwerenöter“). Zwar hat Ortheil es verstanden, die Aufarbeitung autobiographischer Szenarien zu kaschieren mit aktuellen Paradigmen der Gegenwartsliteratur: „Hecke“ reihte sich ein in die zahlreichen Neuerscheinungen, in denen Autoren den mit der Nazi-Zeit verstrickten Biographien ihrer Eltern nachspürten; „Schwerenöter“ sollte der lang erwartete große Zeitroman zur Geschichte der Bundesrepublik sein, „Abschied von den Kriegsteilnehmern“ die Ablösung von der Nachkriegszeit spiegeln. Doch untergründig sind stets präsent die Obsessionen des Autors, der für seinen Bruder „mitschreiben“ will, gegen das „Stummsein“ der Mutter anschreibt und mit dem Vater, einen Geodäten, die Landschaft vermißt. An die Stelle der toten Körper tritt, so eine narzißtische „Traum-Illusion“ in „Das Element des Elephanten“, „der Leib eines Sprachmächtigen, der die Zauber der alten Magien und Sprachbestände bannte und vertrieb“.

„Hecke“ (1983) ist eine literarische Rekonstruktion des Lebens der Mutter, unternommen vom erwachsenen Sohn, der für eine Woche an den Ort der Kindheit zurückgekehrt ist. Die Eltern sind verreist, er soll das Haus hüten. In den Nächten versucht der Erzähler – ein Architekt, der gern Pianist geworden wäre – aus den Geschichten Katharinas, den Erinnerungen von Bekannten und Verwandten, Briefen und Tagebucheintragungen das Lebensbild zusammenzusetzen. Katharina, Leiterin der Gemeindebibliothek, geriet 1933 mit den Nazis heftig aneinander, heiratete jedoch zur Überraschung aller einen SA-Mann. Ihr erstes Kind starb während des Krieges bei der Geburt; das zweite Kind band sie durch eine archaisierende Privatsprache an sich: „Sie redet es mit Lauten an, die niemand zuvor gehört hatte und die allen zum Rätsel wurden.“ Diese Marotte war ein Akt des Widerstands: Sorgfältig wachte sie darüber, daß das Kind nicht mit der nationalsozialistischen Sprache, wie sie aus dem Radio dröhnte, in Berührung kam. Doch sie konnte den Jungen nicht schützen: Ein Granatsplitter tötete den Dreijährigen; Hecke, ein Wort, das man in ihrer Gegenwart nicht benutzen darf, ist der Name des Gehöfts, wo die Katastrophe im April 1945 geschah. Fortan hatte sie „nur noch auf einen Tag hingelebt, und dieser Tag war erst mit meiner Geburt Wirklichkeit geworden“: Dem Erzähler wird bewußt, daß für die Mutter sein Leben die Wiedergeburt des toten Bruders darstellte. „Wo lebte ich? Mehr in ihm als in mir.“ Er muß sich von dieser fremden Identität befreien. Kurz vor dem Eintreffen der Mutter verläßt er das Haus, auf dem Tisch seine Aufzeichnungen.

Für „Hecke“ wählte Ortheil noch die bescheidene Gattungsbezeichnung „Erzählung“; mit „Schwerenöter“ (1987) hoffte er, den „ZEIGRODEURO“, den ZEITGENÖSSISCHEN GROSSEN DEUTSCHEN ROMAN, vorzulegen. Der ironisch in Versalien gesetzte Begriff benennt exakt die Ambitionen des Autors: „Die Geschichte dieser Republik, die Geschichte ihrer Generationen, ihrer Kämpfe, ihrer Tischsitten, die Geschichte der Politik wie des Sports, die der Redensarten und Moden, die ihrer Idole und Mythen.“ Wieder publizierte Ortheil, als flankierende Maßnahme zum Erscheinen seines Romans, in einem Zeitungsartikel („Süddeutsche Zeitung“, 10./11. 10. 1987) eine polemische Bestandsaufnahme der literarischen Situation: „Die deutschen Schriftsteller verweigern sich. Sie schreiben über Beziehungskisten, manchmal veröffentlichen sie auch ihre Reisejournale.“ Während die in die Jahre gekommene Generation der zeitkritischen Erzähler – Walser, Grass, Böll – abtritt, nimmt Ortheil das auf die Totalität der Gesellschaft zielende „Programm des Romans“ wieder auf.

„Adenauer erwartete mich“, hebt der Roman an. „Schwerenöter“ spielt zwischen 1948 und 1983, zwischen Währungsreform und Einzug der Grünen in den Bundestag. Die Ambivalenz des titelgebenden Charakters – „Leichtsinn und Melancholie, Siegeswille und Trauer“: das Schwerenötertum wird als geschichtsmächtiger Zug des deutschen Intellektuellen bezeichnet – wird verkörpert von dem Zwillingspaar Johannes und Josef. Sie wachsen ohne Vater auf, wählen sich nach Naturell (und Angebot) ihre jeweiligen Ersatzväter: Für Josef, den umtriebigen und erfolgsverwöhnten Pragmatiker, übernehmen nacheinander Sepp Herberger und Willy Brandt die Rolle, während Johannes zunächst den Alten von Röhndorf als Vaterfigur imaginiert, später Adorno und Beuys zu seinen Leitbildern werden. Der introvertierte und schwermütige Musiker Johannes, aus dessen Perspektive erzählt wird, schwankt zwischen Krisen heftiger Verstörung und Momenten kontemplativer Besinnung. Im vorletzten Kapitel – das Buch ist unterteilt in 24 Kapitel, analog zu den 24 Gesängen von Homers Odyssee – erlebt er sich selbst als eine „Kopfgeburt, die sich versäumt hatte“; am Ende steht seine „Wiedergeburt“ als Schriftsteller, der ansetzt, das Buch seines Lebens zu schreiben: „Adenauer erwartete mich.“

Ortheil lässt 35 Jahre Bundesrepublik (mit Abstechern in die USA sowie nach Portugal und Italien) Revue passieren: Restauration, Wirtschaftswunder, Studentenbewegung. Obwohl die Zwillinge stets an allen Brennpunkten des Geschehens sind, der Autor ein forciertes Tempo einschlägt und die Kulissen rasant wechseln, kommt keine wirkliche Bewegung auf: Es scheint, als wolle dieser Zeitroman den Stillstand der Geschichte bloßlegen. Auf einer mit Versatzstücken und Requisiten aus dem Fundus jüngster Historie voll gestellten Bühne agieren die bekannten ortheilschen Spielfiguren. Die Fülle der direkten wie indirekten Referenzen und Bezüge – von Walther von der Vogelweide bis Jean Paul, von Nietzsche bis Günter Grass – offenbart das Bemühen des Autors, ein postmodernes Feuerwerk zu entfachen. Die geschichtliche Konturlosigkeit, die Ortheil als Ursache für die „geistige Apathie Westdeutschlands“ auszumachen glaubte, prägt die Form des Romans. „Die Konstruktion ist eine Stoffverknüpfungsmaschine und nichts sonst“, urteilte Eberhard Falcke, während Heimo Schwilk lobte, Ortheil habe „das verhangene Binnenklima bundesdeutscher Bewußtseinsgeschichte auf unwiederholbare Weise getroffen“. „Schwerenöter“ ist der letzte, ohne Echo gebliebene Zeitroman der Bonner Republik, die wenige Jahre nach seinem Erscheinen mit dem Fall der Mauer ihr Ende fand.

„Abschied von den Kriegsteilnehmern“ (1992) schildert, in dieser Hinsicht ein Gegenstück zu „Hecke“, die Ablösung vom Vater. Nach dessen Begräbnis unternimmt der Sohn als Trauerarbeit eine ziellose Reise quer durch die USA und in die Karibik. Die Richtung hat der Vater vorgegeben: Westwärts hatte es ihn stets gezogen, doch der Krieg zwang ihn in den Osten, nach Russland. Erneut inszeniert Ortheil sein familiäres Psychodrama, verknüpft aber diesmal das bekannte Szenario mit einer ausgedehnten Reise- und Abenteuergeschichte. Nach mancherlei Stationen – St. Louis, New Orleans, Santo Domingo – landet der Protagonist in Key West, wo er sich nachts über die Mauer auf den Grund und Boden Ernest Hemingways schleicht. Hemingway war, bekennt Ortheil in „Das Element des Elephanten“, sein wichtigster Lehrmeister: „der Vater als Schriftsteller“. Zugleich war Hemingway – wie der Vater, wie alle Männer dieser Generation – Kriegsteilnehmer. Auf der Rückreise wird der Erzähler in Wien von den politischen Neuigkeiten, der Öffnung des Eisernen Vorhangs, überrascht und fährt nach Prag weiter, wo die DDR-Flüchtlinge in der BRD-Botschaft auf ihre Ausreise hoffen. Der Romanschluss ist eine apokalyptische Vision: Gegen seinen Widerspruch trägt der Sohn den Vater und die vier Brüder auf dem Buckel nach Osten – gegen den Strom der nach Westen ziehenden Flüchtlinge, über Schlachtfelder eines blutigen Krieges, hinauf auf einen Hügel, um sie dort „zu begraben für immer“.

Das Schlusstableau, dessen Konnotationen – „braune, schwere Erde, Vater, sagte ich leise“ – manche Rezensenten an Blut- und Boden-Geraune erinnerte, überzeugt ebensowenig wie der Versuch, den privaten Ablösungsprozess symbolisch zu überhöhen und mit dem aktuellen Zeitgeschehen zu verschmelzen. Der Autor weiß selbst, dass dieser Schreibansatz nicht mehr weiterführt. Bisher habe er, resümiert er in „Das Element des Elephanten“, jenen Stimmen einen Raum gegeben, denen der Krieg die Sprache genommen habe: „Nach fünf Büchern und zweitausend Seiten erkläre ich diese Arbeit für beendet.“ Dieser Schlussstrich war auch ein Akt der Befreiung von den eigenen Ansprüchen, die der Autor sich nicht zuletzt durch seine Essays gesetzt hatte. Seinen Romanen haftete stets etwas Prätentiöses an, sie wirkten geradezu beflissen im offenkundigen Bemühen um Anerkennung im literarischen Diskurs. In einem Gespräch mit Hartmut Steinecke hat Ortheil sich 1995 von seinen früheren theoretischen Aufsätzen als „überlaute, abstrakte Verlautbarungen“ distanziert: Er habe „dann und wann solche Luftballons steigen lassen, mit dem Tenor: dahin muß es gehen“, sich selbst aber nicht daran gehalten. „Ich habe nie einen postmodernen Roman geschrieben.“ Die Rücknahme ästhetischer Postulate – die er rückblickend erklärt als „Notschreie“ seiner „überforderten Subjektivität, die sich künstlich Programme gab“ – schließt das Bekenntnis zu Formstrenge und Komposition nicht aus: Ortheils Poetik ist in ihren Axiomen klassischen Harmonievorstellungen verpflichtet, die deutlich vor der Moderne angesiedelt sind.

Vom einstmals geforderten Zeitroman hat sich der Autor verabschiedet: In „Blauer Weg“ (1996) wird die historische Wende, der Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung, nicht fiktionalisiert. Ortheil wählte die Form des literarischen Tagebuchs. Am Anfang schildert er seine Eindrücke aus Prag im September 1989, als DDR-Bürger die Botschaft der BRD besetzten; am Ende des Buches, im März 1995, ist er wieder in Prag, auf Recherchenreise zu dem Roman „Die Nacht des Don Juan“. Doch die ersten und letzten Seiten gelten seinem Refugium, dem idyllischen Gartenhaus in Stuttgart, zu dem ein verborgener Weg führt. „Dann schließt er die Tür auf und tritt ein. Er ist jetzt zu Haus, er ist angekommen zu Haus“, schließt das Buch. Der Autor ist viel unterwegs gewesen – Graz, Leipzig, Meißen, Berlin, Athen, Sofia, Rom, um nur einige Orte zu nennen –, auch die Gesellschaft im Umbruch ist unterwegs: „Es ist eine überwältigende Zeitreise, aus einem abgelegten und belächelten Gestern in eine noch nicht vorhandene Zukunft.“ Die politischen Ereignisse und aktuellen Debatten (von den Lichterketten gegen Rechtsradikalismus bis zu Botho Straußʼ Essay „Anschwellender Bocksgesang“) werden kommentiert und glossiert: gelassen und mit sanfter Ironie, aus der Position eines Beobachters, der nicht im politischen Engagement, sondern im literarischen Leben beheimatet ist. Die Notate und Reflexionen bieten ein Stück Mentalitätsgeschichte, wobei sich der Ausschnitt beschränkt auf den westdeutschen Intellektuellen, dem Rom näher ist als die neuen Bundesländer. Fremdheit prägt das Verhältnis, lediglich durch die Literatur – in der Begegnung mit Kollegen oder der Lektüre ihrer Bücher (Gert Neumann, Wolfgang Hilbig, Thomas Rosenlöcher, Monika Maron u. a.) – ist die Erfahrung der DDR-Realität präsent. Ortheils Interesse gilt, auch in dieser Zeit der politischen Umwälzung, der poetischen Existenz, die jedes zeitgeschichtliche Faktum verwandelt: „Blauer Weg“ ist das Buch eines Romantikers. Papst, Kaiser und Reich: Eine Reise durch Deutschland mit seinen mittelalterlichen Domen beschwört die Weihestätten deutscher Geschichte und verschmilzt sie mit dem Auftritt Genschers in Prag (als königlicher Sendbote, wie in „Fidelio“) oder einer Begegnung mit Helmut Kohl, dem „guten Onkel des Weltgeistes“. Mit „Kinderaugen“ betrachtet Ortheil die neue Deutschlandkarte und ist zufrieden: „Das Land hat eine klare, gesetzte Gestalt, als habe der alte Astheniker sich einen kleinen Bauch angefressen.“

„Blauer Weg“ ist ein Buch des Übergangs. In diesen Aufzeichnungen lobt Ortheil einmal emphatisch Sarah Kirschs „Das simple Leben“: „Ein Buch mit lauter Aufzeichnungen aus dem wirklichen Leben. Keine Fiktion, aber auch kein aufgeblähtes Tagebuch mit viel Wichtigtuerei und erlesenen Nachtgedanken.“ Sein eigenes Buch ist nicht frei davon: Bewusst komponiert und arrangiert, wirkt „Blauer Weg“ in manchen Passagen selbstverliebt in seiner Kunstfertigkeit und Stilisierung. Wenn Ortheil von seinen Rom-Erkundungen mit dem – ebenso namen- wie mutterlosen – „Kind“ erzählt, wird man an den hohen Ton in den Diarien Peter Handkes erinnert. Unbeschwert dagegen klingen die „Kinderszenen“ in „Lo und Lu“ (2001), fälschlich als „Roman eines Vaters“ ausgegeben: locker aufgereihte Episoden aus dem Alltag eines Schriftstellers, der nicht mehr zum Schreiben kommt, weil er sich um seine beiden Kleinen Lotta und Lukas kümmert. Sie sind zum alles bestimmenden Lebensmittelpunkt geworden; in dem sich selbst genügenden Familienglück bleibt der Rest der Welt ausgesperrt. Das soziale Leben verkümmert, der Besuch eines kinderlosen Paares wird zum Debakel: Die Erwachsenen-Rituale sind ihm fremd geworden, Regression prägt Papa Ortheils Denken. Mit souveräner Selbstironie schildert der Autor die närrische Kinderliebe, die ihn über „die Grundlegung einer völlig neuen Ästhetik“ nachdenken lässt, deren „Urerfahrung der Elternblick auf ein Kleinkind wäre“. Ortheils Blick auf Lo und Lu löst bei ihm Wonnegefühle aus, und „das schlichte Wissen, daß Schönheit auf Wohlbefinden beruht“, gehört zu den Beigaben seiner neuen Ästhetik. Dabei ist dem kritischen Intellektuellen bewusst, dass „die beste Literatur vor allem aus Unglück gemacht ist“; das Leben mit Lo und Lu ist jedoch das reinste Glück, so dass der Schriftsteller sich plötzlich „außerhalb des literarischen Sektors“ befindet. Die spielerisch-scherzhaften Überlegungen münden in den Vorsatz, sich großen Erzählstoffen zuzuwenden, einen „einfachen, geschmeidigen Erzählton“ zu wählen und sich einzunisten „im Meer der Geschichte“.

Die hier skizzierte „Literatur nach dem Ende der Literatur“ setzte Ortheil ins Werk mit einer Trilogie von Künstlerromanen vor historischer Kulisse. Angesiedelt sind sie im 18. Jahrhundert, einer Zeit, an der Ortheil „die optimistische, ja enthusiastische Art der Welterfassung“ gefällt (während die Moderne vom Fragmentarischen, Bruchstückhaften geprägt sei). Die Romane der Trilogie sind konventionell auktorial erzählt, bemühen sich um Lokalkolorit und sind akribisch recherchiert. Gepflegte Unterhaltungsliteratur, deren Ingredienzien – Intrigen und Erotik, verknüpft mit bildungsbürgerlichem Kulturgut und farbenprächtigen Schauplätzen und Dekors (Karneval und Maskenball ) – Ortheil erstmals breite Leserschichten erschlossen. Das Genre gilt nicht viel in der Literaturkritik: Solides Kunsthandwerk, „risikolose Kostümschinken“, bemerkte ein Kritiker, „Prosecco-Prosa für die gebildeten Stände“, sekundierte ein anderer Rezensent. Die Künstler-Trilogie brachte dem Autor jedoch auch Lob ein: Die erzählerische Raffinesse und stilistische Eleganz, die Musikalität und atmosphärische Dichte der Prosa wurden bewundert. „Entschlossen unzeitgemäß, mit nahezu altmeisterlicher Routine und Gelassenheit geschrieben“, urteilte der Schriftsteller-Kollege Klaus Modick.

„Faustinas Küsse“ (1998) ist ein Goethe-Roman. Inkognito reist der Weimarer Dichterfürst nach Rom, doch schon bei der Ankunft fällt er auf: Giovanni Beri, einem kleinen Tagedieb, ist der Mann verdächtig und er heftet sich an die Fersen des seltsamen Fremden. Beri ist ein Spion im Auftrag des Vatikans (und des Autors), der sich mit Goethe anfreundet und sich in dessen Schriften vertieft, um sein Observierungsobjekt besser zu verstehen. Ortheil erzählt einen Bildungsroman mit sich kreuzenden Entwicklungslinien: Der „Nordmensch“ lernt von dem Südländer, das Leben zu genießen und hat mit der Kellnerin Faustina sein sexuelles Initialerlebnis; Faustina ist jedoch Beris Geliebte, so dass der Römer am Ende die Leiden des unglücklichen Werther kennen lernt.

Eine fiktive Gestalt, der Maler Andrea, ein genialer Autodidakt, ist der Protagonist in „Im Licht der Lagune“ (1999).

Schauplatz ist diesmal Venedig, zur Zeit des letzten Dogen. Als Plot dient eine melodramatische Romanze: Eine verbotene Liebe bringt den Maler in den Kerker. Er hat mit dem Unverständnis seiner Zeitgenossen zu kämpfen: Seine Malerei changiert zwischen Naturalismus und Abstraktion, ist eine Vorwegnahme der Aquarell-Technik William Turners.

Die Entstehungsgeschichte der Oper „Don Giovanni“ und ihre Uraufführung in Prag, verbunden mit der Begegnung Mozarts mit Giacomo Casanova, sind Thema des Romans „Die Nacht des Don Juan“ (2000).

Casanova ist überzeugt, dass der Maestro sein musikalisches Genie verschwendet an einem Libretto, das sein Landsmann Lorenzo da Ponte als billige Klamotte fürs Puppenspiel zubereitet hat. Mittels einer geschickt arrangierten Intrige gelingt es Casanova, da Ponte zur Abreise aus Prag zu zwingen, um dann das Libretto nach eigenen Vorstellungen umzuschreiben: aus der Figur des Don Juan, eines vulgären Schürzenjägers und geilen Wüstlings, wie es da Ponte ist, macht er Don Giovanni, den feinsinnigen Meister der hohen Verführungskunst, ein Ebenbild seiner selbst. Die Spekulation, Casanova sei der heimliche Koautor der Oper, ist nicht ganz abwegig, hat er doch (von Mozart nicht verwendete) Korrekturen an da Pontes Text vorgenommen. Wie das Genre es verlangt, mischt Ortheil historisch verbürgte Fakten mit Fiktion, authentische mit erfundenen Figuren, die der Opernbühne entstammen könnten. Die gegenseitige Spiegelung – die Oper als Abbild des Lebens, aber auch das Leben als Oper – macht den besonderen Reiz des Romans aus.

Dichtung, Malerei, Musik: Ortheil bereitet nicht nur kenntnisreich Kulturhistorie auf, sondern ihm gelingen auch luzide Beschreibungen der Kunstwerke (die Elemente der Romanhandlung sind dagegen oft nur konventionelle Versatzstücke). Er ist ein vielseitig interessierter Autor, der Opernlibretti verfasst und Drehbücher für Fernsehfilme schreibt, sich auch für Nebenwerke und Gelegenheitsarbeiten, wie das in Mainz uraufgeführte Theaterstück „Der Stadtschreiber“ (2002), nicht zu schade ist. Wichtiger ist sein Engagement für das Fach „Kreatives Schreiben“, das ihm die erste Professur für diesen in Deutschland neuen Studiengang einbrachte. „Formbewußtsein aus Erkenntnissen über den Werkprozeß selbst gewinnen“, lautet das Unterrichtsziel (Ortheil, in: „Kursbuch 153“, 2003). Einen Einblick in die eigene Werkstatt bietet der Essay „Die Geheimnisse des Herrn von Goethe in Rom“ (in: „Experiment Wirklichkeit“, hg. von Gerd Herholz, Essen 1998), der die Entstehung von „Faustinas Küsse“ behandelt. Auch hier wird der Paradigmenwechsel in Ortheils Schaffen deutlich: Anstelle der theoretischen Proklamationen, mit denen er früher seine Arbeiten begleitete, schildert der Text das recherchierte Ausgangsmaterial und die romandramaturgischen Vorüberlegungen.

Viel passiert nicht in dem Roman „Die große Liebe“ (2003): Ein Münchner Fernsehredakteur reist zu Recherchen für ein TV-Feature nach San Benedetto an die Adria, trifft im meeresbiologischen Museum die attraktive Dottoressa Franca und verliebt sich sofort in sie. Seine Liebe wird erwidert, dem Glück steht – sieht man von einem nicht ernst zu nehmenden Rivalen und dem Misstrauen der Einheimischen ab – nichts im Wege.

Der Roman wirkte wie eine Provokation: Gegen die Negativität der Moderne, die sexuelle Obsessionen und zerstörerische Leidenschaften mit Liebe gleichsetzt, stellt Ortheil das ungetrübte Glück einer romantischen Liebe und versagt den Lesern nicht einmal das Happy End. Die große Liebe, sinniert der Protagonist, sei eine Art von Verzückung, etwas Mystisches, Schwärmerei, Welt-Verwandlung. „Sie werden es pathetisch finden“, erklärt er seinem Rivalen. „Wir befinden uns aber in einem Roman, sagte ich, Franca und ich – wir schreiben gleichsam an einem Roman, es ist ein beinahe klassischer Liebesroman, ein Liebesroman in nuce, wenn Sie so wollen.“ Die Kulisse für dieses Idyll ist wieder Italien, das Sehnsuchtsland der Deutschen, wobei der Autor schwelgerisch die kulinarischen Genüsse und den Zauber der Landschaft, vor allem des blauen Meeres beschreibt. Stephan Maus sprach verächtlich von einem „regressiven Liebesroman für die Toskana-Fraktion“, während Rainer Moritz das Buch als „sinnlich gefühlsstarkes Glanzstück“ der Gegenwartsliteratur begrüßte. Am Ende des Romans wendet Ortheil einen nicht sonderlich originellen Kunstgriff an. Der Protagonist ordnet seine Notizen, beginnt einen Roman zu schreiben, der mit den Worten des Anfangskapitels beginnt. „Ich möchte, daß mein Schreiben einen hellen, ‚begeisterten‘ Grundton erhält“, wünscht er sich. Schon in Ortheils erstem Roman machte sich der Protagonist auf den „Weg ins Freie“, wobei am „Horizont der Sehnsucht“ bereits Italien auftauchte. Es ist ein weiter Weg, den Ortheil zurückgelegt hat: Vom Autor des Debütromans „Fermer“, dessen Held sich als Deserteur verstand, zum affirmativen Schriftsteller, der im Einverständnis mit sich und der Welt lebt.

Nach dem Roman „Die geheimen Stunden der Nacht“ (2005) – die Geschichte eines Patriarchen und der Nachfolgekämpfe seiner Kinder bietet eine treffend ironische Innenschau des Verlagsgewerbes und Literaturbetriebs – beschwor Ortheil mit „Das Verlangen nach Liebe“ (2007) erneut das ungetrübte Glück vollkommener Liebe: Ein Paar – er ist Pianist, sie Kunsthistorikerin – findet nach fast zwei Jahrzehnten Trennung wieder zu harmonischer Zweisamkeit, mit Hilfe kultivierter Gespräche über Kunst und nicht weniger kultivierter Gourmet-Freuden. Konzipiert als lediglich in der Prämisse leicht verschobene Variation des vorangegangenen Liebesromans, in der Ausführung aber nicht von gleicher Kunstfertigkeit, wirkte auch das Kritiker-Echo wie ein Remake. Herbe Verrisse gaben den Ton an: In den Feuilletons war von Groschenheft-Niveau und der heilen Welt einer Rosamunde Pilcher die Rede; der Autor habe, so der Rezensent der „Frankfurter Allgemeinen“, eine „gehobene Schmonzette“ für das Bildungsbürgertum geliefert.

Den ungebrochenen Hymnus an die Liebe, wie er der Literatur der Moderne fremd ist, verteidigte Ortheil im Rückgriff auf eine alte Tradition der Dichtung. Die Liebe sei, referierte er im Gespräch mit Heinz-Jürgen Dambmann, nicht gesteigerte Selbsterfahrung, sondern „eine Aufhebung des sturen Selbst, sie führt zurück zu einem starken ‚Weltvertrauen‘, einem Vertrauen ins unbefragte Dasein, ins leichte, schwerelose und von Glück getragene Existieren und damit zu jenem Dasein, als das die Schöpfung, folgt man den Erzählungen der Bibel, am Anfang aller Tage einmal geplant war“. (Diese religiöse Dimension des vom Katholizismus geprägten Autors hat auch der Theologe Klaas Huizing erkannt: „Das Paradies im Diesseits“, wie es von Ortheil geschildert werde, sei geradezu eine „präsentische Eschatologie“.) Die Liebe mache „immun gegen das Kleinteilige und Sorgenbehängte und ärmlich Verdruckste“, solche Sentenzen provozierten die Kritik, die in dem Roman ein „Plädoyer für regressive Weltflucht“ („Der Tagesspiegel“) sah. Der Klaviervirtuose Johannes und die Kunstkennerin Judith seien aus der Trivialliteratur entlehnte Klischeefiguren, bemängelten Rezensenten, doch diese Protagonisten bieten dem Autor die Möglichkeit, ein ganzes Netz von intertexuellen und selbstreferenziellen Anspielungen auszubreiten. Ihre Liebesbeziehung ist ein „nicht enden wollendes Sprechen, Erzählen und Phantasieren“, und so hat Ortheil luzide Passagen über Literatur (Gottfried Keller, Thomas Mann – Schauplatz ist diesmal Zürich) und Musik (Schubert, Mozart, Scarlatti) eingeflochten. Kongruent zur körperlichen Vereinigung wird die Verschmelzung der Künste zum zentralen Motiv. Liebe ist in dem Roman, wie es Carolin Klemenz herausgearbeitet hat, eine ästhetische Erfahrung, eine eigene Kunstform und – wie die Musik, wie die Literatur – ein Medium der „Verwandlung der Welt ins Emphatische“.

„So wurde die Welt Text und Klang, so wurde sie Erzählung und Komposition“, heißt es in „Das Verlangen nach Liebe“, und geleitet von diesem musikalischen Stilprinzip schreibt Ortheil sein Werk kontinuierlich fort, „ein Fortspinnen von Motiven mit Umkehrungen und Reprisen, ein Zerlegen und Variieren“. Sein literarisches Schaffen hat der produktive Autor selbst in drei Perioden unterteilt: die ersten fünf, eng miteinander verknüpften Romane, zeitgeschichtlich und gegenwartsbezogen, die jeweils ein autobiografisches Moment verarbeiten (1979–1992), die drei historischen Künstlerromane (1998–2000) und die reinen Liebesromane, wobei er 2007 zum Abschluss seiner Bamberger Poetik-Professur ankündigte, diese Reihe unbeirrt von der Kritik fortzusetzen: „Wenn etwas in mir überschnappt, träume ich von zwanzig Liebesromanen, und jeder dieser Romane hat einen leicht am Kitsch vorbeischrammenden Titel, und diese zwanzig Romane wären wie zwanzig Bilder mit immer demselben Motiv, aber mit sehr feinen Nuancen, wie Bilder eines Renaissance-Malers, der die schöne Geliebte immer wieder gemalt, ihre Züge aber jedes Mal ganz leicht verändert hat.“ Überraschend griff er jedoch ein altes Projekt auf und wandte sich wieder dem Themenkreis der frühen Romane zu, entschlackte ihn von allem zeitgeschichtlichen Aufputz und führte den Stoff seiner außerordentlichen Lebensgeschichte in dem Roman „Die Erfindung des Lebens“ (2009) zu einer überzeugenden Synthese.

„Damals, in meinen frühen Kindertagen“, beginnt der Roman, „saß ich am Nachmittag oft mit hoch gezogenen Knien auf dem Fensterbrett, den Kopf dicht an die Scheibe gelehnt, und schaute hinunter auf den großen, ovalen Platz vor unserem Kölner Wohnhaus.“ Dort spielen die anderen Kinder, doch Johannes Catt kann nicht mittun: Er ist stumm, ein Autist, der, isoliert und abgeschottet von der übrigen Welt, in symbiotischer Umklammerung mit der ebenfalls stummen Mutter sich in der Wohnung vergräbt. Allein im Klavierspiel kann der Junge sich ausdrücken. Prekär wird seine Situation, als er eingeschult und damit der Grausamkeit der Mitschüler und Verständnislosigkeit der Lehrer ausgesetzt wird. Durch das beherzte Eingreifen des Vaters kommt Johannes zu den Großeltern, die im Westerwald einen Bauernhof mit Gastwirtschaft betreiben, und lernt in einer Umwelt, die ihn nicht ausschließt, mühsam das Sprechen. Die Musik bleibt jedoch das Zentrum seines Lebens. Aus dem verhassten Internat flieht er nach Rom, um Pianist zu werden, doch eine Sehnenscheidenentzündung bereitet der sich abzeichnenden Karriere ein frühzeitiges Ende. Noch einmal muss er sich neu erfinden: Er folgt dem Rat seines Klavierlehrers, Schriftsteller zu werden, denn Schreiben „ist immerhin eine Melodieführung mit Nebenstimmen und starken Akkorden“.
Neben der Entwicklungsgeschichte, die das Leben des Jungen über zwei Jahrzehnte bis in sein Erwachsenenalter verfolgt, verläuft eine in der Gegenwart angesiedelte zweite Erzählung: 30 Jahre später kehrt der Ich-Erzähler nach Rom zurück, um seine Geschichte in Erinnerungsbildern aufzuzeichnen. Langsam nimmt er Kontakt auf, lernt die Nachbarin kennen und gibt, obwohl er selbst das Piano längst aufgegeben hat, der Tochter Marietta Klavierunterricht. Der Roman mündet in einem Schlusstableau: ein Konzert auf einem kleinen römischen Platz, vergleichbar dem Platz seiner Kölner Kindheit. Marietta spielt und holt am Ende ihren Lehrer auf die Bühne, der sich an den Flügel setzt: „Ich habe mein römisches Konzert also doch noch gegeben.“

Die Biografie des Autors, aus Büchern wie der Erzählung „Hecke“ oder den Poetik-Vorlesungen „Das Element des Elephanten“ bereits bekannt, hat mit dem Roman „Die Erfindung des Lebens“ seine definitive Gestaltung gefunden. Die inneren Prozesse, die Traumata der frühen Jahre und deren Überwindung, werden unaufgeregt und aus der zeitlichen Distanz geschildert: Nichts wird dramatisiert, nicht einmal die Lüftung des Familiengeheimnisses ergibt eine Szene, lediglich das Schlussbild wird man als Erfüllung einer Wunschphantasie lesen dürfen. Es sei „kein Kempowski-Projekt“, erklärte Ortheil im Interview: Zeitbezüge hat er konsequent vermieden.

Als reizvollen Appendix, der im Gegensatz zum Roman ganz vom Zeitkolorit lebt, kann man „Die Moselreise“ (2010) verstehen: Aufzeichnungen des Elfjährigen, der 1963 mit dem Vater eine zweiwöchige Wanderung unternahm und seine auf der Fahrt notierten Eindrücke samt den an die daheim gebliebene Mutter adressierten Ansichtskarten zu einem Reisetagebuch verarbeitete. Es ist eine durchaus anrührende Erzählung von Vater und Sohn aus Kinderperspektive, oft etwas unbeholfen, manchmal unfreiwillig komisch oder auch altklug, wenn der Junge die Erkenntnisse des Vaters nachplappert, die dieser wiederum dem Reiseführer entnommen hat. In der Kladde wird alles, Wichtiges und Unwichtiges, festgehalten, durch fortwährendes Aufschreiben und Notieren eignet sich der Junge die fremde Welt an und überwindet so seine Angst. Dieser aus der Biografie des stummen Kindes resultierende Schreibzwang bestimmt heute noch den Tag des Schriftstellers, der unablässig protokolliert, um den Augenblick festzuhalten, und dessen „Archiv der Erinnerungen“ Hunderte solcher Kladden umfasst. Die Sammlung ungeordneten, rohen Materials, nicht auf literarische Verwertbarkeit angelegt, kann jedoch der erste Baustein zu einem Roman sein: Nachzulesen in den Vorlesungen, die der Professor für kreatives Schreiben gemeinsam mit seinem Lektor Klaus Siblewski unter dem Titel „Wie Romane entstehen“ (2008) veröffentlicht hat.

Als reizvollen Appendix, der im Gegensatz zum Roman ganz vom Zeitkolorit lebt, kann man „Die Moselreise“ (2010) verstehen: Aufzeichnungen des Elfjährigen, der 1963 mit dem Vater eine zweiwöchige Wanderung unternahm und seine auf der Fahrt notierten Eindrücke samt den an die daheim gebliebene Mutter adressierten Ansichtskarten zu einem Reisetagebuch verarbeitet. Es ist eine durchaus anrührende Erzählung von Vater und Sohn aus Kinderperspektive, oft etwas unbeholfen, manchmal unfreiwillig komisch oder auch altklug, etwa wenn der Junge Erkenntnisse des Vaters nachplappert, die dieser wiederum dem Reiseführer entnommen hat.
Interessanter ist die ein Jahr später unternommene „Berlinreise“ (2014). Wieder sind Vater und Sohn unterwegs, die Mutter weigerte sich mitzukommen. Es ist Frühjahr 1964, wenige Jahre nach dem Bau der Mauer. Die West-Berliner fühlen sich als „Insulaner“, auch der zwölfjährige Junge spürt die politischen Spannungen, zumal Vater und Sohn auch einen Besuch im Ostsektor machen. Es sei, so Ortheil in der Vorbemerkung, „eine Reise in die Gegenwart des Kalten Krieges und in die Vergangenheit des Zweiten Weltkriegs“ gewesen, denn sie führt auch zu einem dunklen Familiengeheimnis, von dem der Junge erst hier etwas erfährt. Der Vater sucht die Stätten auf, wo er mit seiner Frau vor 20 Jahren gelebt hat. Dann kam der Krieg, der Mann wurde Soldat, seine Frau blieb in Berlin zurück und gebar ein totes Kind. Später brachte sie im bombardierten Berlin ein zweites Kind zur Welt, sie konnte mit dem Jungen in den Westerwald ziehen, doch im vermeintlich sicheren Rückzugsort traf eine verirrte Granate das Kind. Nach diesen traumatischen Erlebnissen wollte die Mutter nie mehr nach Berlin; ihr Mann besucht einen alten Freund, bei dem sie damals zwei Koffer zurückließ. Daneben läuft das übliche touristische Programm (inklusive Karajan-Konzert in der Philharmonie) ab, mit feiner Ironie und stilistisch geschliffen geschildert, sodass man nicht immer glauben mag, ein Zwölfjähriger habe dies zu Papier gebracht.
„Die Mittelmeerreise“ (2015) unterscheidet sich stark von den beiden vorangegangenen Reiseberichten. Im Sommer 1967 traten Vater und Sohn in Antwerpen eine mehrwöchige Schiffsreise an, die sie nach Griechenland und anschließend nach Istanbul führen sollte. Johannes wird bald 16, der Junge beginnt, sich vom Vater abzugrenzen. Er macht Notizen, die er dem Vater nicht mehr zeigt, und verschweigt, was er denkt. In die frühere Nähe hat sich Distanz geschlichen. „Papa wurde mir immer unheimlicher“, heißt es sogar einmal. Dazu kommt, dass sie die einzigen Passagiere eines Frachtschiffs sind. Mit der Besatzung – vom Kapitän bis zum Steward Denis, allesamt recht eigenwillige, etwas schrullige Typen – muss Johannes auf engstem Raum auskommen, zu ihnen ein Verhältnis entwickeln. Speziell der rebellische Denis fordert ihn heraus, hat Johannes doch bisher wenig vom Leben mitbekommen: Er kann altgriechische Texte lesen (und erzählt lieber nicht, dass er Pianist werden will), doch von den Beatles hat er noch nichts gehört, von Politik – drei Monate zuvor hatten die Obristen in Griechenland geputscht – weiß er nichts. Und dann lernt er in Athen ein Mädchen kennen, verliebt sich, doch ist er hilflos, wie er sich dem anderen Geschlecht gegenüber verhalten soll. Mit dem Vater kann er über das Thema „Knutschen“ nicht sprechen. Johannes durchlebt eine verspätete Pubertät: Die Mittelmeerreise wird für ihn eine Reise ins Erwachsenwerden.

„Es wird kein Reisebericht und auch kein Reisetagebuch, es wird eine Reiseerzählung“, klärt der Junge seinen Vater gleich zu Beginn auf und doziert über die Unterschiede der Gattungen. Sie sind alle in „Die Mittelmeerreise“ wiederzufinden. Ortheil konstruiert und komponiert verschiedene Textsorten – Auszüge aus dem Tagebuch des Sohnes, aber auch des Vaters, Postkarten an die daheim gebliebene Mutter, Briefe, Reflexionen, literarische Miniaturen, essayistische Betrachtungen und Berichte, vorgeblich alles aus der damaligen Zeit – zu einer Erzählung. Der erste Teil ist als Abenteuerroman angelegt, die Helden müssen gefährliche Stürme und Seekrankheiten überwinden; mit dem Landgang wird das Buch zum literarischen Reiseführer zu den Stätten der Antike, schließlich ist es ein Entwicklungs-, ja Bildungsroman. Eine Ebene durchzieht das Buch jedoch konstant: die Lektüre von Homers „Odyssee“. Auch Henry Millers „Koloss von Maroussi“ und – eingebracht von Denis, aber auch vom Vater gelesen – J. D. Salingers „Der Fänger im Roggen“ sind Thema für Gespräche und Reflexionen. Dies ist für Ortheils Schreiben elementar: kein Roman, keine Geschichte, keine Ortsbeschreibung ohne Bezugnahmen auf literarische Werke.

Der Mittelmeerreise voraus, Ortheil war damals 14 Jahre alt, ging 1965 ein Ausflug nach Paris. Während sich der Vater für das Métro-Netz interessierte, blieb sein Sohn im Café sitzen und las. Das erste Kapitel von Ernest Hemingways „Paris – ein Fest fürs Leben“ spielte genau auf dem Platz, wo er gerade war. Er ging auf die Straße und suchte die Orte auf, die Hemingway in seinem Buch beschrieben hatte. Dieser Methode folgt, viele Jahrzehnte später, „Paris, links der Seine“ (2017). Ortheil liebt es, „Texte dort zu lesen, wo sie auch entstanden sind“: Kulturgeschichte als Ortsbegehung. Es sind nicht nur die bekannten Namen, auf deren Spuren er die Straßen des Quartier Latin und das Stadtviertel Saint-Germain-des-Prés durchstreift. Besondere Aufmerksamkeit widmet er Roland Barthes. Auf Ortheils Betreiben veröffentlichte die Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, der Verlag seiner Frau Imma Klemm, zwei Bücher von Barthes, zu denen er Nachworte verfasste, sowie die „Hommage“ „Die Pariser Abende des Roland Barthes“ (2015).

Ortheils Sehnsuchtsland, Gegenstand wie auch Schauplatz zahlreicher Werke, ist jedoch Italien. Seine Reisebücher „Venedig. Eine Verführung“ und „Rom. Eine Ekstase“ – in erweiterten und aktualisierten Ausgaben – sind durch mehrere Verlage gewandert. Für die Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung hat er literarische Preziosen ediert und mit kenntnisreichen Nachworten versehen: Cesare Pavese, „Der Strand“, Émile Zola, „Meine Reise nach Rom“, Michel Butor, „Beschreibung von San Marco“ sowie, besonders erwähnenswert, Henry Jamesʼ „In Venedig“. In dem Roman „Rom, Villa Massimo“ (2015) werden leicht ironisch das Leben und die Rituale des Künstlervölkchens in der Villa geschildert; wenig Interesse zeigt der Autor an der Romanhandlung – Protagonist ist ein armer Lyriker aus Wuppertal, der sich als Stipendiat erst im Milieu einleben muss, schließlich in der fremden Stadt aufblüht und sich dort als erfolgreicher Korrespondent niederlässt. „Die Insel der Dolci“ (2013) ist ein kulinarischer Reiseführer zu den „süßen Paradiesen Siziliens“. Exquisite Süßigkeiten wie Biscotti und Cioccolatini, Marmeladen und Sciroppi hat Ortheil in der Pasticceria vor Ort gekostet sowie die Manufakturen, in denen sie kreiert und zubereitet werden, besucht. Gegen Ende seiner Reise durch Sizilien kommt er auch nach Modica, leicht erkennbar als das Vorbild für das fiktive Städtchen Mandlica des Romans „Das Kind, das nicht fragte“ (2012).

Eine Variation der Familienkonstellation ermöglichte es Ortheil, die bekannten psychischen Dispositionen in einen Unterhaltungsroman zu überführen. „Das Kind, das nicht fragte“ ist inzwischen ein Mann Ende 30; wird aber von seinen vier älteren Brüdern wie ein kleiner Junge behandelt. In der Kindheit haben sie ihn nicht zu Wort kommen lassen, sodass er früh verstummte und nun schwere Hemmungen zu überwinden hat, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Ausgerechnet das Befragen anderer Leute gehört zu seinem Beruf: Benjamin Merz ist freiberuflicher Ethnologe. Sein aktuelles Forschungsprojekt gilt dem sizilianischen Städtchen Mandlica. Er will die „wichtigsten emotionalen Zonen der Stadt und damit die verborgene Landkarte der Umgebung“ aufdecken (auf seine Art ein Landvermesser wie Ortheils Vater). Mit der Methode der teilnehmenden Beobachtung und einer geschickten Gesprächsführung gelingt es ihm, die soziokulturelle Gemengelage eines italienischen Provinzortes zu durchdringen. Es ist wohl den frühkindlichen Verletzungen und Defiziten geschuldet, dass er, sensibel und mit Empathie begabt, die Menschen im Ort für sein Vorhaben gewinnen kann. Nur die ebenfalls stumme, jeglichen sozialen Kontakt scheuende Paula verhält sich schroff abweisend. Sie arbeitet in einem Literaturmuseum, denn die Stadt hat einen Nobelpreisträger hervorgebracht (stets erkundet Ortheil auch literarisches Terrain, hier ist es Salvatore Quasimodo). Wenig überraschend, finden die beiden Versehrten schließlich zueinander.
Als Benjamin Merz eine Panikattacke besonders heftig zusetzt, sucht er den Dom in Mandlica auf. Der Gang in die Kirche hat ihm schon oft geholfen, sich von seinen Lähmungen zu befreien; die erste Beichte ist ihm besonders in Erinnerung: Alle Fragen des Jungen wurden von Gott beantwortet. Am Ende des Romans geht er wieder in den Dom und erfährt im Zwiegespräch mit Gott, wie seine Zukunft aussieht: Der Protagonist wird in Mandlica bleiben, Paula heiraten und mit ihr ein Restaurant eröffnen.

„Dieser Roman gründet auf einer Idee vom gelingenden Gespräch“, hat Ortheil zu „Das Kind, das nicht fragte“ erläutert, wobei er als Gegenüber noch einen dritten Gesprächspartner einbezieht. „Etwas nicht nur mir und einem anderen, sondern etwas auch Gott erzählen. Für meine Arbeiten ist diese letzte Ebene die fundamentalste.“ (Gespräch mit Stefan Orth, „Herder-Korrespondenz“, Juni 2014). Ortheil bekennt sich dazu, ein katholischer Schriftsteller zu sein. Prägend für das ganze Leben waren die „Glaubensmomente“ seiner Kindheit, nachzulesen im gleichnamigen Band, der religiöse Passagen aus seinem Werk, vor allem aus „Die Erfindung des Lebens“, mit kurzen Einführungen versammelt. „Die Schönheit des Glaubens“ preist Ortheil in einem Beitrag zu dem Band „Zweifel im Dienst der Hoffnung. Poesie und Theologie“ (hg. von Erich Garhammer, Würzburg 2011). Im Rahmen der Wiener Poetikdozentur „Literatur und Religion“ – am Institut für Systematische Theologie der Katholisch-Theologischen Fakultät angesiedelt – hielt er im Mai 2019 eine Vorlesung mit dem Titel „Refugium – Ideen zu einer Biografie des Glaubens“.

Die ersten spirituellen Erfahrungsorte des Schriftstellers waren der Kölner Dom und eine kleine Kirche nahe seines Geburtshauses („St. Heinrich und Kunigunde“ in Köln-Nippes). Wie er zum ersten Mal ein Gotteshaus betreten hat, eine „Urerfahrung meines Lebens“, schildert er in einem Essay für die Seite „Glauben und Zweifel“ der „Zeit“ („Sein Lied von der Glocke“, 8. 10. 2016). „Ich fand das Beten in der Kindheit wirklich eine der schönsten und wichtigsten Formen des Selbstgesprächs“, erinnert er sich in einem Interview (Deutschlandfunk, 4. 11. 2021). „Man spricht sich mit sich selbst gegenüber einem fiktiven Gegenüber aus.“ Der Glaube half den Eltern über die traumatischen Erfahrungen, den Verlust der vier Kinder, hinweg und gab ihnen das Gefühl, in dieser Welt geborgen zu sein, geschützt und getragen. Er selbst lebe und führe „den Glauben so fort, wie ich ihn der Tradition nach übermittelt bekam“. (Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“, 8. 2. 2018) Was den Schriftsteller heute als Erwachsener an Kirchen anzieht, ist der sakrale Raum der Stille.

Ortheil sieht enge Verbindungen zwischen spirituellen Erfahrungen und dem literarischen Schreiben, weil beides bedeute, im Alltag eine zweite Dimension zu erkennen, „den Entwurf einer anderen Welt in der gesehenen Welt, nicht unabhängig von ihr, sondern in der gesehenen Welt“. Schreiben sei für ihn auch ein spiritueller Akt, den er jeden Tag schon früh am Morgen mit Bleistift und Papier vollziehe. Ortheil schreibt mit der Hand, „in bewusst schöner und deutlicher Schrift“; er arbeite „wie ein mittelalterlicher Mönch“, so im Gespräch mit Stefan Orth. „Pathetisch gesagt, könnte ich behaupten: Meine Handschriften versuchen, die Zeichen Gottes zu erkennen, zu benennen und zu beschreiben und in der Wiedergeburt dieser Zeichen die Schönheit des Kosmos wiederherzustellen und anderen bewusst zu machen. Das religiöse Moment am Schreiben ist das der Rekreation des Kosmos.“

Mit „Der Stift und das Papier“ (2015) setzte Ortheil die mit „Die Erfindung des Lebens“ begonnene Reihe autofiktionaler Romane fort. „Ich sitze in der Jagdhütte meines Vaters auf dem elterlichen Grundstück im Westerwald“, beginnt das Buch. Er versetzt sich in die Situation, wie er einst als Siebenjähriger unter Anleitung des Vaters das Schreiben lernte. An der Schule drohte er zu scheitern, die einstige Stummheit steckte noch in ihm; die Lehrer wollten ihn schon auf die Sonderschule schicken. Mit Liebe und großer Geduld nahm sich der Vater des Jungen an und ging in den Ferien mit ihm in eine „Schreibschule“ besonderer Art. Er verfolgte kein Curriculum aus dem Lehrbuch, sondern ein selbst entwickeltes Konzept: Es begann mit dem Ziehen von Linien und dem Durchpausen von Abbildungen aus dem „Duden-Bildwörterbuch“, doch bald weiteten sie es aus und erfanden ganze Genres: Chroniken (bis heute die Basis von Ortheils Schreiben), Tagesseiten, Wochengedichte, kleine Szenen mit „Knisterdialogen“, erste Geschichten. Der Roman zeichnet den Weg des „Kindes, das schreibt“ nach bis zum Abitur. Schreiben wird für den Jungen „die einzige Art und Weise, endlich in einen intensiveren Kontakt mit der Welt zu treten und sie zu verstehen“. Dabei blitzen bei Ortheil-Lesern vertraute Themen und Motive auf. Im letzten Teil, zwar ist er noch Schüler, aber schon Mitarbeiter im Feuilleton der Zeitung, entfaltet er seine eigene Schreibschule: „Schreiben auf Reisen“, „Schreiben zu zweit“, „Kunstvoll schreiben“, „Über Vergangenes schreiben“, so lauten einige Kapitelüberschriften, die an die Bände der Reihe „Kreatives Schreiben“, die Ortheil im Duden-Verlag herausgegeben hat, anklingen. Das letzte Kapitel trägt den Titel „Schreiben aus aller Welt“ und endet mit der Mittelmeerreise, an dessen Abschluss Ortheil dem Vater gesteht: Er will am Conservatorio in Rom Klavier studieren (und kein Volontariat bei der Zeitung annehmen).
„Wie ich Klavierspielen lernte“ (2019) ist das Pendant zu „Der Stift und das Papier“. Wieder wird eine Passion als Bildungsroman erzählt, der zeitliche Rahmen reicht erneut von der Kindheit bis in die Jugend. Johannes ist noch keine fünf Jahre alt, diesmal ist es die Mutter, die ihn anleitet. Am Anfang steht auch hier eine Vergegenwärtigung der Vergangenheit: Der Ich-Erzähler sitzt im elterlichen Wohnhaus, in dem noch das alte Seiler-Klavier steht, und er spielt darauf ein Übungsstück von Carl Czerny. „Schon mit den ersten Klängen war der große Kindheitsmoment mit all seinen Stimmungen wieder da: Vater und Sohn, zwei Zuhörer in der Küche! Die Zaubereien von Mutters Fingern, die über die Tasten sprangen!“ Doch das Klavierspiel dient nicht allein dem Kunstgenuss. Unter dem Einfluss der stummen Mutter war auch das Kind verstummt; über das Klavierspiel lernten beide wieder das Sprechen. „Die Töne und Klänge des Klaviers hatten unsere verschlossenen Körper Stück für Stück geöffnet und das stillstehende Innere nach außen gelockt.“ Auf die Mutter, die ausschließlich Schumann, Chopin und Liszt spielt, folgt eine Schar von Klavierlehrern mit eigenwilligen Lehrmethoden und speziellen Vorlieben. Frau Waigel, die in Moskau studiert hat, bevorzugt Rachmaninow und Tschaikowski. Herr Bergdorf unterrichtet nach der Methode von Walter Gieseking, dem die „Fundamentalphysik“ des Klavierspiels (Körperhaltung, Muskulatur und die Berechnung des Anschlags) wichtig ist. Und bevor es ans Spielen geht, gilt es das Werk genauestens zu analysieren. „Ich soll die auswendig gelernten Noten aufschreiben und dadurch beweisen, dass ich mich mit dem Stück vertraut gemacht habe.“ Im Anschluss wird er von renommierten Pianisten unterrichtet (deren Namen Ortheil leicht verfremdet: aus Erich Forneberg wird Walter Fornemann, aus Daniela Ballek Beatrice Schaller, und hinter dem Pseudonym „A.“ dürfte sich Claudio Arrau verbergen). Besonders eindrucksvoll ist die Schilderung einer Begegnung mit Glenn Gould, den er in einem Konzert bei den Salzburger Festspielen Anfang der 1960er-Jahre erlebte. Eine Sehnenscheidenentzündung beendete Ortheils Ambitionen: Der Traum, ein großer Konzertpianist zu werden, war ausgeträumt. Doch als Liebhaber und Musikkenner wird er weiter Klavier spielen.

„Ich habe immer nur mit dem kleinen Haushalt der selbst erlebten und erfahrenen Momente etwas anfangen und arbeiten können. Dadurch hat mein Schreiben seine fortlaufende autobiografische Grundierung erhalten“, erklärt Ortheil im Werkstattgespräch mit Klaus Siblewski (in „Ein Kosmos der Schrift“). In „Der Stift und das Papier“ steht: Er habe manchmal „das Gefühl, doppelt zu leben (im ‚richtigen Leben‘ und im ‚aufgeschriebenen Leben‘)“. Es gilt aber auch: „Ohne Schreiben hätte es kein Leben gegeben“, sagt er Siblewski; Schreiben ist für ihn „der Kommentar zum Leben, seine Verankerung, seine Vertiefung, seine Deutung“.

Kaum ein anderer deutscher Autor der Gegenwart ist so produktiv wie Ortheil, der jedes Jahr zwei, wenn nicht drei Bücher veröffentlicht. Naturgemäß können es nicht ausnahmslos gewichtige Werke sein. Zu den schwächeren Werken zählt der Roman „Der Typ ist da“ (2017). Ein junger Mann aus Venedig kommt nach Köln, um den Dom zu sehen. Matteo, ein gelernter Restaurator, ist auf einer Pilgerreise, „schauen, zeichnen, schweigen“ lautet sein spirituelles Konzept. Ein seltsamer Heiliger, der in strenger Askese lebt, und ausgerechnet in einer WG mit drei außergewöhnlichen Frauen landet. Es prallen zwei Welten aufeinander, doch aus dieser Konfrontation vermag Ortheil keine Funken zu schlagen. – Der nächste Roman führte wieder zum Schauplatz Venedig: Der Held von „Der von den Löwen träumte“ (2019) heißt Ernest Hemingway. Der Schriftsteller steckte September 1948 in einer tiefen Depression und Schaffenskrise, aus der ihm eine junge Venezianerin heraushalf: Adriana Ivacich wurde seine Muse. Zu dieser realen Liebesgeschichte hat Ortheil die Freundschaft zu Paolo, einem Fischerjungen, hinzuerfunden, dem Hemingway angeblich „Der alte Mann und das Meer“ verdankt. Seine Methode, am Ort des Geschehens zu schreiben, konnte Ortheil selbst in diesem Fall verwirklichen: Er quartierte sich in der Locanda Cipriani auf Torcello ein und bezog die Zimmer, in denen Hemingway logiert hatte. Die Inspiration wollte sich trotzdem nicht einstellen, die Einfühlung in die Gedanken- und Gefühlswelt des von ihm verehrten Schriftstellers führt zu Formulierungen nahe am Kitsch.

Aus dem Buch „Was ich liebe und was nicht“ (2016), erschienen zum 65. Geburtstag des Autors, erfährt man u.a., dass Ortheil nicht gern Auto fährt und alte Fotoapparate sammelt, was er von Mode hält, über Essen im Restaurant oder das Leben im Hotel denkt. Diese privaten Vorlieben und Abneigungen sind oft verknüpft mit kleinen Anekdoten, erfundenen Dialogen, Gedichten aus der Kindheit, gar Liebesbriefen an Prominente; manches ist nicht neu, aber in der Zusammenstellung doch ein amüsanter Lesestoff. Ortheil muss diesem leichtgewichtigen Kaleidoskop jedoch einen theoretischen Überbau geben: Im „Entrée“ verweist er auf eine bis in die Antike reichende Tradition; die im Laufe der Zeit ausgebildeten Verhaltensmuster und Alltagsrituale überhöht er als „Lebenskunst“, als Anregung dienten ihm „Über mich selbst“ von Roland Barthes und das „Kopfkissenbuch“ von Sei Shōnagon. Auf ein großes historisches Vorbild nimmt ebenfalls „Charaktere in meiner Nähe“ (2022) Bezug: Theophrastus von Eresos „Charaktere“, um 319 v. Chr. entstanden. Dessen „Methode einer präzisen Porträtkunst“ besteht, so Ortheil im Vorwort, darin, dass Theophrastus „nicht die Psyche seiner Figuren seziert, sondern zeigt, wie und woran man die jeweilige Zugehörigkeit zu einem Typus erkennt“. Daran angelehnt, ohne ihn kopieren zu wollen, schildert Ortheil 50 Charaktere – 28 Männer, 22 Frauen – auf jeweils drei Seiten. Der Autor lobt sich selbst: „Die Kunst eines solchen Erzählens besteht darin, eine gleichsam schwebende Balance zwischen der Figur eines Typus und seiner individuellen Gestalt zu finden.“ Den Typen seiner Sammlung schreibt er eine besondere Bedeutung zu: „Zusammen wirken sie wie das Personal eines breit angelegten Romans, der Verhaltenssymptome der Gegenwart analysiert.“ Diesen hohen Anspruch löst das Buch nicht ein. „Der Ungehobelte“, „Die Gutstrukturierte“, „Die Ausredenvirtuosin“, „Die Überdiplomatische“, „Der Topoptimierte“, „Der Multi-Aktive“ und ähnliche Charakterporträts sind vorhersehbar – die Titel sagen bereits alles. Nur wenige Einträge – „Der Teilchenbeschleunigte“, der von Push-Nachrichten auf dem Handy lebt, oder „Der Internet-Rezensent“ – sind originell und zeitgemäß. „Der Humor ist so freundlich sympathisierend wie auf Bildern Carl Spitzwegs“, urteilte Alexander Košenina. „Vielleicht teilt Hanns-Josef Ortheil mit diesem berühmten Maler des Biedermeiers sogar noch mehr – seine Charakterminiaturen sind handwerklich gut gemacht, literarisch aber doch von allzu begrenzter Zündkraft.“

Schreibblockaden kannte Ortheil nicht. „Schreibhungrig“ wird der Junge in „Der Stift und das Papier“ charakterisiert, „schreibsüchtig“ könnte man den erwachsenen Schriftsteller nennen. Er befand sich in einem regelrechten „Schreibrausch“, gestand er der Ärztin in „Ombra“. „Sechs Bücher mit über zweitausend Seiten in drei Jahren!“ Vielleicht war es eine Folge von Überarbeitung: Im Herbst 2019 wurde eine lebensgefährliche Herzinsuffizienz diagnostiziert, Ortheil kam ins Krankenhaus und musste sofort operiert werden.

„Ombra“ (2021) trägt den Untertitel „Roman einer Wiedergeburt“. Das aus dem Italienischen entlehnte Wort bedeutet Schatten, Verdacht, Zweifel. „Ich fühle mich nicht mehr sicher, denn ich bin durch einen Todestunnel gegangen“: Ortheil lag im Koma, aus dem er fast nicht mehr erwacht wäre. Doch der Roman erzählt wenig von der schwerwiegenden Krankheit, eigentliches Thema ist die Rekonvaleszenz. Einen Monat nach der Operation kam er in eine Rehaklinik im Westerwald, wobei Ortheil die Nächte im nahe gelegenen ehemaligen Haus seiner Eltern verbringen konnte. Er kann zunächst mit der Hand weder schreiben noch Klavier spielen. „Ich fühle mich ausgebremst, die kreativen Energien sind erloschen.“ Mühsam kämpft er sich zurück in sein altes Leben, genauer: in das „zweite Leben“, das nicht eine bloße Fortsetzung des ersten, sondern seine Korrektur wird. Die Monate in der Klinik mit Aufbau-, Ausdauer- und Entspannungstraining dienten nicht nur der physischen Regeneration, sondern der Rückschau und Neuorientierung. „Die Krankheit hat mich ereilt, um mich zu zwingen, mein Leben neu zu verstehen.“ Therapeutisch begleitet wird er auf diesem Weg von einer klugen, verständnisvollen Psychologin, die von seinem Lektor Klaus Siblewski abgelöst wird.
„Ombra“ ist das persönlichste Buch Ortheils, in dem er von seinen Ängsten spricht, auch von der Angst vor dem Tod. Es ist ein autofiktionales Werk, in dem bestimmte persönliche Bereiche ausgespart bleiben – seine Frau Imma und die beiden Kinder, seine „Trias“, der das Buch gewidmet ist, kommen darin nicht vor. Ortheil pendelt zwischen Klinik und Elternhaus, das zum „Animationsraum der Erinnerungen“ wird: Vater und Mutter, aber auch sein dreijähriger Bruder, den er nie kennengelernt hat, sind hier präsent als Stimmen aus dem Jenseits. Ortheil hatte den reizvollen Einfall, dass sich in diese Geisterstimmen ein gewisser Dr. Sigmund Freud einmischt, der mit dem Vater stets aneinandergerät. Sie sind unterschiedlicher Auffassung, nicht nur, was das Beste für den Patienten wäre. Vornehmlich geht es um die Wurzeln literarischer Produktivität: Freud verweist auf seine Schrift „Der Dichter und das Phantasieren“, der Vater hat dem Sohn das Schreiben beigebracht, mit Dichtung habe das nichts zu tun. Auch die Gespräche mit der Psychologin und dem Lektor kreisen um „die emotionalen Hintergründe des Schreibens“. Letztlich sind es die alten Fragen, denen Ortheil sich neu stellt: „Warum ist alles Schreiben derart untrennbar mit meinem Leben verbunden, so dass jedes Lebensdetail danach giert, festgehalten, verwandelt und erzählt zu werden? Ist es eine Sucht? Eine Beichte? Oder gar Flugmediation?“ Im Gespräch mit Siblewski lässt Ortheil sein Leben Revue passieren, beginnend mit der Schreibschule des Vaters. „Ich bin auf dem Weg hin zu einem Menschen, der sich in Schrift verwandelt.“

„Ich bin Schriftsteller, Professor für Literarisches Schreiben, Pianist, Vortragskünstler und im Nebenberuf Eisenbahnlandwirt“, stellte der betriebsame Autor sich der Psychologin in der Klinik vor. („Eisenbahnlandwirt“ bezieht sich darauf, dass er in Stuttgart in einem Bahnwärterhaus mit anschließendem Grundstück wohnt.) Seine öffentlichen Auftritte – vor der Krankheit absolvierte er über 40 Lesungen jährlich – sind dramaturgisch durchdacht, eine perfekt strukturierte Mischung aus Werkstattbericht, klassischer Lesung und Selbstdarstellung: Ortheil versteht es, sich zu inszenieren (und hat, was sonst, ein amüsantes Buch zum Thema „Die ideale Lesung“ herausgegeben). Darüber hinaus hat er multimediale Formate entwickelt, für das Literaturhaus Stuttgart die Reihen „Spätlese“, „Ortheils Monologe“ und zuletzt das „Stuttgarter Journal“, eine ebenso originelle wie persönliche „Stadtbeschreibung“, in dem er Fundstücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit der Stadt präsentierte, erzählende und essayistische Texte, ergänzt um eigene Filme und Fotografien. Noch während seiner Reha-Zeit begann er wieder mit öffentlichen Auftritten, zuerst in seinem Westerwalder Heimatstädtchen Wissen. Dafür gab es einen besonderen Anlass: Im Oktober 2019 eröffnete er die „Sala Ortheil“.

Er hatte einen Laden im Zentrum von Wissen (Mittelstraße 16) entkernen und renovieren lassen; bei der Einrichtung half ein gewisser Matteo, Restaurator aus Venedig. An den Wänden befinden sich Fotografien aus der Sammlung seiner Eltern, Fotos ihrer Geburts- und früheren Wohnhäuser in Wissen, genealogische Fotos von den beiden elterlichen Familien, denen er entstammt, Kinderfotos von Ortheil. In dem Werkstattgespräch in „Ein Kosmos der Schrift“ hat er eröffnet, dass die Mutter in ihrem Testament verfügt hat, kein Material aus dem elterlichen Archiv dürfe publiziert werden: Die Familiengeschichte in den 1930er Jahren, ihre eigene Geschichte und die der Brüder, sind tabu. Der Sohn hält sich daran, aber er stellt andere Dokumente und Zeugnisse aus: „Das sind dann kleine, kompakte Installationen, Zeitkapseln der Familiengeschichte gleichsam.“ An den Wänden „Herzensbilder“, die er ausgewählt habe, weil jedes von ihnen eine Anregung für sein Schreiben bedeutete. Daneben gibt es einige ältere Möbel aus der Wohnzimmereinrichtung der Eltern aus dem Berlin von 1939/1940, Vitrinen mit seinen Schreibmaschinen (seit den 1950er Jahren) und Kinderspielzeug. Mit der „Sala Ortheil“ hat er sich ein Literaturmuseum zu Lebzeiten eingerichtet.

Als Museum möchte er die Einrichtung aber nicht verstanden wissen. „Im Italienischen gibt es für all das ein schönes Wort: Studiolo, was so viel meint wie ‚Studio‘ oder ‚Imaginarium‘ (hätte Roland Barthes gesagt). In einem Studiolo arbeitet ein Schriftsteller, umgeben von Bildern und Gegenständen, die er liebt, an seinen Werken“, erläutert Ortheil in seinem Autorenblog (www.ortheil-blog.de). „Ein solcher Raum wird dann und wann aber auch für Freunde, Gäste oder Gesprächspartner geöffnet. Dann lässt der Schriftsteller sie an seinen Arbeitsprozessen teilhaben. Genau darin bestehen die Aufgaben der SALA: ein privates Studio mit imaginativem Charakter zu sein, aber auch ein öffentlicher Salon, in dem ich Menschen empfange, die sich für meine Arbeit interessieren.“ Eine Veranstaltung, die erstmals im März 2023 stattfand, ist eine private „Schreibakademie“ für zehn bis zwölf Teilnehmer. Längst hat Ortheil sein altes Leben wie vor dem Zusammenbruch wieder aufgenommen.

Hanns-Josef Ortheil - Primärliteratur

Stand: 01.02.2025

„Fermer“. Roman. Frankfurt/M. (Fischer) 1979. (= Fischer Taschenbuch 2307).
„Wilhelm Klemm. Ein Lyriker der ‚Menschheitsdämmerung‘“. Stuttgart (Kröner) 1979. (= Kröner Themata 704).
„Der poetische Widerstand im Roman. Geschichte und Auslegung des Romans im 17. und 18. Jahrhundert“. Königstein/Ts. (Athenäum) 1980.
Wilhelm Klemm: „Ich lag in fremder Stube. Gesammelte Gedichte“. Hg. und Nachwort von Hanns-Josef Ortheil. München, Wien (Hanser) 1981.
„Mozart. Im Inneren seiner Sprachen“. Frankfurt/M. (Fischer) 1982. (= Fischer Taschenbuch 2328).
Robert und Clara Schumann: „Briefe einer Liebe“. Hg. und Nachwort von Hanns-Josef Ortheil. Königstein/Ts. (Athenäum) 1982.
„Hecke“. Erzählung. Frankfurt/M. (Fischer) 1983.
„Jean Paul“. Reinbek (Rowohlt) 1984. (= rowohlts monographien 329).
„Köder, Beute und Schatten. Suchbewegungen“. Frankfurt/M. (Fischer) 1985. (= Fischer Taschenbuch 2343).
„Schwerenöter“. Roman. München, Zürich (Piper) 1987.
„Agenten“. Roman. München, Zürich (Piper) 1989.
„Schauprozesse. Beiträge zur Kultur der 80er Jahre“. München, Zürich (Piper) 1990. (= Serie Piper 1180).
„Abschied von den Kriegsteilnehmern“. Roman. München, Zürich (Piper) 1992.
„Das Element des Elephanten“. München, Zürich (Piper) 1994.
„Familienbande. Die Anfänge des Schreibens“. Paderborn (Universität-Gesamthochschule Paderborn) 1994. (= Paderborner Universitätsreden 40).
„Blauer Weg“. München, Zürich (Piper) 1996. Erweiterte Neuausgabe: München (Luchterhand) 2014. Vorwort „Das Ich und die Geschichte. ‚Blauer Weg‘ – wiedergelesen“, S. 7–26.
„Faustinas Küsse. Roman“. München (Luchterhand) 1998.
„Im Licht der Lagune. Roman“. München (Luchterhand) 1999.
„Die Nacht des Don Juan. Roman“. München (Luchterhand) 2000.
„Beschreibung. Erwin Wortelkamps Tal bei Hasselbach im Westerwald“. Hg. von Jörg van den Berg für den Kunstverein Hasselbach. Witten (pict.im) 2000. (= Eigene Wege im Tal 1).
„Lo und Lu. Roman eines Vaters“. München (Luchterhand) 2001.
„Die große Liebe. Roman“. München (Luchterhand) 2003.
„Venedig. Eine Verführung“. Mit Fotografien von Jörg Schaper. München (Sanssouci) 2004.
„Die weißen Inseln der Zeit. Lektüren – Orte – Bilder“. München (Luchterhand) 2004.
„Die geheimen Stunden der Nacht. Roman“. München (Luchterhand) 2005.
„Das Glück der Musik. Vom Vergnügen, Mozart zu hören“. München (Luchterhand) 2006. (= Sammlung Luchterhand 62082).
„Das Verlangen nach Liebe“. München (Luchterhand) 2007.
„Wie Romane entstehen“. Mit Klaus Siblewski. München (Luchterhand) 2008. (= Sammlung Luchterhand 62111).
„Kollektive in den Künsten“. Hg. zusammen mit Hajo Kurzenberger und Matthias Rebstock. Hildesheim u. a. (Olms) 2008. (= Medien und Theater. NF 10).
„Weltliteratur“. Hg. zusammen mit Paul Brodowsky u.a. Bd.1: Von Homer bis Dante. 2008. Bd.2: Vom Mittelalter zur Aufklärung. 2009. Bd.3: Von Goethe bis Fontane. 2010. Bd. 4: Das zwanzigste Jahrhundert. 2011. Hildesheim (Universitätsverlag). (= Hildesheimer Universitätsschriften 20, 21, 22, 24).
„Lesehunger. Ein Büchermenu in 12 Gängen“. München (Luchterhand) 2009. (= Sammlung Luchterhand 62153).
„Rom. Eine Ekstase“. Mit Fotografien von Lotta und Lukas Ortheil. München (Sanssouci) 2009.
„Die Erfindung des Lebens. Roman“. München (Luchterhand) 2009.
„Die Moselreise. Roman eines Kindes“. München (Luchterhand) 2010.
„Liebesnähe. Roman“. München (Luchterhand) 2011.
„Schreiben dicht am Leben. Notieren und Skizzieren“. Mannheim (Bibliographisches Institut) 2011.
„Mein Sommer. Ein Lesebuch“. Hg. von Hanns-Josef Ortheil. Köln (DuMont) 2012.
„Schreiben auf Reisen. Wanderungen, kleine Fluchten und große Fahrten – Aufzeichnungen von unterwegs“. Mannheim (Bibliographisches Institut) 2012.
„Weiße Blätter, leere Seiten. Das Schreiben vor dem Schreiben“. Mannheim (Bibliographisches Institut) 2012.
„Das Kind, das nicht fragte. Roman“. München (Luchterhand) 2012.
„Danke für die Einladung“. Hg. von Hanns-Josef Ortheil. Köln (DuMont) 2013.
„Die Inseln der Dolci. In den süßen Paradiesen Siziliens“. Mit Fotos von Lotta Ortheil. München (LangenMüller) 2013.
„Die Berlinreise. Roman“. München (Luchterhand) 2014.
„Schreiben über mich selbst. Spielformen des autobiografischen Schreibens“. Berlin (Dudenverlag) 2014.
„Rom, Villa Massimo. Roman einer Institution“. Mit Fotos von Lotta Ortheil. München (Langen Müller) 2015.
„1200 Jahre Literarisches Hildesheim“. Hg. zusammen mit Paul Klambaumer. Springe (zu Klampen) 2015.
„Die Pariser Abende des Roland Barthes. Eine Hommage“. Mit Fotos von Lotta und Hanns-Josef Ortheil. Mainz (Dieterichʼsche Verlagsbuchhandlung) 2015.
„Glücksmomente“. München (btb) 2015.
„Prosanova 4. Ein Kommentar“. Hg. zusammen mit Florian Stern. Hildesheim (Paechterheim) 2015.
„Der Stift und das Papier“. München (Luchterhand) 2015.
„Was ich liebe – und was nicht“. München (Luchterhand) 2016.
„Glaubensmomente“. München (btb) 2016.
„Die ideale Lesung“. Hg. von Klaus Siblewski und Hanns-Josef Ortheil. Mainz (Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung) 2017.
„Mit dem Schreiben anfangen. Fingerübungen des kreativen Schreibens“. Berlin (Dudenverlag) 2017.
„Der Typ ist da. Roman“. Köln (Kiepenheuer & Witsch) 2017.
„Paris links der Seine. Im Herzen von Paris“. Mit zahlreichen Fotografien von Lukas Ortheil. Berlin (Insel) 2017.
„Musikmomente“. München (btb) 2018.
„Die Mittelmeerreise. Roman eines Heranwachsenden“. München (Luchterhand) 2018.
„Wie ich Klavierspielen lernte. Roman meiner Lehrjahre“. Berlin (Insel) 2019.
„Der von den Löwen träumte. Roman“. München (Luchterhand) 2019.
„Im Westerwald“. Mainz (Dieterich‘sche Verlagsbuchhandlung) 2019. Erweiterte Neuausgabe: „Unterwegs im Westerwald“. Mit zahlreichen Abbildungen. Berlin (Insel) 2022. (= insel taschenbuch 4909).
„In meinen Gärten und Wäldern“. Mainz (Dieterich‘sche Verlagsbuchhandlung) 2020. Erweiterte Auflage: 2022.
„Italienische Momente“. München (btb) 2020.
„Ombra. Roman einer Wiedergeburt“. München (Luchterhand) 2021.
„Charaktere in meiner Nähe“. Ditzingen (Reclam) 2022.
„Kunstmomente. Wie ich sehen lernte“. München (btb) 2023.
„Von nahen Dingen und Menschen“. Köln (DuMont) 2024.
„Nach allen Regeln der Kunst. Schreiben lernen und lehren“. Berlin (Insel) 2024.

Hanns-Josef Ortheil - Oper

Stand: 15.05.2023

„Sturmnacht“. Musik von Wolfgang-Andreas Schultz, Libretto von Hanns-Josef Ortheil. Uraufführung: Städtische Bühnen Nürnberg, 21. 6. 1987. Regie: Ernst A. Klusen.
„Achill unter den Mädchen“. Musik von Wolfgang-Andreas Schultz, Libretto von Hanns-Josef Ortheil. Uraufführung: Staatstheater Kassel, 5. 7. 1997. Regie: Ernst A. Klusen.

Hanns-Josef Ortheil - Theater

Stand: 15.05.2023

„Der Stadtschreiber“. Uraufführung: Staatstheater Mainz, 30. 11. 2002. Regie: Tobias Lenel.

Hanns-Josef Ortheil - Film

Stand: 01.10.2011

„Die Dämonen der Städte. Porträt des Dichters Georg Heym“. Drehbuch. ZDF. 30. 12. 1985.
„Ezra Pound – Ein amerikanischer Hochverräter“. Drehbuch zusammen mit Christine Soetbeer. ZDF. 1986.
„Dr. Robert Schumann, Teufelsromantiker“. Drehbuch zusammen mit Christine Soetbeer. arte / ZDF. 16. 6. 1999.
„Schauplätze meiner Fantasien. Rom, Venedig und Prag“. Elektronisches Tagebuch. ZDF. 22. 10. 2000.
„Schrecken der Heimat – Westerwald“. ZDF. 2001.
„Ortheils Oasen oder Wer schreibt lebt“. Regie: Ulrike Kahle-Steinweh. ARD. 2006.

Hanns-Josef Ortheil - Tonträger

Stand: 01.07.2023

„Die große Liebe“. 4 CDs. Hamburg (Hofmann und Campe) 2004.
„Die geheimen Stunden der Nacht“. Sprecher Dietmar Bär. 6 CDs. Düsseldorf (Patmos) 2006.
„Erdbeeren aus Großvaters Garten“. Autorenlesung. Auf der CD: Bilder. Geschichten. Köln (Random House Audio) 2006.
„Das Verlangen nach Liebe“. Sprecher Markus Hoffmann. 5 CDs. Schwäbisch Hall (Steinbach sprechende Bücher) 2008.
„Die Erfindung des Lebens“. Autorenlesung. 6 CDs. Köln (Random House Audio) 2009.
„Hanns-Josef Ortheil liest Liebesnähe. Gekürzte Lesung“. Lesefassung: Katia Semprich. Regie: Caroline Neven DuMont. München (Der Hörverlag)/ Hamburg (Edel) 2011.
„Das Kind, das nicht fragte“. Ungekürzte Lesung, gesprochen vom Autor. mp3. München (Der Hörverlag) 2013.
„Die Berlinreise“. Gelesen vom Autor. Gekürzte Fassung: 6 CDSs. Ungekürzte Fassung: mp3-CDs. München (Random House Audio) 2014.
„Die große Liebe“. Gelesen vom Autor. Gekürzte Fassung. mp3-CD. München (Der Hörverlag) 2015.
„Hanns-Josef Ortheil liest: Was ich liebe und was nicht“. 2 CDs. München (Der Hörverlag) 2016.
„Hanns-Josef Ortheil liest: Die Mittelmeerreise“. 5 CDs. München (Der Hörverlag) 2018.

Hanns-Josef Ortheil - Sekundärliteratur

Stand: 01.02.2025

Schultz-Gerstein, Christian: „Traurige Apostel“. In: Der Spiegel, 18. 6. 1979. (Zu: „Fermer“).
Wernshauser, Richard: „Hanns-Josef Ortheil: ‚Fermer‘“. In: Neue Deutsche Hefte. 1979. H. 3. S. 608–609.
Raddatz, Fritz J.: „Ein Buch der Flucht“. In: Die Zeit, 20. 7. 1979. Auch in: Andreas Werner (Hg.): Fischer Almanach der Literaturkritik 1979. Frankfurt/M. (Fischer) 1980. (= Fischer Taschenbuch 6452). S. 200–201. (Zu: „Fermer“).
Linsmayer, Charles: „Champagner auf dem Dach“. In: Die Welt, 28. 7. 1979. (Zu: „Fermer“).
Bielefeld, Claus-Ulrich: „Unser Neo-Biedermeier“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 29. 7. 1979. (Zu: „Fermer“).
Greiner, Ulrich: „Deutschland im Herbst, ohne Anklage“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. 8. 1979. (Zu: „Fermer“).
m. v. (= Zelter-Vogt, Marianne): „Der Weg ins Freie“. In: Neue Zürcher Zeitung, 4. 1. 1980. (Zu: „Fermer“).
Krolow, Karl: „Das Wesen von Mozarts Briefen“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 29. 8. 1982.
Dahlhaus, Carl: „Zwischen den Zeilen zu lesen“. In: Die Zeit, 17. 9. 1982. (Zu: „Mozart“).
Blöcker, Günter: „Der amputierte Mozart“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. 10. 1982.
Koegler, Horst: „Ein Charakter verwandelt sich in Musik“. In: Stuttgarter Zeitung, 6. 10. 1982. (Zu: „Mozart“).
Schreiber, Wolfgang: „Selbstbildnisse per Post“. In: Süddeutsche Zeitung, 6. 10. 1982. (Zu: „Mozart“).
Wagner, Rainer: „Bis die Saiten zerspringen“. In: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 10. 10. 1982. (Zu: „Mozart“).
Dahlhaus, Carl: „Aus der Sicht der Liebenden“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. 12. 1982. (Zu: Schumann-Briefe).
rur.: „Robert und Clara Schumann in Briefen“. In: Neue Zürcher Zeitung, 10. 3. 1983.
Krolow, Karl: „Kampf um eine Liebe“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 24. 7. 1983. (Zu: Schumann-Briefe).
Bielefeld, Claus-Ulrich: „Bannsprüche gegen den Ekel“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. 10. 1983. (Zu: „Hecke“).
Bender, Hans: „Rechercheur, Nachkomme, Sohn“. In: Süddeutsche Zeitung, 12. 10. 1983. (Zu: „Hecke“).
Gondorf, Ulrike: „Das Geheimnis der alten Adelheid“. In: Die Welt, 29. 10. 1983. (Zu: „Hecke“).
Matt, Beatrice von: „Geschichte einer Befreiung“. In: Neue Zürcher Zeitung, 1. 11. 1983. (Zu: „Hecke“).
Bolduan, Viola: „Die Elegie und das Leibesgetön“. In: Hans-Alfred Herchen (Hg.): Aspekte der Sprach- und Literaturwissenschaft. Frankfurt/M. (Haag und Herchen) 1983. S. 9–17. (Zu: „Mozart“).
Höpfner, Niels: „Vergangenheits-Expedition in die Gegenwart“. In: Frankfurter Rundschau, 31. 1. 1984. (Zu: „Hecke“).
Janetzki, Ulrich: „Eine Mutter gegen Hitler“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 11. 3. 1984. (Zu: „Hecke“).
Ayren, Armin: „Suche nach der Vergangenheit oder Gegenwart“. In: Stuttgarter Zeitung, 31. 3. 1984. (Zu: „Hecke“).
Hajewski, Thomas: „Hanns-Josef Ortheil: ‚Hecke‘“. In: World Literature Today. 1984. H. 2. S. 259–260.
Fuld, Werner: „Kein Charakter, sondern ein Idol“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. 8. 1984. (Zu: „Jean Paul“).
Müller, Klaus-Detlef: „Hanns-Josef Ortheil: ‚Der poetische Widerstand im Roman‘“. In: Germanistik. 1984. H. 2/3. S. 395–396.
Falcke, Eberhard: „Um allem zu begegnen“. In: Süddeutsche Zeitung, 15. 6. 1985. (Zu: „Suchbewegungen“).
Hinck, Walter: „Der Autor als Leser des Lebens“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. 7. 1985. (Zu: „Suchbewegungen“).
Reinhardt, Stephan: „Was macht ein gutgepflegtes Ich ohne Außenwelt?“. In: Frankfurter Rundschau, 14. 9. 1985. (Zu: „Suchbewegungen“).
Knigge, Meinhard: „Hanns-Josef Ortheil: ‚Köder, Beute und Schatten. Suchbewegungen‘“. In: Neue Deutsche Hefte. 1985. H. 4. S. 854–855.
Lucht, Frank: „Im ‚Raum der Stimmen‘. Zu den Büchern von Hanns-Josef Ortheil“. In: Merkur. 1986. H. 443. S. 61–66.
Raab, Michael: „Gezwungen, von innen zu leben“. In: Vorwärts, 2. 8. 1986. (Zu: „Hecke“).
Bronnenmeyer, Walter: „Liebesdrama auf der Hallig“. In: Stuttgarter Zeitung, 26. 6. 1987. Auch in: Opernwelt. 1987. H. 8. S. 45–46. (Zu: „Sturmnacht“).
Riedlbauer, Jörg: „Oper zum Discountpreis“. In: Die Welt, 9. 7. 1987. (Zu: „Sturmnacht“).
Hg. (= Helbling, Hanno): „Panorama der großen Provinz“. In: Neue Zürcher Zeitung, 18. 9. 1987. (Zu: „Schwerenöter“).
Puhl, Widmar: „Josef und Johannes bei Ortheil“. In: Die Welt, 6. 10. 1987. (Zu: „Schwerenöter“).
Ueding, Gert: „Das übermächtige Vorbild Jean Paul“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. 10. 1987. (Zu: „Schwerenöter“).
Falcke, Eberhard: „Ein Disput zwischen Bock und Gärtner“. In: Süddeutsche Zeitung, 7. 10. 1987. Auch in: Franz Josef Görtz u. a. (Hg.): Deutsche Literatur 1987. Stuttgart (Reclam) 1988. (= Reclams Universal-Bibliothek 8404). S. 271–277. (Zu: „Schwerenöter“).
Manthey, Jürgen: „Wiederkehr des Immergleichen“. In: Frankfurter Rundschau, 7. 10. 1987. (Zu: „Schwerenöter“).
Greiner, Ulrich: „Schwerenöter in Not“. In: Die Zeit, 9. 10. 1987.
Kiesel, Helmuth: „Welthistorische Träume eines kleinen Kölners“. In: Rheinischer Merkur/Christ und Welt, 9. 10. 1987. (Zu: „Schwerenöter“).
Schulz-Ojala, Jan: „Vaterlose Gesellen“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 8. 11. 1987. (Zu: „Schwerenöter“).
Binder, Hartmut: „Leben aus den Medien“. In: Stuttgarter Zeitung, 11. 11. 1987. (Zu: „Schwerenöter“).
Dobrick, Barbara: „Adenauer wartete“. In: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 29. 11. 1987. (Zu: „Schwerenöter“).
Nutt, Harry: „Wahlvaterschaften“. In: die tageszeitung, 11. 12. 1987. (Zu: „Schwerenöter“).
Halter, Martin: „Schockschwerenot – ist das der Zeigrodeuro?“. In: Basler Zeitung, 19. 1. 1988. (Zu: „Schwerenöter“).
Vaillant, Jérôme: „Les deux jumeaux“. In: La Quinzaine littéraire. 1989. H. 536. S. 13–14. (Zu: „Schwerenöter“).
Bauer, Michael: „Kir Fatal oder Der Zwang zum Erfolg“. In: Neue Zürcher Zeitung, 22. 9. 1989. (Zu: „Agenten“).
Modick, Klaus: „Zwischen allen Stilen“. In: Die Zeit, 29. 9. 1989. (Zu: „Agenten“).
Anz, Thomas: „Karrieren im Kopf“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. 10. 1989. (Zu: „Agenten“).
Falcke, Eberhard: „Ein Gelingen aus Versehen?“. In: Süddeutsche Zeitung, 10. 10. 1989. (Zu: „Agenten“).
Fuchs, Michael: „Ortheil unter Yuppies“. In: Die Welt, 10. 10. 1989. (Zu: „Agenten“).
Reinhardt, Stephan: „Jeder für sich oder Lauter lausige Tage“. In: Frankfurter Rundschau, 10. 10. 1989. (Zu: „Agenten“).
Lamberty, Ingo: „Trostlose Bürgerlichkeit der 25jährigen“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 11. 10. 1989. (Zu: „Agenten“).
Nutt, Harry: „Panoptikum der Provinzprofis“. In: Rheinischer Merkur/Christ und Welt, 13. 10. 1989. (Zu: „Agenten“).
Töteberg, Michael: „Das Geld stammt von Papa“. In: Deutsche Volkszeitung, 13. 10. 1989. (Zu: „Agenten“).
Schwilk, Heimo: „Was die Deutschen im Innersten zusammenhält“. In: Rheinischer Merkur/Christ und Welt, 9. 2. 1990. Auch in: ders.: Wendezeit – Zeitenwende. Bonn, Berlin (Bouvier) 1991. S. 135–139. (Zu: „Schwerenöter“).
Lützeler, Paul Michael: „Zwischen Moderne und Postmoderne“. In: Neue Zürcher Zeitung, 18. 1. 1991. (Zu: „Schauprozesse“).
Oehrlein, Josef: „Der vielköpfige Mozart“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. 3. 1991. (Zur Uraufführung des „Mozart“-Hörsehspiels).
Meisel, Gerhard: „Kronzeuge der Post-Zeit“. In: Stuttgarter Zeitung, 22. 3. 1991. (Zu: „Schauprozesse“).
Winkels, Hubert: „Lob der Tugend“. In: Die Zeit, 7. 6. 1991. (Zu: „Schauprozesse“).
Rambures, Jean-Louis de: „Le passé occulté“. In: Le Monde, 2. 8. 1991. (Zu: „Hecke“).
Egyptien, Jürgen: „Scheherazade, ewiger Umgang und Klandestinität“. In: Heinz Ludwig Arnold (Hg.): Vom gegenwärtigen Zustand der deutschen Literatur. TEXT + KRITIK. 1992. H. 113. S. 10–18. (Zu: „Schwerenöter“).
Töteberg, Michael: „Der Schriftsteller als Papagei“. In: Heinz Ludwig Arnold (Hg.): Vom gegenwärtigen Zustand der deutschen Literatur. TEXT + KRITIK. 1992. H. 113. S. 19–25. (Zu: „Agenten“).
Boedecker, Sven: „Westwärts, immer nur westwärts“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 29. 9. 1992. (Zu: „Abschied“).
Segebrecht, Wulf: „Flucht nach Westen, Begräbnis im Osten“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. 9. 1992. (Zu: „Abschied“).
Groß, Thomas: „Geschichtstourismus“. In: die tageszeitung, 30. 9. 1992. Auch in: Franz Josef Görtz u. a. (Hg.): Deutsche Literatur 1992. Stuttgart (Reclam) 1993. (= Reclams Universal-Bibliothek 8409). S. 234 – 239. (Zu: „Abschied“).
Anz, Thomas: „Westwärts“. In: Die Zeit, 2. 10. 1992. (Zu: „Abschied“).
Oberembt, Gert: „Beschwörer des Plusquamperfekts“. In: Rheinischer Merkur, 2. 10. 1992. (Zu: „Abschied“).
Böttiger, Helmut: „Adenauer + Nichts + 1989 = Nichts“. In: Frankfurter Rundschau, 17. 10. 1992. (Zu: „Abschied“).
Köpf, Gerhard: „Westwärts zieht die Phantasie“. In: Die Welt, 31. 10. 1992. (Zu: „Abschied“).
Falcke, Eberhard: „Langsame Heimkehr aus der vollendeten Vergangenheit“. In: Süddeutsche Zeitung, 10. 11. 1992. (Zu: „Abschied“).
Boedecker, Sven: „Ganz neue Möglichkeiten eröffnet“. Interview. In: Stuttgarter Zeitung, 11. 11. 1992.
Steinert, Hajo: „Am Ende nur ein Verfolgter“. In: Die Weltwoche, 12. 11. 1992. (Zu: „Abschied“).
Langner, Rainer-K.: „Grablegung des Vaters“. In: Neue Deutsche Literatur. 1993. H. 1. S. 139–141. (Zu: „Abschied“).
Langenhorst, Georg: „‚Vatersuche‘ in deutschen Romanen der letzten 20 Jahre“. In: literatur für leser. 1994. H. 1. S. 23–35. (Zu: „Abschied“).
Kurzke, Hermann: „Elefantenbekenntnis“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. 10. 1994.
Hillgruber, Katrin: „Das Lasttier und der sechste Sinn der Schrift“. In: Süddeutsche Zeitung, 5. 10. 1994. Auch in: Franz Josef Görtz u. a. (Hg.): Deutsche Literatur 1994. Stuttgart (Reclam) 1995. (= Reclams Universal-Bibliothek 8871). S. 224–226. (Zu: „Element“).
Reinhardt, Stephan: „Bündnis des Schweigens“. In: Frankfurter Rundschau, 5. 10. 1994. (Zu: „Element“).
Lützeler, Paul Michael: „Poetikvorlesung als Autobiographie“. In: Neue Zürcher Zeitung, 14. 10. 1994. (Zu: „Element“).
Oberembt, Gert: „Die Elephanten fressen alle tausend Worte“. In: Rheinischer Merkur, 21. 10. 1994.
Cramer, Sibylle: „Ortheil umkreist Ortheil“. In: Die Zeit, 4. 11. 1994. (Zu: „Element“).
Schlant, Ernestine: „The Past and the Present in the Early Novels of Hanns-Josef Ortheil“. In: Studies in twentieth century literature. 1994. H. 2. S. 247–266.
Steinecke, Hartmut: „Gespräch mit Hanns-Josef Ortheil“. In: Deutsche Bücher. 1995. H. 1. S. 1–25. Auch in: ders.: Gewandelte Wirklichkeit – verändertes Schreiben? Oldenburg (Igel) 1999. (= Literatur- und Medienwissenschaft 68). S. 43–70.
Klein, Erdmute: „Der Krieg war nicht vorüber“. Gespräch. In: Münchner Merkur, 28./29. 1. 1995.
Durzak, Manfred / Steinecke, Hartmut (Hg.): „Hanns-Josef Ortheil. Im Innern seiner Texte. Studien zu seinem Werk“. München, Zürich (Piper) 1995. (= Serie Piper 2037).
Schmitz, Helmut: „Der Geodät im wilden Westen“. In: Reinhold Grimm/Jost Hermand (Hg.): German Reflections of the Two World Wars. Madison (University of Wisconsin Press) 1995. (= Monatshefte, Occasional Volume 12). S. 321–336. (Zu: „Abschied“).
Wehdeking, Volker: „Die deutsche Einheit und die Schriftsteller“. Stuttgart (Kohlhammer) 1995. S. 64–75. (Zu: „Abschied“).
Sütterlin, Sabine: „Des Kanzlers Strickjacke“. In: Die Weltwoche, 22. 2. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Stoltenberg, Annemarie: „‚Blauer Weg‘ zur Einheit“. In: Die Welt, 24. 2. 1996.
Overath, Angelika: „Angekommen zu Hause“. In: Neue Zürcher Zeitung, 7. 3. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Schlaffer, Hannelore: „Die Welt, soweit sein Auge reicht“. In: Stuttgarter Zeitung, 26. 3. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Groß, Thomas: „Ministrantenblick auf Deutschland“. In: die tageszeitung, 28. 3. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Kurzke, Hermann: „Hier ein Pflöckchen, dort ein Fesselchen“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. 4. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Modick, Klaus: „Nachricht oder Stimmung?“. In: Süddeutsche Zeitung, 20./21. 4. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Arend, Ingo: „Unbefleckte Empfängnis“. In: Freitag, 26. 4. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Halter, Martin: „Wohin die Freude schleppen?“. In: Tages-Anzeiger, Zürich 29. 4. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Grumbach, Detlef: „Sich selbst zum Opfer gemacht“. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 30. 4. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Lau, Jörg: „Letzte Welten, umgrenztes Ich“. In: Merkur. 1996. H. 5. S. 427–433. (Zu: „Blauer Weg“).
Kraft, Thomas: „Eine Orgie in Zeitgeschichte“. In: Rheinischer Merkur, 3. 5. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Weber, Mirko: „Dintenliebhaberei und Ideengewimmel“. In: Basler Zeitung, 13. 5. 1996. (Zu: „Jean Paul“).
Ecker, Christopher: „Einen Deinhard Rosé mit dem Kanzler“. In: Berliner Zeitung, 15/16. 6. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Reinhardt, Stephan: „Die Psychen sind noch überreizt“. In: Basler Zeitung, 24. 6. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Preisendörfer, Bruno: „Irgendwo angekommen“. In: Die Zeit, 5. 7. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Dietschreit, Frank: „Im Gartenhaus“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 7. 7. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Schaber, Susanne: „Die Mauer ist weg, und was kommt nun?“. In: Die Presse, Wien, 24. 8. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Lüdke, Martin: „Ein bißchen betulich“. In: Frankfurter Rundschau, 14. 9. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Mohr, Peter: „Ortheil, überall“. In: General-Anzeiger, Bonn, 28./29. 12. 1996. (Zu: „Blauer Weg“).
Schmitz, Helmut: „The Land Surveyor. Hanns-Josef Ortheilʼs Search for His Poetic Home“. In: Arthur Williams u. a. (Hg.): Contemporary German Writers, Their Aesthetics and Their Language. Bern (Lang) 1996. S. 97–188.
Koch, Gerhard R.: „Mann bleibt Mann: Hauptsache, der Held führt Krieg“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. 7. 1997. (Zu: „Achill“).
Löhlein, Heinz-Harald: „Frau-Sein, Mann-Werden“. In: Frankfurter Rundschau, 5. 8. 1997. (Zu: „Achill“).
Mundry, Johannes: „Odysseus tanzt Tango“. In: Opernwelt. 1997. H. 9. S. 37. (Zu: „Achill“).
Garbe, Joachim: „Hanns-Josef Ortheil und Kurt Drawert: Abschied von den Vätern“. In: Hans-Jörg Knobloch / Helmut Koopmann (Hg.): Deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Tübingen (Stauffenburg) 1997. (= Stauffenburg-Colloquium 44). S. 167–180.
Schmitz, Helmut: „Der Landvermesser auf der Suche nach der poetischen Heimat. Hanns-Josef Ortheils Romanzyklus“. Stuttgart (Heinz) 1997. (= Stuttgarter Arbeiten zur Germanistik 343).
Krause, Tilman: „Zweierlei Erweckung“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 8. 2. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Bisky, Jens: „Traumbild großer Vergangenheit“. In: Berliner Zeitung, 28. 2. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Kurzke, Hermann: „Gipskopfsammler in der Morgensonne“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. 2. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Stoltenberg, Annemarie: „Ortheils verspäteter Hauptgang“. In: Die Welt, 28. 2. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Michalzik, Peter: „Wahlverwandtschaften jenseits der Zeit“. In: Süddeutsche Zeitung, 14./15. 3. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Görner, Rüdiger: „Römische Phantasien“. In: Frankfurter Rundschau, 25. 3. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Kilb, Andreas: „Beris Bedenken“. In: Die Zeit, 26. 3. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Schott, Christiane: „Ein Erotikmuffel lernt dazu“. In: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 27. 3. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Führer, Ruth: „Werther in Rom“. In: Badische Zeitung, 7. 4. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Stempel, Ute: „In der zerstückelten Welt“. In: Neue Zürcher Zeitung, 9. 4. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Schultheiß, Helga: „Vogelfrei erfunden und doch wahr“. In: Nürnberger Zeitung, 25. 4. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Marx, Friedhelm: „Goethe beschattet“. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 30.4./ 1. 5. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Mohr, Peter: „Als Goethes Schatten durch die Straßen Roms“. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 2./3. 5. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Koneffke, Jan: „Erhabenheit und Polizei“. In: die tageszeitung, 20. 5. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Kunisch, Hans-Peter: „Römisches Bildungsprogramm“. In: Süddeutsche Zeitung, 26. 5. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Hammerstein, Dorothee: „Wie IM Giovanni Beri den Olympier beschattet“. In: Basler Zeitung, 31. 7. 1998. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Leistner, Bernd: „Auf Goethes Spur“. In: Neue Deutsche Literatur. 1998. H. 4. S. 136–139. (Zu: „Faustinas Küsse“).
Weidermann, Volker: „Schreib, Heidelberg“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. 11. 1998. (Zu: „Poetikvorlesung“).
Höfer, Adolf: „Die endgültige Entsorgung deutscher Vergangenheit in der jüngsten Gegenwartsliteratur. Eine kritische Untersuchung am Beispiel von Hanns-Josef Orteils Roman ‚Abschied von den Kriegsteilnehmern‘“. In: Jürgen Belgrad / Karlheinz Fingerhut (Hg.): Textnahes Lesen. Baltmannsweiler (Schneider Hohengehren) 1998. S. 148–159.
Lützeler, Paul Michael: „Venezianische Romanze“. In: Die Zeit, 18. 2. 1999. (Zu: „Lagune“).
Auffermann, Verena: „Der Maler und sein Modell“. In: Süddeutsche Zeitung, 4. 3. 1999. (Zu: „Lagune“).
Worthmann, Joachim: „Schummrige Serenissima“. In: Stuttgarter Zeitung, 5. 3. 1999. (Zu: „Lagune“).
Wiegenstein, Roland H. : „Stimmungsmalerei“. In: Frankfurter Rundschau, 24. 3. 1999. (Zu: „Lagune“).
Schonmann, Stefan: „Der Romancier mit den guten Manieren“. In: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 26. 3. 1999. (Zu: „Lagune“).
Mohr, Peter: „Liebe und Malerei, Leidenschaften in Venedig“. In: Saarbrücker Zeitung, 9. 4. 1999. (Zu: „Lagune“).
Maidt-Zinke, Kristina: „Ein schöner Fang aus dem Kanal“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. 4. 1999. (Zu: „Lagune“).
Steinert, Hajo: „Geschichte der langsamen Bewegung“. In: Die Welt, 17. 4. 1999. (Zu: „Lagune“).
Stempel, Ute: „Mit den Augen des Malers“. In: Neue Zürcher Zeitung, 8. 7. 1999. (Zu „Lagune“).
Mangold, Ijoma: „Atmosphäre aus dem Karteikasten“. In: Berliner Zeitung, 31.7./1. 8. 1999. (Zu: „Lagune“).
Schirnding, Albert von: „Einführung zur Lesung von Hanns-Josef Ortheil“. In: Jahrbuch. Bd. 13,1. Schaftlach (Oreos)1999.S.231–233.
Schlant, Ernestine: „Autobiographical Novels. Hanns-Josef Ortheil“. In: dies.: The Language of Silence. West German Literature and the Holocaust. New York, London (Routledge) 1999. S. 99–122. Deutsch in: dies.: Die Sprache des Schweigens. Die deutsche Literatur und der Holocaust. München (Beck) 2001. S. 128–156.
Kleßmann, Eckart: „Rausch aus Klang und Farben“. In: Lesart. 2000. H. 3. S. 24–27. (Zu: „Faustinas Küsse“, „Im Licht“, „Nacht“).
Jung, Werner: „Parade“. In: Freitag, 4. 8. 2000. (Zu: „Faustinas Küsse“, „Im Licht“, „Nacht“).
Krause, Tilman: „Kunst ist Leben, Leben Kunst“. In: Die Welt, 5. 8. 2000. (Zu: „Don Juan“).
Leipprand, Eva: „In Lust aufgelöst“. In: Süddeutsche Zeitung, 12./13. 8. 2000. (Zu: „Don Juan“).
Ebel, Martin: „Mozart nach der Ankunft in Prag“. In: Stuttgarter Zeitung, 1. 9. 2000. (Zu: „Don Juan“).
Deiss, Erika: „Mit den Mitteln enthusiastischen Erzählens“. In: Neue Zürcher Zeitung, 21. 9. 2000. (Zu: „Don Juan“).
anonym: „Casanova meets Mozart“. In: Der Spiegel, 25. 9. 2000. (Zu: „Don Juan“).
Meller, Marius: „Herbst des Rokoko“. In: Frankfurter Rundschau, 26. 10. 2000. (Zu: „Don Juan“).
Klein, Simone: „In Goethes Freundeskreis“. Interview. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Frankfurt/M., 27. 10. 2000.
Kopp-Marx, Michaela: „Der wüste Sublimierer“. In: die tageszeitung, 31. 10. 2000. (Zu: „Don Juan“).
Schwering, Markus: „Casanova hilft Mozart“. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 10. 11. 2000. (Zu: „Don Juan“).
Borchmeyer, Dieter: „Eros als Kunst betrachtet“. In: Die Zeit, 16. 11. 2000. (Zu: „Don Juan“).
Maidt-Zinke, Kristina: „Der Finger des Bibliothekars“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. 11. 2000. (Zu: „Don Juan“).
Krause, Tilman: „Verliebt ins Gelingen“. In: Die Welt, 2. 12. 2000. (Zum Brandenburgischen Literaturpreis).
Fromm, Waldemar: „Die Westsicht zweier Generationen zum neuen Lebensgefühl nach der Wende – Hanns-Josef Ortheils Tagebuch ‚Blauer Weg‘ und Jürgen Beckers autobiographischer Roman ‚Aus der Geschichte der Trennungen‘“. In: Volker Wehdeking (Hg.): Mentalitätswandel in der deutschen Literatur zur Einheit. Berlin (Schmidt) 2000. S. 177–188.
Kopp-Marx, Michaela: „Auf Goethes Spuren in Rom. Hanns-Josef Ortheils Roman ‚Faustinas Küsse‘“. In: Christian von Zimmermann (Hg.): Fakten und Fiktionen. Strategien fiktionalbiographischer Dichterdarstellungen in Roman, Drama und Film seit 1970. Tübingen (Narr) 2000. (= Mannheimer Beiträge zur Sprach- und Literaturwissenschaft 48). S. 167–191.
Preußer, Heinz-Peter: „Portrait des Schriftstellers als kindlicher Autist. Autobiographie und Schreibprozeß bei Hanns-Josef Ortheil“. In: Martin Bollacher/Bettina Gruber (Hg.): Das erinnerte Ich. Paderborn (Bonifatius) 2000. (= Einblicke 3). S. 141–163.
Groß, Thomas: „Drei Playboys in der Oper“. In: Rheinischer Merkur / Christ und Welt, 5. 1. 2001. (Zu: „Don Juan“).
Schoeller, Wilfried F.: „Maskenfest“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 4. 2. 2001. (Zu: „Don Juan“).
Bürger, Jan: „so sausten wir auf den abgrund zu“. In: Literaturen. 2001. H. 9. S.28–29. (Zu: „Lo“).
Pichler, Georg: „Ein endloser Schwanz kleiner Erledigungen“. In: Die Presse, Wien, 1. 9. 2001. (Zu: „Lo“).
Mischke, Roland: „Vom Hausmann“. In: Handelsblatt, 21./22. 9. 2001. (Zu: „Lo“).
Borchmeyer, Dieter: „In der Wonnenwanne“. In: Die Zeit, 4. 10. 2001. (Zu: „Lo“).
Lindner, Reinhold: „Eine eitle Selbstbespiegelung“. In: Freie Presse, 5. 10. 2001. (Zu: „Lo“).
Mischke, Roland: „Ein ruhiges, langes Schauen“. In: General-Anzeiger, Bonn, 6./7. 10. 2001. (Zu: „Lo“).
Groß, Thomas: „Wie sag ichʼs meinem Kinde?“. In: Rheinischer Merkur, 19. 10. 2001. (Zu: „Lo“).
Förch, Julia: „Wie die Welt eines Schriftstellers aus den Fugen gerät“. In: Stuttgarter Nachrichten, 14. 11. 2001. (Zu: „Lo“).
Jeschke, Tanja: „Wie fremd die Literatur einem mit Kindern wird“. In: Stuttgarter Zeitung, 14. 11. 2001. (Zu: „Lo“).
Luchsinger, Martin: „Traumhafte Kinder-Szenen“. In: Frankfurter Rundschau, 27. 11. 2001. (Zu: „Lo“).
Kedveš, Alexandra: „Wenn der Vater mit den Kindern“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. 12. 2001. (Zu: „Lo“).
Finnsen, Hans Carl: „Das künstliche Paradies des Giovanni Casanova“. In: AUGIAS.Bd. 60. 2001. S.33–55.
Preußer, Heinz-Peter: „Epochenromane in der Postmoderne. Hanns-Josef Ortheils Bilder der alten und der zu Ende gegangenen Bundesrepublik, oder: ‚Schwerenöter‘ versus ‚Abschied von den Kriegsteilnehmern‘“. In: Gerhard Fischer/David Roberts (Hg.): Schreiben nach der Wende. Tübingen (Stauffenburg) 2001. (= Studien zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur 14). S. 113–129.
Ziegler, Helmut: „Schreibtischväter“. In: Die Woche, 11. 1. 2002. (Zu: „Lo“).
Franke, Eckhard: „Armer Kulturdezernent“. In: Stuttgarter Zeitung, 4. 12. 2002. (Zu: „Stadtschreiber“).
Sojitrawalla, Shirin: „Kulturdackel“. In: Die Zeit, 5. 12. 2002. (Zu: „Stadtschreiber“).
Berger, Jürgen: „Unter der Verkümmerungskruste“. In: Süddeutsche Zeitung, 11. 12. 2002. (Zu: „Stadtschreiber“).
Langhals, Ralf-Carl: „Seelische Grausamkeiten“. In: Mannheimer Morgen, 21. 12. 2002. (Zu: „Stadtschreiber“).
Koopmann, Helmut: „Agenten und Schwerenöter, Deserteure und ein Flaneur“. Laudatio. In: Thomas-Mann-Jahrbuch 15. Frankfurt/M. (Klostermann) 2002. S. 209–219. (Zum Thomas-Mann-Preis).
Berger, Jürgen: „Stadt fressen Schreiber auf“. In: Theater heute. 2003. H. 1. S. 42 f. (Zu: „Stadtschreiber“).
Cech, Oliver: „Der Lehrer kommt vorbei und sagt: Probier mal dies und dasʼ“. Gespräch. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 13. 2. 2003.
Schröder, Julia: „Frutti di mare“. In: Stuttgarter Zeitung, 13. 8. 2003. (Zu: „Liebe“).
Groß, Thomas: „Plötzlich das Meer“. In: Rheinischer Merkur, 28. 8. 2003. (Zu: „Liebe“).
Moritz, Rainer: „Der glückliche Blick“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 2. 9. 2003. (Zu: „Liebe“).
Schneider, Wolfgang: „Italienisches Idyll“. In: Neue Zürcher Zeitung, 20./21. 9. 2003. (Zu: „Liebe“).
Rüdenauer, Ulrich: „Ein üppiges Menü“. In: Badische Zeitung, 23. 9. 2003. (Zu: „Liebe“).
Greiner, Ulrich: „Ein Jüngling liebt ein Mädchen…“. In: Die Zeit, Literaturbeilage, 25. 9. 2003. (Zu: „Liebe“).
Rietzschel, Thomas: „Gott sei Dank haben wir beide uns“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. 9. 2003. (Zu: „Liebe“).
Maus, Stephan: „Es warnt der Kellner vor der Fischsuppe“. In: Süddeutsche Zeitung, 6. 10. 2003. (Zu: „Liebe“).
Kopp-Marx, Michaela: „Reizende Seespinnenhöcker“. In: Frankfurter Rundschau, 8. 10. 2003. (Zu: „Liebe“).
Mensing, Kolja: „Muscheln“. In: die tageszeitung, 16. 12. 2003. (Zu: „Liebe“).
Ascher, Rupert: „Reine Liebe und Rauschen des Meeres“. In: Die Presse, Wien, 27. 12. 2003. (Zu: „Liebe“).
Zeyringer, Klaus: „Der Liebe und des Meeres Wellen“. In: Der Standard, Wien, 27. 12. 2003. (Zu: „Liebe“).
Visser, Anthonya: „Hanns-Josef Ortheils ‚Faustinas Küsse‘ – ein postmoderner Künstlerroman?“ In: Hans Ester / Guillaume van Gemert (Hg.): Künstler-Bilder. Zur produktiven Auseinandersetzung mit der schöpferischen Persönlichkeit. Amsterdam (Rodopi) 2003. (= Duitse Kroniek 52). S.187–206.
Prinzing, Marlis: „Diesseits der Stille“. In: Rheinischer Merkur, 25. 3. 2004. (Porträt).
Detje, Robin: „Schwips am Bahnhof“. In: Süddeutsche Zeitung, 26. 10. 2004. (Zu: „Weiße Inseln“).
Hinck, Walter: „Nachmittag mit Goldrand“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. 11. 2004. (Zu: „Inseln der Zeit“).
Schröder, Julia: „Dennoch für Köln“. In: Stuttgarter Zeitung, 17. 11. 2004. (Zu: „Inseln der Zeit“, „Venedig“).
Kopp-Marx, Michaela: „Adornos Schaukelpferd“. In: Frankfurter Rundschau, 29. 12. 2004. (Zu: „Inseln der Zeit“).
Weingartner, Gabriele / Heinle, Volker: „Hanns-Josef Ortheil. Worte sind immer eine Spur kühler als Töne“. In: dies.: Schreibtisch. Leben. Frankfurt/M. (Brandes & Apel) 2004. S.110–119.
Krause, Tilman: „Trost“. In: Die Welt, 8. 1. 2005. (Zu: „Inseln der Zeit“).
Schröder, Julia: „Wir sind es leid, diesen Belehrungston zu hören“. In: Stuttgarter Zeitung, 16. 9. 2005. (Gespräch).
Moritz, Rainer: „Intime Passionen“. In: Neue Zürcher Zeitung, 20. 9. 2005. (Zu: „Die geheimen Stunden“).
Boedecker, Sven: „Gewitztes Schlüssel-Spiel“. In: Spiegel Special. 2005. H.6. S.66–67. (Zu: „Die geheimen Stunden“).
Mohr, Peter: „Auf den Spuren des übermächtigen Vaters“. In: literaturkritik.de. 2005. H.10. S.66–68. (Zu: „Die geheimen Stunden“).
Köhler, Peter: „Nutella-Not“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 4. 10. 2005. (Zu: „Die geheimen Stunden“).
Apel, Friedmar: „Bücher machen Leute“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. 11. 2005. (Zu: „Die geheimen Stunden“).
Steinfeld, Thomas: „Das feuerrote Spielmobil“. In: Süddeutsche Zeitung, 30. 11. 2005. (Zu: „Die geheimen Stunden“).
Kopp-Marx, Michaela: „Der Mann von fünfzig Jahren“. In: Frankfurter Rundschau, 14. 12. 2005. (Zu: „Die geheimen Stunden“).
Clauer, Markus: „Entschlossen unentschlossen“. In: Die Zeit, Literaturbeilage, 15. 12. 2005. (Zu: „Die geheimen Stunden“).
Groß, Thomas: „Das wahre Leben beginnt später“. In: Mannheimer Morgen, 16. 12. 2005. (Zu: „Die geheimen Stunden“).
Bartmann, Christoph: „Erben, als schöne Kunst betrachtet“. In: Literaturen. 2005. H. 12. S. 52 f. (Zu: „Die geheimen Stunden“).
Hantel-Quitmann, Wolfgang: „Liebesaffären. Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen“. Gießen (Psychosozial-Verlag) 2005. S.49–53. (Zu: „Liebe“).
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Müller, Hans-Rüdiger (Hg.): „Die Kunst der Benennung. Autobiographische Bildungsforschung am Beispiel von Hanns-Josef Ortheils Essay ‚Das Element des Elephanten‘. Mit einem Nachwort des Autors“. Göttingen (V&R unipress) 2005.
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Kluge, Friedemann: „Man muss es mögen“. In: neues deutschland, 16. 2. 2017. (Zu: „Was ich liebe“).
Schröder, Julia: „Der Dom am Campo San Polo“. In: Stuttgarter Zeitung, 18. 8. 2017. (Zu: „Der Typ ist da“).
Mohr, Peter: „Folgenreicher Besuch aus Venedig“. In: Mannheimer Morgen, 30. 9. 2017. (Zu: „Der Typ ist da“).
Fischer, Stefan: „Unter am Fluss“. In: Süddeutsche Zeitung, 10. 10. 2017. (Zu: „Paris“).
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Kiunke, Gabriele: „‚Eine französische Kreativitätsdusche‘“. Interview. In: Stuttgarter Nachrichten, 23. 12. 2017. (Zu: „Paris, links der Seine“).
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Thiede, Rocco: „Etwas Tradiertes“. Interview. In: Die Tagespost. Katholische Wochenzeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur, 8. 2. 2018.
Altmann, Christina: „Beseelter Erzähler mit Schwäche fürs Detail“. In: Mannheimer Morgen, 2. 3. 2018. (Zu: „Der Typ ist da“).
Agthe, Kai: „Das Spiel ist noch nicht zu Ende“. In: Mitteldeutsche Zeitung, Pfingsten 2018. (Zu: „Musikmomente“).
Moritz, Rainer: „Junger Mann auf hoher See“. In: Stuttgarter Zeitung, 14. 11. 2018. (Zu: „Mittelmeerreise“).
Schwering, Markus: „Im Bann des Odysseus“. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 7. 12. 2018. (Zu: „Mittelmeerreise“).
Garhammer, Erich: „Poesie und Philosophie. Der sapientiale Schreibton von Hanns-Josef Ortheil“. In: Lebendige Seelsorge. Zeitschrift für praktisch-theologisches Handeln. 2018. H.5. S.374–378.
König, Nicola: „Schreiben, schrieb, geschrieben“. In: literaturkritik.de. 2019. H. 1. S. 109–113. (Zu: „Mittelmeerreise“).
Dietschreit, Frank: „Vater und Sohn auf einer Odyssee“. In: Mannheimer Morgen, 6. 2. 2019. (Zu: „Mittelmeerreise“).
Garhammer, Erich: „Im Anfang war das Murmeln. Wie der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil seine Sprache fand“. In: Herder-Korrespondenz. Monatsheft für Gesellschaft und Religion. 2019. H.2. S.39–41.
Doerry, Martin: „‚Ein C-Dur-Akkord macht glücklich‘“. Gespräch. In: Der Spiegel, 20. 7. 2019. (Zu: „Klavierspielen“).
Magenau, Jörg: „Klavierlehrer eines Lebens“. In: Süddeutsche Zeitung, 2. 8. 2019. (Zu: „Klavierspielen“).
Benda, Susanne: „Musik gegen das Schweigen“. In: Stuttgarter Zeitung, 9. 8. 2019. (Zu: „Klavierspielen“).
Mohr, Peter: „Magische Kräfte der Lagune“. In: Mannheimer Morgen, 25. 10. 2019. (Zu: „Der von den Löwen träumte“).
Röger, Kai: „Mundpropaganda – das Genuss-Interview: Hanns-Josef Ortheil“. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 19. 11. 2019.
Halter, Martin: „Der alte Mann und das Prosecco-Meer“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. 11. 2019. (Zu: „Der von Löwen träumte“).
Moritz, Rainer: „Hemingway sucht Heilung in Venedig“. In: Stuttgarter Zeitung, 4. 12. 2019. (Zu: „Der von den Löwen träumte“).
Schümer, Dirk: „Acqua, Alter!“. In: Die Welt, 7. 12. 2019. (Zu: „Der von Löwen träumte“).
Born, Arne: „Literaturgeschichte der deutschen Einheit 1989–2000. Fremdheit zwischen Ost und West“. Hannover (Wehrhahn) 2019. S. 283–386, 376–380. (Zu: „Blauer Weg“, „Abschied von den Kriegsteilnehmern“).
Grzywka-Kolago, Katarzyna: „Der Kölner Dom im Roman ‚Der Typ ist da‘ von Hanns-Josef Ortheil“. In: Barbara Komenda-Earle u.a. (Hg.): Cogito, ergo sum – Wortschatz, Kognition, Text. Hamburg (Dr. Kovač) 2019. (= Stettiner Beiträge zur Sprachwissenschaft 12). S. 389–408.
Grzywka-Kolago, Katarzyna: „‚… ich bewege mich in der Musik, als füllte sie mich vollständig aus‘. Zur Musik und Musikerfigur im Roman ‚Das Verlangen nach Liebe‘ von Hanns-Josef Ortheil“. In: Dies. / Małgorzata Filipowicz / Maciej Jędrzejewski (Hg.): Texte komponieren, von Klängen erzählen. Studien zu den Beziehungen von Literatur und Musik. Berlin u.a. (Lang) 2019. S.255–272.
Maidt-Zinke, Kristina: „Heldenmythos, Stimmenzauber“. In: Süddeutsche Zeitung, 28. 1. 2020. (Zu: „Der von Löwen träumte“).
Schmitz, Helmut: „Intimacy and resonance. Visions of love in Hanns-Josef Ortheilʼs ‚Liebesnähe‘ and Ronja von Rönneʼs ‚Wir kommen‘“. In: Humanities. 2020. H.2. (Online).
Halter, Martin: „Der alte Mann und das Prosecco-Meer“. In: Badische Zeitung, 3. 3. 2020. (Zu: „Der von Löwen träumte“).
Firaza, Joanna: „Vom Fenster der Villa Massimo aus: Rom mit den Augen Hanns-Josef Ortheils“. In: Joanna Jabłkowska / Karolina Sidowska (Hg.): Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort. Berlin u.a. (Lang) 2020. (= Lodzer Arbeiten zur Literatur- und Kulturwissenschaft 14). S. 211–228.
Siblewski, Klaus: „Es kann nicht still genug sein. Schriftsteller sprechen über ihre Schreibtische“. Zürich 2020. S. 39–67
Schlicht, Corinna: „Selbstentwürfe. Kulturelle Narrative des Selbst in der deutschsprachigen Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart“. Paderborn (Wilhelm Fink) 2020. S. 79–92. (Zu: „Hecke“, „Abschied von den Kriegsteilnehmern“).
Sowa, Agnieszka: „Das Rom-Erlebnis in ‚Rom. Villa Massimo‘ von Hanns-Josef Ortheil und ‚Die römische Saison‘ von Lutz Seiler“. In: Joanna Jabłkowska/Karolina Sidowska (Hg.): Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort. Berlin u.a. (Lang) 2020. (= Lodzer Arbeiten zur Literatur- und Kulturwissenschaft 14). S. 229–242.
Kister, Stefan: „Schönheit auf abschüssigem Gelände“. In: Stuttgarter Zeitung, 20. 1. 2021. (Zu: „In meinen Gärten“).
Kahlefendt, Klaus: „Ein Autor heilt sich selbst“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. 11. 2021. (Zu: „Ombra“, „Ein Kosmos der Schrift“).
Sternburg, Judith von: „‚Das hört sich an wie eine Krankheit‘“. In: Frankfurter Rundschau, 5. 11. 2021. (Zu: „Ombra“, „Ein Kosmos der Schrift“).
Braun, Michael: „Im Kosmos der Schrift“. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 5. 11. 2021. (Zum 70. Geburtstag).
Mohr, Peter: „‚Die emotionalen Hintergründe des Schreibens‘“. In: Mannheimer Morgen, 5. 11. 2021. (Zu: „Ombra“ und zum 70. Geburtstag).
Goggio, Alessandra: „Der Verleger als literarische Figur. Narrative Konstruktionen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“. Bielefeld (transcript) 2021. (= Gegenwartsliteratur 9). S. 143–170. (Zu: „Geheime Stunden“).
Grzywka-Kolago, Katarzyna: „Wie der Abgestoßene zum Auserwählten und der Isolierte zum Allverbundenen wird. Hanns-Josef Ortheils Spiel mit dem abstrakten Märchenstil im Roman ‚Das Kind, das nicht fragte‘“. In: Katarzyna Grzywka-Kolago / Małgorzata Filipowicz / Maciej Jędrzejewski (Hg.): Märchen und Spiel. Warschau (Wydawnictwa Uniwersytetu Warszawskiego) 2021. S. 266–282.
Klemm, Imma (Hg.): „Ein Kosmos der Schrift. Hanns-Josef Ortheil zum 70. Geburtstag“. München (btb) 2021.
Morawska, Adrianna: „Zum Musikmotiv im autobiographischen Roman ‚Wie ich Klavierspielen lernte‘ (2019) von Hanns-Josef Ortheil“. In: Colloquia Germanica Stetinensia. 2022. H.1. S.53–82.
Uschmann, Oliver: „‚Man muss den Weg zum Hirn so kurz wie möglich halten‘“. Gespräch. In: Galore. 2022. H.1. S.66–71.
Schwilk, Heimo: „Ein Schriftsteller ist im Dienst“. In: Die Weltwoche, 24. 3. 2022. (Zu: „Ombra“).
Reidy, Julian: „‚Mitwisser‘. Topoi und Affektstrukturen deutschsprachiger Generationenerzählungen am Beispiel von Hanns-Josef Ortheil und Christoph Geiser“. In: Weimarer Beiträge. 2022. H.3. S. 343–364.
Kister, Stefan: „Ortheils Charaktere“. In: Stuttgarter Zeitung, 13.10.2022.
Košenina, Alexander: „Ein neuer Theophrast?“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. 12. 2022. (Zu: „Charaktere“).
Conrad, Ruth: „Der Gottesdienst, die Predigt und die Frage nach einer ‚praktischen Bibelhermeneutik‘. Eine literarische Spurensuche bei Hanns-Josef Ortheil und Friedrich Christian Delius in liturgischem Interesse“. In: Johannes Greifenstein (Hg.): Predigt als Bibelauslegung. Praktische Hermeneutik in interdisziplinären Perspektiven. Tübingen (Mohr Siebeck) 2022. S.56–83.
Grzywka-Kolago, Katarzyna: „Zum märchentypischen Prinzip der Isolation im Roman ‚Das Kind, das nicht fragte‘ von Hanns-Josef Ortheil“. In: Nina Nowara-Matusik (Hg.): Unter dem Signum der Grenze. Literarische Reflexe einer (aktuellen) Denkfigur. Göttingen (V&R unipress) 2022. (= Andersheit – Fremdheit – Ungleichheit 13). S.95–106.
Matkowska, Ewa: „Künstler und Kunst. Narrationen künstlerischer Kreativität“. Leipzig (Leipziger Universitätsverlag) 2022. S. 54–60, 80–92. (Zu: „Licht der Lagune“, „Rom, Villa Massimo“, „Rom. Eine Ekstase“).
Morawska, Adrianna: „Zum Musikmotiv im autobiographischen Roman ‚Wie ich Klavierspielen lernte‘ (2019) von Hanns-Josef Ortheil“. In: Colloquia Germanica Stetinensia. 2022. H. 1. S. 53–82.
Franz, Hans-Dieter: „Übermütige Phantasie“. In: Badische Zeitung, 16. 1. 2023. (Zu: „Charaktere“).
Braun, Michael: „Eine visuelle Autobiografie“. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 30.6.2023. (Zu: „Kunstmomente“).
Braun, Michael: „Harmonielehre des guten Lebens“. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 20.2.2024. (Zu: „Von nahen Dingen“).
Berger, Leonie: „Die Poesie des Alltags“. In: SWR Kultur, 13.9.2024. (Zu: „Von nahen Dingen“).
Braun, Michael: „Über die Kunst, gut zu schreiben“. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 3.1.2025. (Zu: „Nach allen Regeln“).


Der Artikel über Hanns-Josef Ortheil ist nur einer von derzeit mehr als 700 Artikeln über Leben und Werk herausragender deutschsprachiger Autoren im „KLG – Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“. Das KLG bietet neben Biogrammen und ausführlichen Essays über Werk und Wirkung auch jeweils ein Werkverzeichnis und eine Bibliographie der Sekundärliteratur.
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